Wenn Sie auf die neuesten Trends in der digitalen Welt schauen, haben Sie sicherlich den Aufstieg von Cloud Computing als einen der vielversprechendsten erkannt.

In den letzten 10 Jahren ist diese Technologie von einem Nischenpublikum in die breite Öffentlichkeit emporgestiegen – und sie wächst weiter. Aber selbst bei dieser Popularität sind viele Menschen immer noch unzureichend informiert.

Deshalb halten wir es für notwendig, die Cloud im Detail zu betrachten, um zu verstehen, was dahinter steckt.

Was ist Cloud Computing eigentlich? Wie funktioniert es? Welche sind die gebräuchlichen Typen? Was sind die Gründe für das exponentielle Wachstum? Und was können wir in Zukunft davon erwarten?

Die Antworten auf all diese Fragen finden Sie in diesem Beitrag.

Was ist Cloud Computing?

Cloud Computing ist die Bereitstellung von Computerressourcen (wie Anwendungen und Rechenzentren) über das Internet, On-Demand und über ein Pay-as-you-go-Modell. Es verwendet skalierbare Ressourcen je nach Bedarf, bietet gebührenpflichtige Dienste, damit der Benutzer nur das bezahlt, was er nutzt, und eine Art von Self-Service-Zugang.

Wie funktioniert Cloud Computing?

Unternehmen, die Cloud Computing-Services anbieten, vermieten den Zugang zu ihren Computerressourcen, die von Online-Anwendungen bis hin zu Speicherplatz reichen. Im Wesentlichen stellen sie ihre IT-Infrastruktur zur Miete an eine Vielzahl von Unternehmen, Branchen und Endanwendern zur Verfügung.

Dies bietet zwei grundlegende Vorteile, je einen für beide Geschäftspartner: Für die Nutzer bedeutet dies, dass sie zu minimalen Kosten auf eine Vielzahl von Diensten zugreifen können, ohne in ihre eigene Infrastruktur investieren zu müssen. Für Cloud Computing-Anbieter bedeutet dies eine erhebliche Einnahmequelle (die Zahlung einer großen Anzahl von Endnutzern).

Welche Arten von Cloud Computing gibt es?

Es gibt 3 Arten von Cloud Computing, die sich je nachdem, was sie ihren Nutzern anbieten, unterscheiden. So können wir also unterscheiden nach:

  • Infrastructure as a Service (IaaS): Dieses Modell bietet seinen Anwendern physische oder virtuelle Server, Netzwerke und Speicher.
  • Platform as a Service (PaaS): Zusätzlich zu dem, was im IaaS-Modell angeboten wird, bietet PaaS Tools und Software für Entwickler, die als Basis für eigene webbasierte Anwendungen verwendet werden können. Dazu gehören unter anderem Betriebssysteme, Datenbankmanager und Entwicklungswerkzeuge.
  • Software as a Service (SaaS): das beliebteste Modell auf dem Markt, SaaS liefert Anwendungen in der Cloud über einen mit dem Internet verbundenen Webbrowser.

Es gibt auch eine andere mögliche Klassifizierung entsprechend dem Einsatz. So finden Sie Public Clouds für jedermann, Private Clouds für ein einzelnes Unternehmen, Hybrid Clouds, die private Ressourcen mit öffentlichen verbinden, und Multi Clouds, die die gleichzeitige Nutzung mehrerer Cloud Services implizieren. Finden Sie hier mehr über Public-, Private-, und Hybrid-Cloud.

Welche sind die größten Cloud Computing-Anbieter?

Obwohl 2019 große Veränderungen in der Cloud-Computing-Landschaft verspricht (mehr dazu unten), sind die größten Anbieter in den letzten Jahren mehr oder weniger gleich geblieben. Ihre Position als Cloud Computing-Mogul scheint konkurrenzlos zu sein. Und sie versuchen, sie zu sichern, indem sie stark in die Trends investieren, die am Horizont zu erwarten sind. Das sind die größten Spieler heute:

  • Microsoft Cloud: Der Technologiekonzern bietet mit Office 365 und Azure zwei Cloud-basierte Lösungen an. Ihre Investitionen in die Welt des Geldtransfers, ihre Partnerschaft mit Volkswagen zur Entwicklung intelligenter Fahrzeuge und ihre Integration in Blockchain-basierte Identitätssysteme sind starke Schritte, die das Unternehmen in den Cloud-Kriegen voranbringen wollen.
  • Amazon Web Services (AWS): Amazon Cloud ist einst der dominierende Player in der Cloud-Computing-Branche und bildet das Rückgrat der Unternehmensarchitektur. AWS ist die Grundlage für sehr beliebte Dienste wie den Online-Shop und seinen virtuellen Assistenten. Das Unternehmen strebt auch eine Erweiterung durch eine Blockchain as a Service (BaaS)-Plattform für Unternehmen und die STRIDES-Initiative zur Bereitstellung von Datensätzen an, die die Gesundheitsforschung bei der Behandlung und Prävention von Krankheiten unterstützen.
  • IBM Cloud: Die Cloud Computing-Services des Big Blue bieten eine gute Leistung und Zuverlässigkeit, die sich seit Jahren auf dem Markt bewährt haben. Darüber hinaus werden die neuen Partnerschaften ihr Angebot durch Blockchain für Reisen und die Verteilung von Lebensmitteln erweitern. Der Multicloud Manager ermöglicht den Anwendern die Verwaltung ihrer Daten in verschiedenen Clouds.
  • Salesforce: Die Cloud-basierte CRM-Lösung hat sich im Laufe der Jahre einen eigenen Namen gemacht und ist in Unternehmen und Branchen weit verbreitet. Zu den Expansionsplänen gehört die Übernahme mehrerer kleiner Cloud-Firmen, um das eigene Angebot von Salesforce zu erweitern. Außerdem wurde eine Partnerschaft mit Apple geschlossen, um die Integration mit iOS zu verbessern.
  • Google Cloud-Plattform: Google hat dank seiner G-Suite und der beeindruckenden Leistung und Geschwindigkeit seiner Cloud-Plattform von sich reden gemacht. Der Tech-Riese setzt seine Cloud-Zukunft auf die Erkenntnisse, die er mit seinem riesigen Datensatz, der von seinen unzähligen Diensten gespeist wird, liefern kann. Dies zeigt sich in der Google Cloud Robotics Platform, die kollaborative Roboter ermöglicht, die mit Googles KI und maschinellen Lernalgorithmen für eine Vielzahl von Aufgaben arbeiten.

Ja, es fehlen hier leider deutsche Unternehmen, die weltweit einfach keine Rolle spielen. In Deutschland setzen besonders kleinere Firmen derzeit dann doch noch manchmal auf deutsche Anbieter zum Betrieb ihrer Cloud-Arbeitsplätze. Die wirklichen Innovationen entstehen aber gewiss bei den obigen Unternehmen.

Ungewiss auch, wie das in Zukunft aus sieht, denn die großen Player möchten auch in Deutschland an die Spitze. So hat Microsoft gerade einen neuen Start mit der Cloud aus deutschen Rechenzentren gemacht.

Warum ist Cloud Computing so beliebt?

Eine LogicMonitor-Studie, veröffentlicht bei Forbes, schätzt, dass 83% der Workloads von Unternehmen bis 2020 in der Cloud laufen werden. Das ist eine beeindruckende Zahl, die viel über die wachsende Popularität von Cloud Computing aussagt. Aber was treibt diese Art der Akzeptanz in großen, mittleren und kleinen Unternehmen an? Es spielen mehrere Faktoren eine Rolle, aber die Vorteile der Cloud sind die Hauptantriebskraft. Dazu gehören:

  • Keine Notwendigkeit, eine eigene Computerinfrastruktur zu besitzen: Da Sie die Computerressourcen von einem Dritten mieten, müssen Sie nicht in eine kostspielige Infrastruktur investieren, um von den Diensten zu profitieren, die sie bereitstellen können. Das bedeutet, dass Sie sich auch keine Sorgen um die Wartung der Hard- oder Software machen müssen.
  • Weltweiter Zugriff: Da die Ressourcen online sind, können Sie von überall und jederzeit darauf zugreifen. Das ist ein großes Plus für Unternehmen mit mehreren Niederlassungen, die auf eine zentrale Datenbank zugreifen müssen, oder für Unternehmen, die mit Remote-Teams zusammenarbeiten. Für den Zugriff auf Cloud-Computing-Lösungen benötigen Sie nur eine Internetverbindung.
  • Mehr Sicherheit für alle Daten: Cloud Computing-Dienste aktualisieren ihre Sicherheit ständig auf die neuesten Sicherheitsstandards. Die Idee ist, einen zuverlässigen Schutz für alle Daten zu bieten, die Sie in der Cloud speichern. Darüber hinaus sorgen regelmäßige Backups auf verschiedenen Servern dafür, dass Sie niemals Daten aufgrund einer Serverstörung verlieren.
  • Regelmäßige Updates auf dem neuesten Stand der Technik: Cloud Computing-Anbieter arbeiten ständig an neuen Features und Technologien, die sie ihren Nutzern zur Verfügung stellen. So haben Sie immer Zugriff auf die neuesten Tools und Möglichkeiten, um Ihr Unternehmen zu erweitern und Ihren Workflow zu verbessern.
  • Elastische Ressourcen, die den sich ständig ändernden Anforderungen gerecht werden: Wenn Ihr Arbeitsaufkommen Schwankungen unterliegt und Spitzenbelastungen aufweist, aber nur zu bestimmten Zeiten des Monats oder sogar des Jahres, ist Cloud Computing absolut sinnvoll. Es kann Ihnen die Unterstützung geben, die Sie in Stoßzeiten benötigen, ohne die Notwendigkeit von eigenen Ressourcen, die Sie in Leerlaufzeiten unnötig viel Geld kosten werden.
  • Projekte können agiler sein: Cloud Computing stellt Ihnen On-Demand-Ressourcen zur Verfügung, mit denen Sie Konzepte für Ihre Projekte schnell testen können. Das bedeutet Kosteneinsparungen in der IT-Beschaffung, insbesondere bei der Arbeit mit neuen Anwendungen, die später schnell skaliert werden können.
  • Wettbewerbsvorteil: Da Sie sich keine Sorgen um die Wartung der Infrastruktur, die Aktualisierung der Systeme oder die Erstellung von Backups machen müssen, können Sie sich ausschließlich auf die Arbeit mit den Cloud-basierten Anwendungen konzentrieren. Dies bringt Ihnen einen erheblichen Vorteil gegenüber Wettbewerbern, die nicht über die gleiche Technologie verfügen oder die diese haben, aber ihre Aufmerksamkeit auf diese anderen Aufgaben aufteilen müssen, um die Systeme am Laufen zu halten.

Die Kombination dieser und anderer Vorteile macht Cloud Computing für Unternehmen jeder Größe unwiderstehlich. Deshalb nutzen so viele von ihnen diese Technologien auf die eine oder andere Weise, denn Cloud Computing bietet mehrere Vorteile, die man je nach Bedarf abrufen kann.

Was können wir für die Zukunft des Cloud Computing erwarten?

Wir haben bereits gesagt, dass Cloud Computing immer größer werden wird, da immer mehr Unternehmen, Organisationen und Einzelpersonen entdecken, wie es ihren speziellen Zwecken dienen kann. Aber das ist nicht das Einzige, was diese Technologie erwartet. Es gibt noch andere Trends, die die Art und Weise, wie Sie mit digitalen Tools arbeiten, sicherlich verändern werden, einschließlich:

  • Der Aufstieg der hybriden Multi-Clouds: Obwohl die Kombination aus Public und Private Clouds bereits in mehreren Unternehmen vorhanden ist, wird sich der Kreis in naher Zukunft schließen, indem sie die Ressourcen vor Ort bündeln und ihre breite Akzeptanz erhöhen.

    Neueren Untersuchungen zufolge sind nur kleine Teile der Unternehmensprozesse in die Cloud übergegangen. Der Großteil hat dies immer noch nicht getan, weil die Leistung und die gesetzlichen Anforderungen für Unternehmen, die Workloads mit sensiblen Daten im Haus halten, nicht erfüllt sind. Gerade in Deutschland ist das immer ein Thema.

    Aber wenn die Cloud-Sicherheit verbessert wird, wird die hybride Multi-Cloud die beste Alternative sein, da sie die Leistungsfähigkeit von privaten und öffentlichen Clouds, Ressourcen verschiedener Anbieter und den Fokus auf das lokale Umfeld, in einer Lösung vereint.

  • Starker Fokus auf Datensicherheit: Datensicherheit und Datenschutz sind für jeden, der einen Wechsel in die Cloud in Betracht zieht, eines der Hauptanliegen. Deshalb könnte die Einführung der Allgemeinen Datenschutzverordnung (GDPR) als Wendepunkt für Cloud Computing fungieren. Mit ihrem erweiterten territorialen Geltungsbereich und der Durchsetzung des Konzepts Privacy by Design will die von der EU unterstützte Verordnung sensible Daten bereits bei der Einführung von Online-Systemen schützen.

    Und obwohl die Verordnung von der Europäischen Union vorangetrieben wird, zeigt die Realität, dass ihre Auswirkungen weltweit spürbar sein werden. Das liegt daran, dass es die Art und Weise, wie Entwickler Sicherheit in digitalen Tools verstehen und wie sie sie in ihre Kreationen umsetzen, neu gestalten wird.

