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2. April 2026 9 Min.

Terminal Server ablösen: Azure Virtual Desktop als moderne Alternative

Jens Hagel
Jens Hagel in Cloud

Inhalt in Kürze

  • Terminal Server (RDS) funktionieren noch, aber Microsoft steuert klar Richtung Azure Virtual Desktop als Nachfolger.
  • AVD läuft komplett in der Azure Cloud – keine lokale Hardware, automatische Skalierung, Pay-as-you-go-Abrechnung.
  • Unternehmen mit Microsoft 365 Business Premium oder E3 haben die AVD-Zugangslizenz bereits inklusive.
  • hagel IT betreut beide Welten – und begleitet die Migration von RDS zu AVD zum Festpreis.

Ihr Terminal Server läuft seit Jahren stabil. Die Mitarbeiter verbinden sich per Remote Desktop, starten ihre Branchensoftware, arbeiten damit. Kein Grund zum Wechseln – bis die nächste Hardware-Erneuerung ansteht. Oder bis Microsoft die Spielregeln ändert.

Genau das passiert gerade. Microsoft unterstützt Microsoft 365 Apps auf Windows Server 2019 nur noch bis Oktober 2025. Auf Windows Server 2022 bis Oktober 2026. Wer danach Office auf einem Terminalserver nutzen will, braucht mindestens Windows Server 2025 – oder denkt gleich über Azure Virtual Desktop nach.

Terminal Server vs. Azure Virtual Desktop: Was unterscheidet die beiden?

Ein klassischer Terminal Server mit Remote Desktop Services (RDS) steht bei Ihnen im Büro oder im Rechenzentrum. Sie kaufen die Hardware, installieren Windows Server, richten Benutzerprofile ein, kümmern sich um Updates und Backups. Funktioniert – solange alles funktioniert.

Azure Virtual Desktop (AVD) — ehemals Windows Virtual Desktop — verlagert genau diese Infrastruktur in die Microsoft Cloud. Die Session Hosts laufen auf Azure Virtual Machines. Microsoft verwaltet den kompletten Control Plane: Broker, Gateway, Diagnostics, Lizenzierung. Sie kümmern sich nur noch um Ihre Anwendungen und Benutzer.

KriteriumTerminal Server (RDS)Azure Virtual Desktop
StandortLokaler Server / RechenzentrumAzure Cloud (Frankfurt/Berlin)
HardwareEigene Anschaffung alle 4-5 JahreKeine – Pay-as-you-go
SkalierbarkeitBegrenzt durch physische HardwareSkalierbare Ressourcen per Mausklick
BetriebssystemWindows Server (Multi-Session)Windows 10/11 Enterprise Multi-Session
Microsoft 365 IntegrationEingeschränkt (Supportende beachten!)Nativ – Teams, OneDrive, Intune
SicherheitEigenverantwortungZero Trust, Conditional Access, MFA
LizenzkostenRDS-CALs + Server-LizenzIn M365 E3/E5/Business Premium enthalten
Gut zu wissen:

Windows 10 und Windows 11 Multi-Session gibt es ausschließlich in Azure Virtual Desktop. Auf einem klassischen Terminalserver läuft nur Windows Server als Betriebssystem. Für Benutzer fühlt sich AVD deshalb wie ein normaler Windows-PC an – nicht wie ein Server.

Wann der klassische Terminalserver noch Sinn macht

Nicht jedes Unternehmen muss sofort in die Cloud. Ein lokaler Terminal Server mit RDS kann die richtige Wahl sein, wenn:

  • Sie eine Branchensoftware betreiben, die ausschließlich im lokalen Netzwerk funktioniert (z. B. ältere ERP-Systeme mit lokaler Datenbank).
  • Ihre Internetanbindung instabil oder zu langsam ist (unter 50 Mbit/s symmetrisch).
  • Sie bereits in aktuelle Server-Hardware investiert haben und die Abschreibung noch läuft.

Selbst dann empfehlen wir, parallel eine AVD-Pilotumgebung aufzusetzen. Der Umstieg kommt – die Frage ist nur wann.

Azure Virtual Desktop: Was macht es besser?

