#2 – Alles Backup, oder was?
Backup-Strategien sind entscheidend für die Datensicherheit. Philip Kraatz erklärt, warum externe Festplatten allein nicht ausreichen und welche Rolle Cloud-Backups sowie regelmäßige Wiederherstellungstests spielen.
Das lernen Sie in dieser Folge
- Backups sollten immer außerhalb der Reichweite von Unbefugten aufbewahrt werden.
- Regelmäßige Tests der Wiederherstellung sind unerlässlich, um die Funktionalität des Backups sicherzustellen.
- Cloud-Backups sollten verschlüsselt werden, um Daten vor unbefugtem Zugriff zu schützen.
- Die Backup-Strategie muss an die spezifischen Datenmengen und Workloads des Unternehmens angepasst werden.
- Ein Hybrid-Backup-Ansatz kombiniert lokale und Cloud-Sicherungen für optimale Sicherheit und Geschwindigkeit.
Kapitel
Was zeichnet ein gutes Backup aus? Warum brauche ich eine Feuerwehrübung und warum reicht eine USB Festplatte nicht? Kann ich ein Backup sicher in der Cloud lagern? Alle diese Fragen beantworten wir in Folge 2 unseres hagel IT Podcasts.
Zitate, die
sitzen.
Eine externe Festplatte mit nach Hause nehmen ist natürlich schon mal um ein Vielfaches besser als die Festplatte einfach neben mir liegen lassen.
„Ich kann Maßnahmen ergreifen, wie das Verschlüsseln des Backups im Haus des Kunden.“
„Man sollte in regelmäßigen Abständen die Funktionalität seines erstellten Backups überprüfen.“
„Ein Hybrid-Backup hat den Vorteil, dass der erste Sicherungsjob immer auf den lokalen Speicher erfolgt.“
Volltext-Transkript
3.834 Wörter · 49 Sprecher-Blöcke
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Moin zum HAGEL-IT-Podcast. Mein Name ist Philip Kraatz. Mein Name ist Dennis Kreft. Schön, dass ihr wieder dabei seid. Wir sind nun schon bei unserer zweiten Folge Podcast und hatten uns ja letzte Woche so ein bisschen zur Stadt Schwerin unterhalten und deren Ransomware-Attacke und der Verschlüsselung der Daten und hatten da ja schon angekündigt, dass wir uns nur diese Woche ein bisschen dazu unterhalten wollen. Wie sichere ich denn eigentlich meine Daten, beziehungsweise welche Möglichkeiten habe ich, meine Daten im Falle eines Befeils sozusagen wiederherzustellen? Und genau, deshalb das Thema dieser Woche Backup und Wiederherstellung. Und an dieser Stelle, Philip, vielleicht möchtest du ein, zwei Worte grundsätzlich zum Thema Backup schon mal sagen?
Gerne. Vorab möchte ich mich noch mal bei allen, die die letzte Folge natürlich auch gehört haben, entschuldigen für die Audioqualität. Wir haben, und das wird jedem aufgefallen sein, keine Kosten und Mühen gescheut und haben uns vernünftiges Podcast-Equipment zugelegt. Alle Folgen ab jetzt werden eine vernünftige Audioqualität haben, die kann man dann guten Gewissens zuhören und tut seinen Ohren nichts Schlechtes damit. Genau, jetzt zum Thema generell backup. ja also wir haben letzte woche gesagt, statt Schwerin, das Kind ist im Boden gefallen, die Daten sind verschlüsselt. was gibt es für Möglichkeiten, aus der Situation jetzt wieder rauszukommen? und das erste was man immer tun muss, ist erstmal feststellen, wie groß ist denn der Befall? also wie viele Daten sind jetzt verschlüsselt und welche Systeme, von welchen Systemen geht auch noch eine Bedrohung aus, die muss man separieren voneinander. Man tut dann gut daran, die wirklich befallenen Systeme vom Rest zu trennen und auch neu aufzusetzen. Und dann ist man daran, dass man Backup wiederherstellen muss. Im besten Fall hat man eins, das man verwenden kann und dann macht man eine Wiederherstellung von Servern von PCs, je nachdem was man gesichert hat. Und hat dann hoffentlich in einigermaßen überschaubarem