  • Edge Computing rückt ins Rampenlicht: Das beeindruckende Wachstum des Cloud Computings in den letzten Jahren hat die Big Player (Amazon, Microsoft, Google und IBM) in eine schwierige Lage gebracht. Da die Technologie auf der Zentralisierung von Ressourcen basiert, haben die Cloud-Anbieter bereits so weit wie möglich alles zentralisiert.

    Das bedeutet, dass es nicht mehr viel “Raum” zum Wachsen gibt. Die Lösung für diese Unternehmen ist nun: ab mit der Rechenpower hin zu den Daten.

    Edge Computing bedeutet also, dass die Compute-Ressourcen näher an der Quelle der Daten liegen (also bei Ihnen). Anstatt immer mit der Cloud zu kommunizieren, werden Sie mit einer engeren Ressource verbunden, die nur bei Bedarf in die Cloud integriert wird.

    Das perfekte Beispiel dafür sind selbstfahrende Autos, die nicht warten können, bis eine Remote-Server-Antwort eintritt. Sie fahren selbst, indem sie eine zentralisierte Software im Auto verwenden, die sich nur mit der Cloud verbindet, um Updates und Feedback zu erhalten. In diesem Modell wird der Großteil der Verarbeitung näher an der Quelle durchgeführt, während natürlich immer noch andere wichtige Bereiche von der Cloud übernommen werden.

  • Cloud-bedingte Veränderungen in Unternehmen: Da Unternehmen hybride Multi-Clouds einsetzen, müssen sie sich an die vielfältigen Herausforderungen des neuen Szenarios anpassen. Eine der wichtigsten ist die Besetzung der Rollen, die für die Verwaltung der neuen Cloud-Modelle erforderlich sind. Jobs wie Cloud Manager, Cloud Broker und Cloud Architect werden in diesem Zusammenhang immer häufiger vorkommen.

    Darüber hinaus wird dies zu Verschiebungen in der Zusammensetzung der neuen Teams führen. Neueinstellungen im IT-Personal müssen unter anderem Menschen mit neuen Fähigkeiten wie Automatisierung, API-Management, Datenintegration und plattformübergreifender Tool-Erfahrung berücksichtigen. Das bedeutet auch, dass die neuen Mitglieder ihre neuen Perspektiven in Unternehmen mit etablierten Kulturen einbringen müssen.

Fazit

Cloud Computing ist für viele Unternehmen nicht nur die Zukunft – es ist schon jetzt da und nicht mehr wegzudenken. Viele Unternehmen stellen aufgrund ihrer vielfältigen Vorteile auf die Cloud um: niedrigere Infrastrukturkosten, Wettbewerbsvorteile, erhöhte Sicherheit, elastische Ressourcen und regelmäßige Updates. Außerdem bieten die bekanntesten Anbieter Garantien, damit die Nutzer den Wechsel mit Vertrauen vollziehen können.

Darüber hinaus gestalten diese großen Unternehmen die Zukunft des Cloud Computing neu, um noch mehr Funktionen in die Cloud zu bringen. Intelligente Objekte, Blockchain-basierte Lösungen, KI-basierte Erkenntnisse und verbesserte Leistung sind nur einige der Dinge, die diese Unternehmen in den kommenden Jahren ausmachen werden.

Außerdem wird der Aufstieg hybrider Multi-Clouds die Wahrnehmung von Cloud Computing für immer verändern. Es wird Unternehmen neue Rollen bringen, einen stärkeren Fokus auf Sicherheit und das Aufkommen von Edge Computing, das neue Möglichkeiten an und für sich bringt.

Alles in allem ist Cloud Computing ein starker Verbündeter für jedes Unternehmen, ob groß oder klein. Der Markt ist reif für jeden, der bereit ist, den Sprung zu wagen, denn es gibt mehrere leistungsstarke Alternativen, ständig wachsende Funktionen und eine vielversprechende Zukunft, die dieses Jahr als eine der besten für den Wechsel markiert. Sprechen Sie mit uns.

Folge mir

Jens Hagel

Geschäftsführer bei hagel IT-Services GmbH
Gründer und Inhaber der Firma hagel IT-Services GmbH in Hamburg. Natürlich leidenschaftlicher Technikfan und immer auf der Suche nach Verbesserungen.
Jens Hagel
Folge mir

Kommentarbereich geschlossen.