Keine Hardware, keine Investitionszyklen

Schluss mit Server-Beschaffung alle vier bis fünf Jahre. In AVD buchen Sie Rechenleistung nach Bedarf. Brauchen Sie mehr Arbeitsplätze? Neue virtuelle Desktops sind in Minuten bereitgestellt. Projekt vorbei? Runterskalieren. Sie zahlen nur, was Sie nutzen – pro Sekunde, ohne langfristige Verpflichtung.

Automatische Skalierung

AVD skaliert die Anzahl der Session Hosts automatisch. Morgens um 8 Uhr melden sich 30 Benutzer an? Die VMs fahren hoch. Ab 18 Uhr sind nur noch 5 aktiv? Die restlichen VMs werden heruntergefahren. Das spart laut Microsoft bis zu 40 % der Compute-Kosten gegenüber statisch provisionierten Umgebungen.

Sicherheit auf Enterprise-Niveau

Klassische Terminalserver sind oft das schwächste Glied in der IT-Infrastruktur. RDP-Port 3389 offen im Internet, keine Multi-Faktor-Authentifizierung, veraltete Gruppenrichtlinien, fehlende Sicherheitsupdates. AVD setzt auf Zero Trust: Conditional Access, Microsoft Entra ID (ehemals Azure AD), Endpoint-Schutz und integriertes Monitoring. Die Virtualisierung der Desktops und Apps in der Cloud bedeutet: Daten bleiben zentral gesichert – nicht auf dem Client-Gerät. Ob Windows oder Linux als Host-Betriebssystem: AVD unterstützt beides.

40 %
Kosteneinsparung durch automatische Skalierung
2029
Support-Ende für M365 Apps auf Windows Server 2025
0 €
AVD-Zugangslizenz mit M365 Business Premium

Nahtlose Microsoft 365 Apps und Integration

Teams-Videokonferenzen auf einem klassischen Terminal Server? Ruckelig bis unbrauchbar. In AVD läuft Microsoft Teams mit Media Optimization direkt auf dem Endgerät – flüssig und in HD. Dazu kommen OneDrive, SharePoint, Microsoft 365 Apps – alles nativ integriert, ohne Workarounds. Jede virtuelle Anwendung profitiert von der optimierten Anbindung an die Azure-Infrastruktur.

Citrix, VMware oder AVD – was ist die richtige Wahl?

Der Markt für Virtual Desktop Infrastructure (VDI) ist groß. Wer seinen Terminal Server ablösen will, stößt schnell auf drei Namen: Citrix Virtual Apps and Desktops, VMware Horizon und Azure Virtual Desktop.

Citrix ist die richtige Wahl für große Konzerne mit Multi-Cloud-Strategien und komplexen Anforderungen an Session-Recording, App-Layering und granulare Policies. Aber: Citrix ist teuer und komplex in der Verwaltung.

Für mittelständische Unternehmen in Hamburg und Norddeutschland, die ohnehin Microsoft 365 nutzen, ist AVD fast immer die bessere Wahl. Kein zusätzlicher Lizenzaufwand, native Integration, weniger Verwaltungsaufwand. VMware Horizon hat seit der Broadcom-Übernahme zudem an Attraktivität verloren.

Tipp:

Prüfen Sie Ihre bestehenden Microsoft-Lizenzen. Wer Microsoft 365 Business Premium, E3 oder E5 hat, kann Azure Virtual Desktop ohne zusätzliche Zugangslizenz nutzen. Die einzigen Kosten sind die Azure-Compute-Ressourcen.

Windows 365 vs. Azure Virtual Desktop: Cloud-PCs im Vergleich

Neben Azure Virtual Desktop bietet Microsoft mit Windows 365 eine weitere cloudbasierte Alternative zu klassischen Terminalservern. Der Unterschied: Windows 365 stellt jedem Benutzer einen festen Cloud-PC bereit — einen persönlichen, virtuellen Desktop in der Microsoft Azure Cloud, der immer verfügbar ist.