Zeitrahmen alle Systeme wieder am Laufen. Jetzt hast du gesagt, man muss sehen, dass man die Systeme zügig wieder herstellen kann. Jetzt wäre ja der erste Schritt davor, erst mal das Erstellen eines Backups, beziehungsweise die Tatsache, dass ich ein Backup habe. Jetzt ist es ja so, dass ich sagen kann ich habe hier beispielsweise sowas wie eine externe Festplatte oder eine gesonderte Festplatte für einen Backup in meinem Server. Das sind ja durchaus gängige Praktiken in kleinen bis mittelständischen Unternehmen. Jetzt wäre ja aber in dem Fall der Stadt Schwerin, um das mal aufgreifend weiter zu benutzen, das so gewesen, dass wenn die jetzt sowas in ihrer Struktur gehabt hätten, das ja sehr sehr wahrscheinlich mitverschlüsselt worden wäre,
oder? Absolut. Also erfüllt damit ja auch nicht die die Anforderungen, die so ein Backup erfüllen sollte. Jeder kennt den Spruch außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren. In der IT
kann man sagen außerhalb der Reichweite von Hackern aufbewahren. Und das gilt für alles,
was irgendwie sicher sein soll und Datensicherung angeht. Wobei man eigentlich sagen muss außerhalb der reichweite von unbefugten aufbewahren denn so ein backup ist ja mit das sensibelste was ich habe weil das ist ja so ein bisschen so eine art versicherung wenn wenn alles weg ist und alles kaputt ist mutwillig oder eben aus versehen kann ja auch mal so was eintreten wie ein katastrophen fall also brandschaden ist ja das gängigste was man was man so wenn man katastrophenfall denkt was einem in den Kopf kommt. Aber auch, wir haben es jetzt gerade vor kurzem gesehen, Thema Überschwemmung. Je nachdem wo man jetzt sitzt, wir sind jetzt in Hamburg, auch nicht so ganz weit weg vom Thema Überschwemmung. Auch hier gibt es immer wieder das Thema. Und da muss ich mir natürlich Gedanken machen, wo lagere ich denn so ein Backup überhaupt? Also wo bringe ich das hin, damit für egal welcher Fall eintreten mag, ich dieses Backup nehmen kann und daraus etwas wiederherstellen kann und die Festplatte, die dann neben dem oder auf dem Server liegt, von dem sie sichert und darauf daran angeschlossen ist, erfüllt das Kriterium nicht wirklich.
Gut, jetzt könnte ich ja sagen, ich habe eine externe Festplatte, da mache ich einmal am Tag, einmal die Woche ein Backup drauf und nehme die dann mit nach Hause. Dann ist das ja erstmal außer Reichweite von Unbefugten, würde ich mal behaupten. Würde ich so sagen, dass das in der ausreichend wäre oder sollte man vielleicht zusätzlich noch so was wie einen modernen Cloud Speicher etc. für ein Backup benutzen?
Ja, die Anforderungen an so ein Backup sind ja sehr, sehr unterschiedlich. Es gibt also eigentlich keine pauschale Antwort, wo man sagen kann, für alle Firmen passt diese Variante. Deswegen ist es immer ein Teil von einem Notfallwiederherstellungsplan oder Notfallplan, den man entwickelt mit dem Kunden gemeinsam. Und dann schauen wir, Okay, was sind die Möglichkeiten?
