Apple hat mit iOS 18, iPadOS 18 und macOS Sequoia die neue App Apple Passwords vorgestellt. Was vorher als Schlüsselbund tief in den Systemeinstellungen versteckt war, ist jetzt eine eigenständige App — und macht den Wechsel von 1Password, Bitwarden, LastPass & Co. erstmals wirklich einfach. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen den kompletten Import in fünf Schritten, was Sie dabei beachten müssen und worauf Geschäftsführer beim Umstieg achten sollten.
Inhalt in Kürze
- Voraussetzung: macOS Sequoia + Mac. Der Import läuft ausschließlich am Desktop, nicht auf iPhone oder iPad.
- Format: CSV. Praktisch jeder gängige Passwortmanager kann CSV exportieren.
- Dauer: 5–10 Minuten für den Import selbst, plus eventuelles manuelles Nacharbeiten bei Sonderfällen.
- Nach dem Import: CSV löschen, alten Manager noch 4–6 Wochen behalten als Sicherheitsnetz.
Warum überhaupt Apple Passwords?
Mit Apple Passwords ist der iCloud-Schlüsselbund endlich aus dem Schatten getreten. Die App synchronisiert Logins, Passkeys, WLAN-Codes, Verifizierungscodes und geteilte Passwortgruppen verschlüsselt zwischen allen Apple-Geräten — und mit der Windows-App auch in Richtung PC. Für Unternehmen, die ohnehin auf Mac und iPhone setzen, fällt damit eine separate Drittanbieter-Lizenz weg.
Drei Gründe, warum der Wechsel sich lohnt:
- Native Integration: Auto-Fill in Safari, Chrome, Firefox und allen iOS-Apps funktioniert ohne Umweg über Browser-Erweiterungen.
- Passkey-Support: Apple Passwords ist eine der saubersten Implementierungen für die passwortlose Anmeldung nach dem FIDO2-Standard.
- Keine Zusatzkosten: Ist im Apple-Ökosystem inklusive — kein Abo, keine Lizenz pro Nutzer.
Voraussetzung: Sie brauchen einen Mac
Der wichtigste Punkt direkt am Anfang: Der Import von Passwörtern aus einem anderen Manager ist nur am Mac möglich. iPhone und iPad zeigen die App und nutzen die Daten, können aber keine CSV-Datei einlesen. Wer keinen Mac besitzt, kann sich entweder kurzzeitig einen leihen, einen Freund bitten oder den Import bei uns durchführen lassen.
Nach dem einmaligen Import am Mac stehen die Passwörter dank iCloud-Synchronisation automatisch auf allen anderen Apple-Geräten bereit.
Schritt für Schritt: Passwörter importieren
1. CSV aus dem alten Passwortmanager exportieren
Öffnen Sie Ihren bisherigen Passwortmanager und suchen Sie unter den Einstellungen den CSV-Export. Bei den gängigen Anbietern finden Sie ihn hier:
- 1Password: Datei → Exportieren → Alle Objekte → Format CSV
- Bitwarden: Tools → Tresor exportieren → Dateiformat .csv
- LastPass: Erweiterte Optionen → Exportieren → LastPass CSV
- Chrome / Edge: Einstellungen → Passwörter → Drei-Punkte-Menü → Passwörter exportieren
Speichern Sie die Datei lokal auf dem Mac, idealerweise auf dem Schreibtisch. Verschicken Sie sie nicht per E-Mail oder Cloud-Sync — die Datei enthält Ihre Passwörter im Klartext.
2. Apple Passwords öffnen
Starten Sie auf dem Mac die App Passwörter. Sie finden sie über Spotlight (Cmd + Leertaste, dann „Passwörter” eintippen) oder im Programme-Ordner.
3. Importieren auswählen
In der Menüleiste klicken Sie auf Datei → Passwörter importieren. Wählen Sie die zuvor exportierte CSV-Datei aus.
4. Import bestätigen und prüfen
Apple Passwords liest die Datei ein, erkennt die Spalten automatisch und legt die Einträge an. Bestätigen Sie mit Ihrem Mac-Passwort oder Touch ID. Nach dem Import sehen Sie eine Übersicht: wie viele Einträge importiert wurden und ob es Duplikate oder Fehler gab.
Gehen Sie die Liste einmal durch und prüfen Sie zwei, drei wichtige Logins (Online-Banking, E-Mail, Microsoft 365), ob alles korrekt übernommen wurde.
5. CSV-Datei sicher löschen
Das ist der Schritt, der am häufigsten vergessen wird: Löschen Sie die CSV-Datei sofort nach dem Import. Sie liegt sonst im Klartext auf Ihrem Mac und ist eine offene Tür für jeden, der physischen oder Remote-Zugriff bekommt.
- Datei in den Papierkorb verschieben
- Papierkorb leeren (
Cmd + Shift + Entf) - Bei besonders sensiblen Daten zusätzlich mit
srmüber das Terminal sicher überschreiben
Was tun, wenn etwas nicht funktioniert?
Beim Import passiert es immer wieder, dass einzelne Einträge nicht sauber übernommen werden. Typische Probleme und Lösungen:
- Falsche Spaltenzuordnung: Manche Passwortmanager nutzen ungewöhnliche CSV-Formate. Öffnen Sie die CSV vor dem Import in Numbers und prüfen Sie, ob die Spalten korrekt benannt sind:
URL,Username,Password,Title. - Sonderzeichen in Passwörtern: Backslashes, Anführungszeichen oder Zeilenumbrüche im Passwort können den Parser verwirren. Diese Einträge müssen Sie manuell nachpflegen.
- Mehrere Konten pro Domain: Wenn Sie mehrere Logins für dieselbe Website haben (privat + Firma), legt Apple Passwords beide an. Sie müssen sie nach dem Import nur sinnvoll benennen, damit Auto-Fill weiß, welches Konto wann zu nutzen ist.
Unser Tipp: Behalten Sie Ihren alten Passwortmanager noch vier bis sechs Wochen parallel. So können Sie bei Bedarf nachschlagen und sicher sein, dass nichts verloren ging, bevor Sie ihn endgültig kündigen.
Apple Passwords im Unternehmen — geht das?
Für ein reines Apple-Team mit eigenen Apple-IDs ist Apple Passwords eine komplett ausreichende Lösung. Sobald aber Windows-Geräte, Android-Smartphones oder geteilte Logins ins Spiel kommen, stoßen Sie an Grenzen:
- Geteilte Passwörter sind nur über sogenannte Geteilte Gruppen möglich — die Verwaltung fehlt im Vergleich zu echten Business-Tools.
- Es gibt keine zentrale Admin-Konsole, mit der die IT-Abteilung Passwortrichtlinien durchsetzen kann.
- Auditing, Logging und Notfall-Recovery sind nicht für Unternehmen ausgelegt.
Für reine Apple-KMU bis ca. 10 Personen reicht Apple Passwords aus. Für gemischte oder größere Umgebungen empfehlen wir eine Business-Lösung wie 1Password Business, Bitwarden Enterprise oder Keeper. Wir helfen Ihnen gern bei der Auswahl und Einführung.
Fazit: Einfacher als gedacht — wenn man die Reihenfolge kennt
Der Wechsel zu Apple Passwords dauert keine zehn Minuten und ist mit der CSV-Methode robust. Wichtig sind die drei Punkte: Export nur am Mac, CSV nach dem Import löschen und alten Manager noch ein paar Wochen parallel laufen lassen, falls Sie etwas vermissen. Dann haben Sie eine saubere, native Lösung ohne Drittanbieter und ohne Zusatzkosten.
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