Während AVD auf geteilte Session Hosts und automatische Skalierung setzt, funktioniert Windows 365 nach dem DaaS-Prinzip (Desktop as a Service): Ein Benutzer, ein Desktop, ein fester Preis. Keine schwankenden Azure-Kosten, keine Autoscaling-Regeln — dafür weniger Flexibilität bei der Skalierung.

Wann Windows 365 die bessere Wahl ist:

  • Kleine Teams unter 20 Mitarbeitern, die einen einfachen, verwaltungsarmen Cloud-Desktop brauchen.
  • Unternehmen, die keine virtuelle Desktop-Infrastruktur (VDI) selbst verwalten möchten.
  • Szenarien, in denen jeder Benutzer seine eigene Anwendungsumgebung mit Windows 10 Enterprise oder Windows 11 benötigt.

Wann AVD die bessere Wahl bleibt:

  • Ab 20+ gleichzeitigen Benutzern — hier zahlt sich die automatische Skalierung aus.
  • Wenn SaaS-Anwendungen und klassische Desktop-Anwendungen auf der gleichen Plattform laufen sollen.
  • Für Unternehmen, die ihre Microsoft Azure Infrastruktur zentral steuern und optimieren wollen.

Compliance und Datenschutz in der Cloud

Ein häufiger Einwand gegen den Umstieg von Terminalservern in die Cloud: „Dürfen unsere Daten überhaupt in die Cloud?” Die Antwort: Ja — wenn die Konfiguration stimmt.

Microsoft Azure betreibt Rechenzentren in Frankfurt und Berlin. Alle Daten in Azure Virtual Desktop und Windows 365 können in deutschen Rechenzentren gespeichert werden — DSGVO-konform. Dazu kommen Conditional Access Policies, Multi-Faktor-Authentifizierung via Active Directory und verschlüsselte Verbindungen.

Für regulierte Branchen wie Kanzleien, Steuerbüros oder Arztpraxen ist das ein entscheidender Vorteil gegenüber klassischen Terminalservern, die oft ohne verschlüsselte Verbindung im lokalen Netzwerk betrieben werden.

So läuft die Migration von RDS zu Azure Virtual Desktop

  1. Bestandsaufnahme: Welche Anwendungen laufen auf dem Terminal Server? Welche davon sind cloud-fähig, welche brauchen besondere Konfiguration? Wie viele Benutzer arbeiten gleichzeitig?
  2. Pilotphase: Wir setzen eine AVD-Umgebung mit 3 bis 5 Test-Benutzern auf. Ihre Branchensoftware wird getestet, Druckeranbindung geprüft, Performance gemessen.
  3. Netzwerk & Sicherheit: Conditional Access Policies, MFA-Konfiguration, ggf. VPN oder ExpressRoute für hybride Szenarien mit lokalen Ressourcen.
  4. Rollout: Schrittweise Umstellung der Benutzer. Alte RDS-Umgebung bleibt als Fallback aktiv, bis alle migriert sind.
  5. Optimierung: Autoscaling-Regeln feintunen, Kosten-Monitoring einrichten, nicht benötigte VMs identifizieren und abschalten.

Die Dauer hängt von Ihrer Umgebung ab. Für ein Unternehmen mit 15 bis 40 Arbeitsplätzen rechnen wir typischerweise mit 3 bis 6 Wochen – davon der Großteil Planung und Tests.

Aus der Praxis

Die meisten unserer Neukunden haben Microsoft 365 bereits — nutzen aber nur E-Mail und vielleicht Word. Da liegt so viel Potenzial brach: Teams, SharePoint, Intune, Autopilot. Wir helfen, das freizuschalten.

Jens Hagel Jens HagelGeschäftsführer, hagel IT-Services GmbH

Ein Hamburger Handwerksbetrieb mit 25 Mitarbeitern kam zu uns, weil sein Windows Server 2016 aus dem Support lief. Neue Hardware hätte rund 15.000 Euro gekostet – plus Lizenzen, plus Einrichtung. Stattdessen haben wir die komplette Umgebung in Azure Virtual Desktop migriert. Die Mitarbeiter arbeiten jetzt mit Windows 11 Multi-Session, greifen von überall auf ihre Branchensoftware zu und die monatlichen Kosten liegen unter dem, was der alte Server an Wartung verschlungen hat.