Das hängt unter anderem auch davon ab,
was hab ich denn für Datenmengen? Über was für Datenmengen reden wir? Was müssen wir sichern? Um was für Workloads geht's, die wir sichern? Sichern wir einfache Dateiserver? Sichern wir Applikationsserver? Sind da Datenbanken im Spiel? Das sind ja alles Parameter, die da mit reinspielen. Generell, ja, eine Festplatte, eine externe Festplatte mit nach Hause nehmen, ist natürlich schon mal um ein Vielfaches besser als die Festplatte einfach neben mir liegen lassen. Es mag auch Anwendungsfälle geben, in denen das reicht, aber dennoch habe ich ein Problem. Zum einen ist der Faktor Mensch immer dabei. Das versuchen wir immer ganz gerne zu eliminieren, weil Menschen nur mal Fehler machen. Da reicht schon, dass ich am falschen Tag vergesse, die Festplatte zu wechseln und mitzunehmen. Oder ich bin gerade im Urlaub, bin auf Geschäftsreise oder lasse die Platte nach in der Bahn liegen. Und im schlimmsten Falle habe ich dann nicht nur kein Backup, wenn ich es brauche,
sondern vielleicht sogar jemanden, der diese Backup-Platte an sich nimmt und dann daraus
die Daten wiederherstellt und plötzlich Zugriff auf alle Unternehmensdaten hat. Das heißt, du würdest schon mitgehen bezüglich meiner Frage, wenn man sagt, okay, das ist schön und gut, wir nehmen die Festplatte einmal am Tag oder jeden Tag einmal die Woche mit nach Hause und habe aber als Backup oder als ersten Anlaufpunkt mein Backup in der Cloud. Da wäre jetzt aber tatsächlich die Frage nun habe ich eine mittelmäßige Internetleitung und habe so ein Download von 50 Mbit und ein Upload von 10. Jetzt habe ich aber schon eine Menge Daten die hier bei mir im Unternehmen angefallen sind. Macht es dennoch Sinn? Ist ist es so, dass wirklich dann, ich nenne es mal nur um eine Zahl zu sagen, 500 Gigabyte Daten, ist es denn so, dass wirklich jeden Tag diese 500 Gigabyte in die Cloud geschoben werden oder einmal die Woche oder wie funktioniert das? Genau, also ganz wichtig, da gibt es ganz viele verschiedene Varianten. Typischerweise ist es aber so, bei einer Datensicherung in die Cloud,
sichere ich nicht jeden Tag, also mache ich nicht jeden Tag eine Vollsicherung, bei der ich alle, in deinem Beispiel 500 Gigabyte wirklich jede Nacht einmal hochladen muss. Das wäre ja Irrsinn. Zum einen, weil es halt lange dauern würde und zum anderen, weil ja auch dieser Speicherplatz irgendwo sein müsste und bezahlt werden müsste. Deswegen hat man bei einer Cloud-Sicherung in der Regel einen einmaligen Import, also Initial-Import. Den kann man häufig auf verschiedenen Wegen machen. Ich kann den hochladen, ich kann den auf eine Festplatte exportieren und dann einschicken zu dem jeweiligen Anbieter, der das dann importiert. Und ab da sichere ich jeden Tag nur noch die geänderten Dateiblöcke. Also die geänderten Dateien werden gesichert und das ist häufig ein deutlich geringerer Anteil. Selbst wenn ich sehr sehr viele Daten habe, sind das ja häufig Daten, die ich über einen langen Zeitraum angesammelt habe. Aber die Änderungsrate pro Tag ist häufig nicht sehr hoch. Und das guckt man sich an, schaut, was habe ich für Internet-Anbindung und dann kann man es ausrechnen. Dann kommt man eben drauf und sagt, okay, passt oder passt nicht. Kann natürlich auch sein, dass man an der Stelle sagt, und das ist wieder der Punkt, das passt halt nicht jedes Konzept für jeden. Wenn ich jetzt in einer Designagentur bin und mache sowohl Standgrafik, also Bildbearbeitung, als auch Bewegtbild, nämlich Video, dann habe ich ja deutlich größere Datenmengen, nicht nur, sondern auch größere Dateien, auch viel mehr oder viel größere Änderungen pro Tag. Und da kann es dann wiederum schon sein, dass ich sagen muss, das Cloud-Backup, so wie es für den einen passt,
