#28 – Outlook im neuen Gewand
Philip Kraatz und Dennis Kreft diskutieren über die zunehmenden Anrufe von Betrügern, die sich als Europol-Mitarbeiter ausgeben, und geben Tipps, wie man sich davor schützen kann. Außerdem stellen sie den neuen Outlook-Client vor, der eine bessere Integration mit Microsoft-Diensten verspricht.
Das lernen Sie in dieser Folge
- Bei Anrufen von unbekannten Nummern sofort auflegen und keine Daten preisgeben.
- Rufnummern auf Blacklists setzen, um zukünftige Anrufe zu vermeiden.
- One Outlook integriert verschiedene Microsoft-Dienste in einem schlanken Client.
- Der neue Outlook-Client könnte die bestehende Mail-App in Windows ersetzen.
- Teams-Integration in One Outlook könnte die Nutzung mehrerer Apps reduzieren.
Kapitel
Die heutige Folge startet mit einem aktuellen Thema aus dem Bereich IT-Sicherheit.
Seit einigen Wochen kommt es vermehrt zu betrügerischen Anrufen von angeblichen Europol-Mitarbeitern.
Die Anrufer erklären am Telefon, dass persönliche Daten gestohlen wurden damit jetzt Straftaten begangen werden.
Im weiteren Gesprächsverlauf versuchen die Anrufer an persönliche Daten und möglicherweise auch an Geld zu gelangen.
Die dabei gewonnenen Daten der Opfer sollen anschließend für Social Engineering Angriffe verwendet werden.
Das zweite Thema dreht sich um einen neuen Outlook Client. Microsoft arbeitet bereits seit einiger Zeit an einem Programm namens One Outlook, welches die Standard Mail und Kalender Apps ersetzen soll.
Wir haben den neuen Client vorab getestet und teilen unsere Erfahrungen.
Zitate, die
sitzen.
Das Schöne ist, es gibt Verknüpfungen mit OneNote, To-Do-Lists und Kalender.
Volltext-Transkript
1.656 Wörter · 36 Sprecher-Blöcke
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Hallo und herzlich willkommen zum hagel IT Podcast Folge 28. Heute mit einem gar nicht so witzigen Thema, glaube ich. Denn es mir ist was passiert. Ich habe einen Anruf bekommen heute.
Von? Ist ja erstmal nicht schlimm. Also du hast angefangen mit einem nicht so witzigen Thema.
Genau. Ich habe einen Anruf bekommen, und zwar einen Anruf von einer Handynummer, die ich nicht kannte. Das fand ich immer schon ein bisschen merkwürdig, aber gut kommt vor. Und dann bin ich reingegangen und dann hat sich jemand gemeldet und sich als Mitarbeiter von Europol ausgegeben.
Auf Deutsch oder auf Englisch?
Tatsächlich auf Englisch, ja. Ist ja auch Europol, kann man ja auch dann… Ja, absolut. Genau, Europol-Mitarbeiter. Und ja, da habe ich dann natürlich so ein bisschen… Ich wusste vorher schon, was mich erwartet. Aber ich habe das gedacht, vielleicht nehmen wir es hier mal auf, weil das eine Sache ist, die vielleicht nicht jedem was sagt. Also, ist ein Thema, was jetzt die letzten Wochen immer häufiger passiert, nämlich das Anrufbekommen von solchen mutmaßlichen Europol-Mitarbeitern, die natürlich keine sind. Und worum geht es in diesen Anrufen? Es geht natürlich darum, an Geld zu kommen, an Daten zu kommen.
Ja, spannend, oder? Also wir haben quasi wieder den direkten Angriff auf das schwächste Glied der Kette, nämlich den Mensch.
Ja, genau. Was versuche ich zu bekommen? Einmal natürlich irgendwie Zugriff auf Finanzdaten, also an Geld zu kommen und natürlich auch Daten, denn mit diesen Daten, die man dort möglicherweise gewinnt, was kann man da machen? Man kann möglicherweise sogenannte Social Engineering Angriffe fahren, heißt sich über die dort ergaunerten Daten dann Zugang zu anderen Diensten verschaffen, sei es eben über Geburtsdaten, die man erfahren hat oder, oder, oder. Ist also schon relativ gefährlich. Was kann man machen, wenn man so einen Anruf bekommt?
Im besten Fall geht man nicht ran oder legt direkt auf.
Genau. Also in meinem Fall war es halt eine deutsche Handynummer. Da geht man möglicherweise erst mal ran, weil man denkt, naja, könnte auch jemand sein, der vielleicht eine neue Handynummer hat, die man noch nicht kennt oder ähnliches. Aber genau, dann halt direkt auflegen.