Was mich bei unserem alten Dienstleister wahnsinnig gemacht hat: Jeden Monat andere Kosten. Mal 200 Euro, mal 2.000. Wir brauchen Planbarkeit — Festpreise, die von Anfang an klar sind.

Patrick Müller · Geschäftsführer, Werbeagentur, 8 Mitarbeiter

Kosten: Was kostet Azure Virtual Desktop wirklich?

Die AVD-Kosten setzen sich aus zwei Teilen zusammen:

  1. Azure-Compute: Die virtuellen Maschinen, auf denen Ihre Desktops laufen. Abhängig von CPU, RAM und Laufzeit. Mit Autoscaling und Reserved Instances lässt sich hier viel sparen.
  2. Lizenzen: Wer Microsoft 365 E3, E5 oder Business Premium hat, zahlt keine zusätzliche AVD-Zugangslizenz. Nur die Azure-Infrastruktur wird berechnet.

Für ein typisches KMU mit 20 Arbeitsplätzen landen wir erfahrungsgemäß bei 30 bis 80 Euro pro Benutzer und Monat – je nach Anforderung an Rechenleistung und Speicher. Das ist flexibel skalierbar und jederzeit anpassbar.

Das Wichtigste: Der klassische Terminal Server hat noch nicht ausgedient – aber seine besten Tage sind vorbei. Wer Microsoft 365 nutzt, hat mit Azure Virtual Desktop eine skalierbare, sichere und kosteneffiziente Alternative. Die Migration lohnt sich besonders, wenn die nächste Hardware-Erneuerung ansteht oder der Windows Server aus dem Support läuft.

Ihr nächster Schritt

Sie überlegen, Ihren Terminal Server abzulösen? Oder wollen erst mal wissen, ob sich AVD für Ihre Situation lohnt? Wir beraten Sie herstellerunabhängig – und betreuen beide Welten: klassische RDS-Umgebungen und Azure Virtual Desktop.

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Mehr zum Thema Cloud-Migration lesen Sie in unserem Überblick zu Cloud-Services für den Mittelstand. Und wenn IT-Sicherheit bei Ihrer Planung eine Rolle spielt – was sie sollte – finden Sie hier unseren Leitfaden zur Cybersecurity für Unternehmen.

Jens Hagel
Jens Hagel
Geschäftsführer, hagel IT-Services GmbH

Seit 2004 begleite ich Hamburger Unternehmen bei der IT-Modernisierung. Microsoft Solutions Partner, WatchGuard Gold Partner, ausgezeichnet als Deutschlands bester IT-Dienstleister 2025 (Brand eins/Statista). Wenn Sie IT-Fragen haben, bin ich direkt erreichbar.

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Häufig gestellte Fragen

Azure Virtual Desktop ist ein Cloud-Dienst von Microsoft, der virtuelle Windows-Desktops und Anwendungen zentral in der Azure Cloud bereitstellt. Benutzer greifen von jedem Gerät auf ihren Desktop zu – ohne lokalen Terminal Server.

Ja. AVD unterstützt klassische Windows-Anwendungen – inklusive Legacy-Software, die auf einem Terminal Server läuft. Wir testen Ihre Anwendungen vor der Migration in einer Pilotumgebung.

Für ein Unternehmen mit 10 bis 40 Arbeitsplätzen rechnen wir mit 3 bis 6 Wochen. Davon entfällt ein Großteil auf Planung, Tests und Schulung. Die eigentliche Umstellung passiert am Wochenende.

Die Kosten hängen von der Anzahl der Benutzer und der benötigten Rechenleistung ab. Typisch für KMU: 30 bis 80 Euro pro Benutzer und Monat. Wer bereits Microsoft 365 Business Premium oder E3 lizenziert hat, spart die AVD-Zugangsgebühr komplett.

Ja. Gerade kleine Unternehmen profitieren davon, keinen eigenen Server mehr betreiben zu müssen. Keine Hardware-Investition, kein Serverschrank, kein Wartungsaufwand. Die IT-Infrastruktur wird zur monatlichen Betriebsausgabe.

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