passt dann für die Designagentur eben nicht mehr. Okay, das verstehe ich. Ich hab tatsächlich noch mal eine Frage beziehungsweise einen Sicherheitsaspekt dieser Thematik, um noch mal das Beispiel der Stadt Schwerin aufzugreifen. Dann haben die sich ja eine Ransomware eingefangen. Und wenn ich das richtig sehe, ist es ja so, Ich kann mir ja die Ransomware im weitesten Sinne einfangen, aber muss das zwangsläufig ja nicht gleich bemerken, beziehungsweise, ich sag mal, diese verschlüsselt ja nicht unmittelbar nach Einfangen meine Daten. Wie kann ich denn sicherstellen, dass, um mal ein Beispiel zu nennen, ich bekomme auf einem Montag die Ransomware in mein System eingespeist, mache fleißig meine Backups und merke dann irgendwann okay, jetzt hat die Ransomware gegriffen, meine Daten sind verschlüsselt. Nun möchte ich mein Backup wiederherstellen. Kann ich in irgendeiner Form sicherstellen, dass ich nicht einen Wiederherstellungspunkt wähle, an dem die Ransomware schon in meinem
System ist? Das hängt sehr stark von der Art des Backups ab. Also was habe ich für ein Backup, wie funktioniert das Ganze? Dafür ist es zum Beispiel auch sehr wichtig, dass ich ein Backup habe, mit dem ich einzelne Elemente wiederherstellen kann. Also nehmen wir mal das Beispiel, wir haben einen Dateiserver, der ist infiziert. Das habe ich aufgrund der Überprüfung herausgefunden, habe gesagt, okay, das ging aus vom Dateiserver. Dann habe ich vielleicht noch herausgefunden, okay, das muss so irgendwann um den Montag herum gewesen sein. Jetzt ist mein letztes Backup aber aufgrund meiner
Sicherungsmethode vielleicht von Dienstag oder von Mittwoch. Das heißt, ich habe gar keinen Backup-Stand
mehr, der alt genug ist, damit das nicht infiziert ist. Das ist erstmal schon mal nicht schön, weil grundsätzlich sollte ich immer ein Backup
haben, was möglichst lange zurückgeht.
Auf der anderen Seite muss man auch mal sagen, was hilft mir das Backup von vor einem Monat, wenn ich es dann wieder herstelle, weil dann fehlt mir auch am Monat an Arbeit. Also die Dateien sind dann ja auch einen Monat alt und je nachdem, was ich darauf mache und
was ich speichere und was ich für Daten habe, kann ein Monat ja schon bedeuten, dann ist
aus und vorbei. Und wenn ich jetzt ein Backup habe, ein System habe, mit dem ich aber zum Beispiel einzelne Dateien wiederherstellen kann, dann kann ich mir ja einen neuen Dateizahler aufsetzen, als Beispiel, und kann dann aus dem Backup nur die Dateien wiederherstellen. Überprüfe die vorher nochmal, bevor ich sie wiederherstelle, auf das neue Live-System und habe dann aber wieder ein sauberes System mit den Dateien mit Stand Mittwoch, Donnerstag, Freitag, je nachdem, wann der Befall bemerkt wurde. Das ist also ein wichtiger Punkt, dass ich auch ein Backup habe, wo ich nicht nur sagen kann, ich stelle den ganzen Server wieder her, sondern wir nennen
es granulare Wiederherstellung. Also dass ich wirklich sagen kann, ich will nur dieses ein
Element haben. Ist ja auch ein gängiger Fall, man hat einen Dateiserver und man stellt irgendwann fest und sagt, oh irgendwie da war hier letzte Woche noch ein Ordner mehr. So und der Ordner
hat jetzt nicht irgendwie unwichtige Daten enthalten, sondern der war schon wichtig,
hat irgendwer gelöscht. Ob nun absichtlich oder versehentlich, was auch immer. Dann will ich ja auch nicht den ganzen Server wiederherstellen müssen, sondern will ich ja eigentlich nur die
Dateien aus diesem Ordner, beziehungsweise diesen ganzen Ordner haben. Und auch dafür brauche ich
halt ein granulares Backup, weil der Aufwand steht sonst halt in keinem Verhältnis. Stimmt.