Ich glaube, man fährt noch mal einen Schritt zurück. Man muss da an dieser Stelle vielleicht noch mal ganz deutlich sensibilisieren auch. Du hast ja gesagt, die versuchen dann durch sogenannte Social Engineering an so, ich sag mal, so Keywords aus dem Alltag zu kommen, um daraus etwaige Zugänge irgendwie rekonstruieren oder zu konstruieren, konstruieren zu können.
Und, ähm ...
man stuft es vielleicht immer so ein bisschen banal ab und sagt, was soll da schon für Infos bei Ruppen kommen. Und es reichen eben so Dinge, wie du schon gesagt hast, irgendwie Geburtsdaten, Name des Hundes, von mir aus Name der Kinder etc. Ich glaube, dass man sich echt im Klaren darüber sein sollte, dass man mit solchen Informationen immer vorsichtig sein sollte. Bitte.
Ja, auf jeden Fall. Da kann relativ schnell was echt Unangenehmes draus entstehen.
Vielleicht noch kurz zu dem Hintergrund. Man kennt das ja von so Internetseiten, wo man sich anmeldet, Dienste, wo man sich anmeldet, dass es ja immer diese Passwort zurücksetzen Fragen gibt. Und darauf zielt das Ganze eben im Wesentlichen ab. Wie ist deine erste
Schule? Wie ist dein erstes Haustier? Ja, genau. Was kann man noch machen? Also auflegen, haben wir schon gesagt, ganz wichtig. Auf keinen Fall irgendwelche Daten rausgeben und im besten Fall irgendwie die Nummer notieren. Man kann bei vielen Telefonen auch Nummern auf Blacklists setzen, dass die da einfach nicht mehr durchgestellt werden bzw. nicht mehr digitalisiert werden. Das kann man damit auch direkt machen. Genau, ansonsten kann man natürlich auch mit dieser Rufnummer und dem Zeitpunkt des Telefonats Anzeige erstatten. Bzw. man kann die Rufnummer auch bei der Bundesnetzagentur melden, die dann eben auch prüfen, ob sie gegebenenfalls dort entsprechende Schritte einleiten können, um die Rufnummer sperren zu lassen. Exakt. Aber erstmal sofort Hilfemaßnahme ist halt, Rufnummer auf die Blacklist setzen. Telefon habe ich auch gemacht, habe ich zugegebenermaßen vor ein paar Wochen auch schon mal gemacht, jetzt war es eine Nummer.
Das ist nicht die erste Nummer auf der Blacklist.
Aber ein paar Wochen lang ist Ruhe, genau.
Ja, aber ganz spannend, dass man daran auch sieht, dass nicht immer nur zwingend irgendwie große, kleine, mittelständische Firmen das Ziel sind, primär, sondern dass eben auch, ich sage mal, der kleine Mann angerufen wird.
Ja, also jeder, der irgendwie einen Zugang hat zum Internet, zu Telefon, zu E-Mail.
Ist potenzielles Ziel.
Ist potenzielles Ziel, genau.
Ja. Was hat sich noch getan? Der Titel der Folge, unserer 28. Folge, lautet Outlook im neuen Gewand. Ja. Was ist passiert?
Was passiert? Outlook hat einen neuen Mail-Client, wenn man so will. Es gibt einen neuen Mail-Client für Office 365, der in den Startlöchern steht.
Du darfst ihn schon testen, hast du mir verraten, vorab.
Ja, es gibt eine Anwendung, die heißt One Outlook, zumindest derzeitige Projekttitel wohl noch so. Und die, ja, gibt es jetzt so ein bisschen, gab es schon erste Bilder dazu immer mal wieder und ich habe sie jetzt seit, genau genommen seit heute auf meinem PC installiert. Also es ist noch nicht wirklich lang. Ich habe auch heute den ganzen Tag damit schon gearbeitet. Und ja, spannend, was Microsoft davor hat. Jeder, der vielleicht schon mal die Outlook-App auf dem Mobilgerät verwendet hat, also iPhone oder Android-Telefon, oder auch die Outlook-Web-App benutzt hat.
Ich glaube, der ähnelt es schon sehr. Also im traditionellen Outlook-Web-Access, da kann man schon sagen, das ist im Prinzip fast eine 1-zu-1-Version davon als Desktop-App.
