Ein Hasskommentar, auch Hass-Posting genannt, ist eine menschenverachtende, beispielsweise rassistische Aussage, die meist in einem sozialen Netzwerk, in einem Webforum oder auf einer anderen Website mit öffentlicher Kommentarfunktion gegen Gruppen oder Einzelpersonen getätigt wird. Die Aussage kann sich auch gegen allgemein anerkannte abstrakte gesellschaftliche Werte richten oder bestimmte Weltanschauungen diffamieren. 2017 wurden vom Bundeskriminalamt 2270 Anzeigen zu strafrelevanten Hasskommentaren registriert. Davon ließen sich nach Bewertung der Polizei 74 Prozent politisch dem rechtsextremen Spektrum zuordnen.

Hass und Hetze im Netz nehmen immer mehr zu. Die sozialen Netzwerke scheinen jedoch nicht ansatzweise Herr der Lage werden zu können. Die Initiatoren der App Hassmelden gehen deshalb noch einen Schritt weiter. Sie erstatten stellvertretend Strafanzeige für ihre User. Aber wie funktioniert das?

Vor allem durch die Corona-Pandemie sind Hasskommentare in die Höhe geschossen. Mehr als 75 % Der User haben schon einmal Hass im Netz erlebt. Deshalb melden immer mehr Nutzer Hasskommentare bei den Social-Media-Plattformen. Mittlerweile sind es so viele, dass die Betreiber der Plattformen nicht mehr hinterherkommen. Da die Überprüfung durch Algorithmen erfolgt, werden viele strafrechtlich relevante Inhalte nicht entdeckt.

Rechtsexperten kritisieren deshalb, dass Facebook, Twiiter und Co. Nicht genug dagegen tun. Immer mehr Nutzer wünschen sich eine strafrechtliche Verfolgung. Deshalb wenden sich mittlerweile viele User an unabhängige Stellen wie www.hassmelden.de. Hier erstatten die Administratoren der Website stellvertretend für den Ratsuchenden Strafanzeige bei den Behörden. Der Bedarf ist da: 1.000 Meldungen gehen durchschnittlich bei hassmelden.de ein.

Alle Beteiligten von hassmelden arbeiten ehrenamtlich. Hassmelden bekommt keine Zuschüsse oder staatlichen Zuwendungen. Hassmelden hat eine eigene App, die im Appstore oder im Google Playstore heruntergeladen werden kann.

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