Okay, also kann man quasi unterm Strich sagen, es ist wichtig, dass ich mich für eine Backup-Methode entscheide dies mir ermöglicht eben auch einzelne teile des gesamt backups im zweifel wieder herstellen zu können und eben nicht darauf angewiesen bin beziehungsweise nicht dazu verpflichtet bin meinen mein gesamtes backup an einem stück wieder herzustellen genau jetzt jetzt hast du tatsächlich 22 themen schon im weitesten sinne angerissen zu denen ich auch noch jeweils eine Frage gehabt hätte. Zum einen sagtest du, ich muss immer in der Lage sein, entweder das gesamte Backup oder zumindest einzelne Teile davon wieder herzustellen. Jetzt unterstellen wir mal, dass ja vermutlich in den meisten Fällen bzw. über den längeren Zeitraum der Gesamt-Backup-Zeit es nicht vorkommt, dass ich in die Situation komme, das Backup wieder herstellen zu müssen. Wie kann ich denn sicherstellen, dass das Backup, was ich erstelle, überhaupt funktioniert? Also ich stelle mir nichts Schlimmeres vor oder nichts schlimmer vor, als dass ich befallen werde, aber ein relativ gutes Gefühl damit habe, weil ich weiß, ich habe ein Backup und im Zweifel stellt sich heraus, dein Backup ist toll oder mein Backup ist toll, aber ich kann es gar nicht
wieder herstellen. Ja, genau deswegen, wenn ich nicht sicherstellen kann, dass dieses Backup alles beinhaltet, was ich brauche, dann ist es nichts wert. Das heißt, das sind so zwei Punkte, die man dabei berücksichtigen muss. Wir haben zum einen den Punkt, dass ich eine regelmäßige Überwachung brauche, also eine kontinuierliche Überwachung des Backups, die mir einfach sagt, sind meine Backup-Aufgaben, wenn ich es täglich mache, also der Backup-Job von gestern, wurde der ausgeführt. Jede Backup-Software hat da eigentlich so eine Methode drin, bei der die zumindest sagt, wurden diese Backup-Aufgaben ausgeführt oder eben nicht. Das sagt ja aber nur aus, dass dieses Backup, so wie es konfiguriert wurde, auch durchgeführt wurde. Das sagt im Zweifel aber auch noch nichts darüber aus, ob das wirklich alles beinhaltet, was ich brauche. Das heißt, ich muss eben auch regelmäßig schauen, beinhaltet das dann alles, was ich benötige. Und das machen wir eben im Rahmen, das hat sich so eingebürgert, den Feuerwehrtest, die Feuerwehrübung. Also die Feuerwehrübung ohne Einsatz von Wasser ist eigentlich eine Notfallübung. Man sagt, wir testen einfach mal das Backup in der Form, dass wir sagen, wir machen mal wieder Herstellungstest. Den kann man unterschiedlich machen. Man kann den so machen, dass man sagt, wir nehmen einfach mal einen beliebigen Ordner, eine beliebige Datei und versuchen, die wiederherzustellen. Beliebig deswegen, damit man einfach sicherstellt, dass man immer was unterschiedliches hat. Oder man macht eben so einen Dicester Recovery Test, also wirklich den kompletten Notfall. Es ist alles ausgefallen, wir müssen alles wiederherstellen. Da braucht man ein bisschen Equipment für, also irgendwie ein System, auf dem man das wiederherstellen kann. Und dann testet man wirklich, kann ich ganze Server wiederherstellen und die dann auch hochfahren. Das ist ein spannender und wichtiger Test, auf jeden Fall, weil man doch immer mal wieder an den Punkt kommt, wo man sagt, da müssen wir noch mal ein bisschen nachjustieren oder vielleicht auch feststellt, und auch das ist ja eine wichtige Erkenntnis, das Wiederherstellen dauert einfach viel länger, als ich das verkraften könnte. Es ist ja sehr unterschiedlich, wenn wir vom Backup reden, reden wir selten über Wiederherstellung, aber das ist ja der wichtigste Punkt dabei, wie schnell kann ich auch wieder
Das ist dann ja im Zweifel aber auch etwas, das wo wir wieder beim Cloud Backup wären oder ja sind, das ist auch stark davon abhängig, eben was für eine Internetleitung ich habe. Es würde vermutlich schneller gehen, tatsächlich das Backup der externen Festplatte wieder herzustellen im Zweifel.
