Apple hat gerade angekündigt,  in Zukunft die ersten Macs mit “Apple Silicon” auszurüsten, statt mit CPUs von Intel. Genauer gesagt wird Apple auf die eigens produzierten ARM Chips setzen, welche sie auch schon in Ipads und Iphones verwenden. Natürlich werden es nicht die exakt selben Modelle werden, aber die Vorzüge, wie lange Akkulaufzeit und immer weiter steigende Leistung, sollen in den Modellen für Macs weiter verbessert werden.

Was ist ARM?

ARM steht für “Advanced RISC Machines” und es handelt sich bei ARM-Prozessoren um Mikroprozessoren, welche von der Firma  Acorn 1985 entwickelt wurden. ARM-Prozessoren gehören weltweit zu den meistverbreiteten Mikroprozessoren. Vor allem in Smartphones und Tablets sind diese vorhanden, beispielsweise aber auch in Routern. Die kleine Größe und  ihre geringe Leistungsaufnahme machen sie für den Einsatz in mobilen Geräten sehr attraktiv.

Auch im, für Bastler sehr beliebten, Raspberry Pi ist ein ARM-Prozessor verbaut. Genau wie beim Raspberry Pi, gibt es noch weitere Geräte, die in der Lage sind, mit Windows oder einem Linux-basierten Betriebssystem zu laufen, allerdings sind diese Geräte bisher eher die Ausnahme als die Regel.

Warum ARM?

Gerade durch die hohe Energieeffizienz sind solche Prozessoren sehr interessant für den Einsatz bei mobilen Geräten. Mehr oder minder jedes Smartphone und Tablet, egal ob Android oder Apple, basiert auf einem solchen System. Gerade bei solchen Geräten, ist die Akkulaufzeit eine der wichtigsten Merkmale, wenn nicht sogar das wichtigste Merkmal und genau dieses Merkmal wird bei Laptops immer wichtiger. Inzwischen ist aber auch die Leistungsfähigkeit der Prozessoren deutlich gestiegen, was die Bauweise auch für andere Geräte, wie Laptops oder 2in1 Geräte, so wie das Surface von Microsoft, interessant macht.

Das größte Problem ist bisher allerdings die Unterstützung von Programmen, die sonst auf dem normalen Laptop ausgeführt werden. Viele Programme laufen noch nicht mit ARM Chips, sondern brauchen Prozessoren nach x86 Bauweise, egal ob von Intel oder AMD, die bisher in nahezu allen Desktops, Laptops oder Servern verbaut sind. Aber gerade diese momentan so große Einschränkung macht die Entscheidung von Apple auf ARM zu setzen sehr interessant.

Apples Plan?

Mit der Umstellung erreicht Apple, dass alles was sie verkaufen, von der Hardware bis zur Software, aus der eigenen Hand kommt und sie damit noch mehr Kontrolle über die eigenen Produkte haben. Damit werden bisherige Abhängigkeiten, wie bisher bei den Prozessoren von Intel, aufgelöst. Ein weiterer großer Vorteil für Apple ist die Kompatibilität zwischen den eigenen Produkten.

Wenn auch die Macbooks mit ARM-Prozessoren laufen, funktionieren alle Apps von Ipad und Iphone auch auf den Desktops und Laptops von Apple. Bei der Frage, ob Software von Drittanbietern auch für ARM-Chips optimiert wird, setzt Apple sicherlich auch auf die eigene Marktposition, laut Statista nutzen im Mai 2020 immerhin 18,38% MacOS. Aber auch nicht optimierte Software soll mit Hilfe von “Rosetta 2” für den Übergang auf ARM Geräten laufen, da das Programm x86 für ARM “übersetzt”.

Wie auch bei Iphones und Ipad sollen die Chips in der “Big-Little-Konfiguration” laufen, dass heißt es wird kleine energiesparende Kerne geben, durch die die Akkulaufzeit maximiert wird und große schnelle Kerne, bei denen der Fokus auf der Geschwindigkeit bzw. Leistung liegt um die gewohnten Aufgaben am Laptop immer noch zuverlässig und schnell erledigen zu können. An Entwickler wurde ein solches Gerät, das DTK – Developer Transition Kit, mit ARM bereits ausgeliefert um den Übergang möglichst reibungslos gestalten zu können. Wann genau ein solches Gerät von Apple veröffentlicht wird ist allerdings noch nicht bekannt.

Fazit

Man kann gespannt sein was die Zukunft bringt, da eine steigende Kompatibilität von ARM auch andere Geräte mit Windows oder Linux betreffen kann und somit vielleicht ein Wechsel der Architektur von Prozessoren im mobilen Segment der Laptops stattfinden könnte. Die einzigen Verlierer könnten Intel sein, da diese nicht mehr ihre Prozessoren an Apple verkaufen können und somit ein großer Kunde wegfällt.
Wie genau die Zukunft sich entwickeln wird und welche Auswirkung dies auf den Endkunden hat, kann man natürlich nicht voraussagen, doch kann mit bei der momentanen Entwicklung auf positive Veränderungen hoffen. Sollten Sie zu Fragen zur eigenen Kaufentscheidung haben, melden Sie sich gerne.

Der Artikel hat Ihnen gefallen?

Abonnieren Sie unseren Newsletter für IT-Entscheider!

Kommentarbereich geschlossen.