Jeder kennt das Problem mit den ungeliebten Passwörtern. Wirklich alles braucht eines, jeder Online Shop, die E-Mail Adresse (natürlich beruflich und privat). Diese Liste könnte man wohl nahezu unendlich fortführen.

Man befindet sich im Zwiespalt: Die einfache Lösung mit nur einem Passwort für alles oder nur simple Variationen von einem, trotz des Wissens, man solle es nicht so machen, statt der komplizierten unterschiedlichen Passwörtern, die schwer bis unmöglich zu merken sind.

Hier kommen die Passwort Manager ins Spiel, welche eine Lösung für diese Problematik darstellen.

Was ist ein Passwort Manager?

Bei Passwort Managern handelt es sich um Tools zum Aufbewahren von Passwörtern. Sie ermöglichen es komplizierte Passwörter zu speichern und auf diese mit nur einem Masterpasswort zuzugreifen. So kann man es sich ersparen, sich zahlreiche Passwörter merken zu müssen. Stattdessen muss nur das Masterpasswort behalten werden und es kann für alles andere ein kompliziertes und damit sicheres genutzt werden.

Wofür brauche ich den Passwort Manager?

Aus Sicherheitsgründen! Hat man nur ein Passwort für alles und jemand fremdes bekommt Zugriff, kann er auch auf alle möglichen anderen Konten zugreifen oder es besteht zumindest die Gefahr dieser Möglichkeit.

Nutzt man einen Passwortmanager verliert man nicht die Kontrolle über alle Konten, sondern muss sich nur um das Problem bei dem einen Konto kümmern.

Außerdem ist es nach der erfolgreichen Einrichtung, meistens auch weniger umständlich sich bei allen möglichen Seiten anzumelden.

Man muss sich nicht an alles erinnern: Welches Passwort genau habe ich genommen? Musste hier ein Sonderzeichen im Passwort dabei sein? Mit welcher E-Mail Adresse habe ich mich angemeldet? Man öffnet nur noch den Passwortmanager, sucht nach der Seite, auf der man sich anmelden möchte und fügt Benutzername und Passwort ein.

Evtl. füllt der Passwortmanager sogar die Felder automatisch aus. Die meisten Passwortmanager haben auch einen Generator integriert, der ein besonders sicheres Passwort erstellt.

Welche Optionen gibt es?

Es gibt Passwort Manager in unterschiedlicher Art. Zum einen, eine einfache Versionen nur für den Browser, unter anderem bei Chrome oder Firefox sind diese auch integriert im Browser selbst.

Hier werden die Passwörter im Browser gespeichert und müssen beim erneuten Anmelden nicht selbst eingegeben werden, sondern es wird automatisch vom Browser ausgefüllt.

Auslesen kann man die Passwörter nicht direkt, sondern erst wenn man sich mit seinem Benutzer, der am PC oder dem Handy angemeldet ist, authentifiziert.

Wenn der PC von mehreren Nutzern parallel genutzt wird, ist dies natürlich nicht die optimale Lösung, da so auch andere Personen sich anmelden können. Außerdem funktioniert der Manager dann nur in der Umgebung des Browsers, extra Anwendungen wie das Mailprogramm bleiben außen vor.

Umfangreichere Programme sind in der Regel unabhängig und nicht verbunden mit beispielsweise dem Browser. Hier speichert man alle Passwörter in einem extra Programm.

Mit dem Masterpasswort kann man dieses öffnen, die Anmeldedaten kopieren und sich dann auf der gewünschten Seite anmelden.

Die Passwörter werden in der Regel verschlüsselt in einer Datenbank gespeichert, je nach Programm lokal oder in der Cloud. Für die Synchronisation über mehrere Geräte muss das Programm natürlich auch auf den anderen Geräten installiert werden.

Eine automatische Synchronisation der Passwörter über die Cloud ist natürlich praktisch, aber nicht so sicher wie die lokal gespeicherte Datenbank, welche man manuell übertragen müsste.

Als ein Beispiel hat Apple mit dem iCloud-Schlüsselbund ein solches Programm in den eigenen Betriebssystemen integriert. Dieses funktioniert natürlich nur bei Apple-Geräten und ist nicht unter Windows zu nutzen, daher vor allem für Nutzer sinnvoll, die ausschließlich mit Geräten von Apple arbeiten.

Wenn dies der Fall ist, zeigt das Programm aber gerade mit den modernen Möglichkeiten wie dem Fingerabdruck oder der Face-ID, wie praktisch ein Passwort Manager sein kann und trotz erhöhter Sicherheit auch bequemer ist.

Fazit

Zum Ende hin möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass Passwortmanager auch nicht ganz ohne Nachteile sind. Das Masterpasswort ist durch die Natur des Managers natürlich besonders wichtig und darf nicht vergessen werden, da sonst der Zugang zu allen anderen Passwörtern verloren geht.

Auch bei einem fremden Rechner oder Handy führt die Nutzung eines Passwortmanagers eher zu Umständen. Beispielsweise bei einer Anmeldung auf dem Rechner eines Kollegen, ohne den Zugang zum Passwort Manager, hat man sehr wahrscheinlich nicht das komplizierte Passwort im Kopf parat und auch das Abschreiben aus dem eigenen Passwort Manager am Handy ist wahrscheinlich aufgrund der üblichen Komplexität eher schwierig.

Zuletzt muss man bei den meisten Anbietern dieses ein gewisses Vertrauen entgegenbringen, schließlich sind die eigenen Passwörter, wenn auch verschlüsselt, in der Regel auf deren Servern gespeichert.

Trotzdem sollte der Nutzen den Nachteilen deutlich voraus sein. Nach der Einrichtung sind die eigenen Accounts deutlich besser gesichert und an den eigenen Geräten ist es nicht umständlicher als vorher, wenn nicht gar bequemer.

Für den erhöhten Aufwand an fremden Geräten, hat man dafür aber ein deutlich sichereres Passwort, als „123456“, welches in einer Studie der Universität Potsdam 2019 den ersten Platz, der am häufigsten verwendeten Passwörter gewonnen hat.

Sollten Sie zum Thema Passwörter oder anderen Bereichen der IT-Security Fragen haben, kontaktieren Sie uns gerne.

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