Sicherlich, genau, klar, weil ich erstmal nichts runterladen muss. Da gibt es auch kluge Lösungen
für. Also ich kann auch so ein Hybrid Backup machen, bei dem ich sage, ich sichere lokal
auf dem Speichermedium. Das kann eine Festplatte sein, das kann ein Netzwerkspeicher sein, ein NAS. Und parallel dazu oder nachgelagert sicherlich auch noch in die Cloud. Das hat zwei Vorteile. Wenn ich es nicht parallel mache, sondern nachgelagert, dann ist der erste Sicherungsjob immer auf den lokalen Speicher. Das hat den Vorteil, dass der sehr schnell abgeschlossen ist. Weil der eben nicht quasi warten muss, bis die ganzen Daten hochgeladen sind, sondern der kopiert übers Netzwerk Gigabit oder 10 Gigabit Verbindung sehr schnell die Daten rüber und das Backup ist schnell abgeschlossen. Damit kann ich zum Beispiel auch, wenn ich über den Tag sehr viele Änderungen habe, zweimal am Tag ein Backup machen. Ich mache eins mittags, dann wenn bei mir im Betrieb Mittagspause ansteht und dann sicherlich abends noch mal. Und parallel danach, wenn das abendliche Backup durch ist, dann mache ich auch noch die Upload in die Cloud. Und dann habe ich so ein bisschen best of both worlds quasi. Ich kann zum einen sicher sein, das Ganze liegt in der Cloud nochmal gesichert, egal was bei mir lokal passiert. Ich habe immer nochmal einen weiteren Stand online. Und das andere ist, ich kann eben auch, wenn ich mal schnell ran muss, jederzeit auf diesen lokalen Speicher zugreifen, kann mir die Daten schnell runterkopieren und wie gesagt, sichere sie halt auch schnell.
Okay, ich hätte tatsächlich noch zwei Fragen etwas anderer Natur, um nochmal so ein bisschen auf den Anfang des Gesprächs zurückzukommen. Da ging es ja darum, das Backup außerhalb der Reichweite von Unbefugten aufzubewahren. Jetzt stelle ich mir vor, ich mache mein Cloud Backup, Das liegt jetzt bei Hoster XYZ, dann brav in deren Rechenzentrum. Nun ist es aber ja nicht so, dass man da kategorisch sagen kann, nun ist es außerhalb der Reichweite von Unbefugten. Was kann ich bzw. was tut der Hoster im Zweifel dafür, dass auch dort dann niemand Einfluss auf den Inhalt meines Backups nehmen kann?
Der Hoster wird natürlich von sich aus erstmal alles Mögliche tun, damit das voneinander getrennt ist. Wir haben ja immer das Thema, oder ganz häufig das Thema, dass auch viele unserer Kunden sagen, Cloud ist ja nicht sicher, weil da greifen ja viele drauf zu, oder das ist ja ein viel besseres Ziel.
Ja und nein. Also natürlich ist eine Cloud ein attraktives Ziel für einen Hacker.
Andererseits muss man sagen, kann ein Hosting-Anbieter, ein Cloud-Anbieter auch ein viel höheres Budget dafür aufbringen, um Maßnahmen einzuleiten, die ihn vor einem Angriff schützen.
Während ich bei mir lokal ja doch eher häufig ein etwas begrenzteres Budget in dem Bereich habe.
Und das andere ist, ich kann natürlich auch Maßnahmen ergreifen. Das empfehlen wir eben auch immer, dass man sagt, wir verschlüsseln das Backup vorher im Haus des Kunden und dann wird das verschlüsselte Backup hochgeladen zum Cloud-Anbieter. Damit habe ich dann eben auch sichergestellt, dass da kein Unbefug daran kann. Selbst wenn es einen Angriff auf den Cloud-Anbieter geben sollte und da Daten abhanden kommen, kann mit dem verschlüsselten Backup von mir als Kunde dann immer noch was anfangen.