Genau, der wird das Design wiedererkennen. Ein relativ schlicht gehaltener Client, wie man das von aktuellen Apps so kennt. Und das Schöne ist eben dann, es gibt Verknüpfungen mit OneNote, mit To-Do-Lists, mit Kalender, die sich alle so ganz gut integrieren. An der Seite, man versucht also offensichtlich irgendwie so die verschiedenen Microsoft-Dienste in einen Client zu integrieren. Meine Vermutung war seit längerer Zeit, dass Teams irgendwann dieser Client wird. Aber Microsoft hat sich offenbar dazu entschieden, nochmal einen neuen Client zu entwickeln. Und derzeit ist es so, dass Teams auch integriert ist, aber über nicht mehr als einen Button, den ich anklicken kann, öffnet sich meine Teams-App. Aber ich könnte mir auch vorstellen, dass da vielleicht noch ein bisschen mehr kommt. In jedem Fall sehr übersichtlich, sehr schlank gehalten, lässt sich ein bisschen anpassen Ich bin gespannt, was Malkus da noch draus macht.
Ich glaube, die Herangehensweise ist ganz cool, ehrlicherweise. Ich gehöre, glaube ich, und ich glaube das nicht als Einziger, zu den Menschen, die nämlich Outlook ... tendenziell eher einfach nur dazu benutzen, ihre Termine zu verwalten und E-Mails zu empfangen und zu schreiben. Und machen wir uns nichts vor, dazu ist Outlook in der Form, wie man es kennt aus dieser Office Suite, so wie man es installiert, einfach viel zu mächtig. Also es kann halt viel, viel mehr als eben nur das. Und ich möchte behaupten, dass ich eben und wahrscheinlich auch vermutlich mehr als die Hälfte aller Nutzer das meiste überhaupt nicht kennen, wertschätzen, wie auch immer. Und ich glaube, dass wir dann quasi, wenn ich mich mal mit einbeziehe, die Zielgruppe sind für einen etwas schlankeren Outlook-Client?
Ja, genau. Schlanker ist sicherlich ein wichtiger Punkt. Und vor allen Dingen bin ich immer Fan davon, möglichst wenige Apps verwenden zu müssen. Ich mag das nicht, wenn ich irgendwie 30 Apps aufhaben muss, damit ich hier meinen Tag bestreiten kann. Und genau in die Kerbe schlägt der Client dann vermutlich ja auch, dass man eben da die typischen Dinge, die man um seine Mails noch drumherum braucht, eben auch mit integriert hat. Man hat den Kalender direkt in der Seitenleiste mit drin, man hat To-Do-Lists mit drin, man hat eine One-Note-Integration, bei der man gleich eben auch Notizen mit abrufen kann oder eben auch schreiben kann. Und das macht das eben dann wirklich so zu einer universellen Schaltzentrale, wenn man so will. Und ich hoffe, dass ein bisschen Teams wirklich auch noch mit reinzieht, weil dann hätte man damit wirklich viele Apps erschlagen, die man sonst einzeln öffnen und bedienen muss.
Ja, das wird auch zu 100% die Intention sein. Ziel seien es Microsoft, wird es sein, Person X startet morgens seinen Rechner, startet One Outlook, hat alles, was er braucht. Man muss im besten Fall zwangsläufig noch Teams nebenbei starten. Und alles andere ist dann halt so oder so außerhalb des Microsoft-Kosmos.
Genau, ein bisschen Zeit hat Microsoft ja auch noch. Momentan geht man davon aus, dass die das zum Herbst dann offiziell rausbringen, den Client. Von daher, ein bisschen Wochen gehen noch ins Land, da wird sicherlich noch einiges kommen.
Jetzt ganz kurz, wird das, ich weiß nicht, ob du das weißt, wird das den klassischen Windows Mail Client ersetzen? Oder soll das den ersetzen? Ist das so die Zielvorgabe im weitesten Sinne?
Also ich glaube nicht, dass es Outlook ersetzen wird, aber es gibt ja in Windows 10 und Windows 11 immer eine integrierte Mail-App und auch eine Kalender-App und ich könnte mir vorstellen, dass zukünftig One Outlook die App dann sein wird, die ausgeliefert wird in der Grundinstallation anstatt dieser beiden Programme. Outlook wird Microsoft dadurch glaube ich nicht ersetzen.
Nein, das denke ich auch nicht. Also dafür ist wahrscheinlich der Markt für die etwas weniger als die andere Hälfte sozusagen der Leute doch noch zu groß.
Genau. Zumal auch die Frage ist, wie sich das dann zukünftig verhält mit Integration in dritte Programme, Add-ins, Plugins, die hier derzeit eben auch noch nicht vorhanden sind. Da ist sicherlich noch einiges an Markt dann auch da für den Standard Outlook Client.
Ja prima, ja sehr cool. Gute, gute, gute News eigentlich. Also für mich, für mich gute News. Ich werde es sehr wahrscheinlich nutzen, wenn es mir dann auch zur Verfügung steht, spätestens im Herbst. Und ja, vielen Dank. Dann bis nächste Woche. Bis nächste Woche.