Super. Ich glaube, mit dieser Argumentation hast du ganz vielen Leuten dahingehend geholfen, die immer noch ein bisschen Zweifel gegenüber der Cloud und deren Sicherheit haben. Vielen Dank dafür. Jetzt zu meiner, ich glaube, letzten Frage. Ich kenne das so ein bisschen aus dem privaten Umfeld oder von dem heimischen PC. Da hat man früher immer so davon gesprochen, dass man ja ein Backup auch seines heimischen PCs einfach machen kann und aber im Zweifel die Problematik auftreten kann. Jetzt geht mein PC kaputt, ich habe ein Backup des PCs und kaufe mir einen neuen. Jetzt kann ich aber, wenn ich Pech habe, dieses Backup eben nicht auf dem neuen PC installieren, weil sich ja logischerweise die Hardware verändert hat und das Backup dann unter Umständen nicht mehr korrekt funktioniert. Habe ich diese Problematik in der heutigen Zeit, in den heutigen Umgebungen noch immer oder spielt es da keine Rolle, auf welcher Hardware ich meinen Backup wiederherstelle? Ich will nicht ausschließen, dass es heute auch noch Backup-Tools gibt, die
dazu nicht in der Lage sind, aber das, was wir im Business-Umfeld einsetzen, sind alles Programme, die ich eigentlich nach und nach auf beliebige Hardware wiederherstellen kann. Der beste Fall
ist immer noch, wenn ich von einem virtuellen Workload komme, also einem virtualisierten Server,
egal ob mit Hyper-V oder mit ESX, und das dann auch virtuell wiederherstelle, dann habe ich die geringsten Probleme. Aber moderne Backup-Tools sind eben auch in der Lage, das in beliebige Richtungen häufig zu konvertieren. Also ich kann von einem Hyper-V gesicherten Server wiederherstellen
auf ein ESX, genauso wie in anderen Richtungen. Ich kann von einem physisch gesicherten Server in den virtuellen Server wiederherstellen. Das unterstützen die typischerweise alles und da sollte man darauf achten, dass die das können. Weil genau nichts ist schlimmer, als wenn ich
ein Backup habe, mein Server ist aber kaputt, ich kaufe mir neue Hardware und habe dann ein Problem mit der Wiederherstellung. Also auch das sollte man natürlich prüfen, aber die meisten Programme
können das. Prima, dann an dieser Stelle erstmal danke für deine ausgiebigen Antworten. Vielleicht fassen wir noch mal ganz kurz zusammen also grundsätzlich gilt backup mindestens an zwei orten worauf man achten sollte ist in erster linie außerhalb der reichweite von unbefugten aufbewahren man sollte in regelmäßigen abständen die funktionalität seines erstellten backups überprüfen es sollte sichergestellt sein dass ich die wiederherstellung meines backups so schnell wie möglich und nicht unternehmensbedrohlich durchführen kann. Und ich sollte darauf achten, dass ich mein Backup eben verschlüsselt in die Cloud lade, um sicherzustellen, dass im Falle eines Befalls der Cloud an meinen Daten nichts manipuliert werden kann, nicht gearbeitet werden kann. Genau, und dieses verschlüsselte Backup ist auch tatsächlich eine ganz gute Überleitung für den Ausblick auf nächste Woche. Denn für mein verschlüsseltes Backup bzw. für die Entschlüsselung meines Backups brauche ich in den allermeisten Fällen ein Passwort. Ich glaube, wir alle kennen die Problematik der vielen unterschiedlichen Passwörter für die verschiedensten Dienste, bei denen wir heute so registriert sind. Genau aus diesem Grund der Übersicht bzw. der Problematik des Merkens unterschiedlicher Passwörter, wollen wir uns nächste Woche einmal der Thematik Passwortmanager widmen. Und wenn ich mich nicht irre, hattest du auch noch ein Thema, über das du nächste Woche gerne sprechen wolltest.
Genau, wenn wir nächste Woche noch die Zeit finden, dann würde ich nach dem Passwortmanager noch gerne einmal über das Thema Darkwebscannen sprechen. Ganz kurz, was ist das, warum brauchen
wir das und wie kann ich sowas machen prima das klingt doch gut ich glaube dass auch diese thematik aktueller denn je ist denn wie oft haben wir schon gehört dass etwaige datensätze mit durchaus auch sehr sensiblen nutzer daten eben im besagten darkweb zur verfügung stehen zum zum verkauf stehen in teilen sogar genau und deswegen werden wir uns kommen aber heute an diesen beiden themen widmen. Euch möchte ich danken fürs Zuhören und mir bleibt nicht viel weiter was zu sagen als bis
nächste Woche. Ja dem schließe ich mich an. Vielen Dank fürs Zuhören, vielen Dank Dennis für den guten Dialog und dann hören wir uns in der nächsten Woche wieder.