Inhalt in Kürze
- Der reguläre Support für Windows 10 ist am 14. Oktober 2025 ausgelaufen. Wer Geräte weiter sicher betreiben will, zahlt seither für die Extended Security Updates (ESU).
- ESU kostet pro Gerät 61, 122 und 244 US-Dollar in Jahr 1, 2 und 3 — kumulativ 427 USD über drei Jahre, nur für Sicherheitsupdates.
- ESU ist eine befristete Brücke, keine Dauerlösung: Die Abdeckung endet endgültig am 10. Oktober 2028.
- Kostenlos ist ESU für Windows-10-Geräte in Windows 365, Azure Virtual Desktop und Azure-VMs — und für Endgeräte, die sich mit einem Windows-365-Cloud-PC verbinden.
Der reguläre Support für Windows 10 ist am 14. Oktober 2025 ausgelaufen. Seitdem bekommen Geräte mit diesem Betriebssystem keine Sicherheitsupdates mehr — es sei denn, Sie kaufen sie über das ESU-Programm dazu. Microsoft hat den Preis bewusst so gestaltet, dass er sich jedes Jahr verdoppelt: 61 US-Dollar im ersten Jahr, 122 im zweiten, 244 im dritten. Über drei Jahre sind das 427 US-Dollar pro Gerät. Genau an diesem Punkt wird die betriebswirtschaftliche Frage interessant: Ab wann ist ein neues Windows-11-Gerät schlicht günstiger als die Verlängerung? Wir gehen die Rechnung für den Mittelstand durch.
Was ESU für Unternehmen genau ist
Extended Security Updates (ESU) sind kostenpflichtige, jährlich buchbare Sicherheitsupdates für Windows 10 nach dem regulären Support-Ende — und zwar ausschließlich kritische und wichtige Updates, keine neuen Funktionen und kein technischer Support. Mehr bekommen Sie nicht: ESU schließt Sicherheitslücken, sonst nichts.
Lizenziert wird pro Gerät, die Mindestabnahme ist eine Lizenz. Voraussetzung ist, dass das Gerät auf Windows 10 Version 22H2 läuft — ältere Versionen sind raus. Diese Eckdaten stehen so im offiziellen ESU-Überblick auf Microsoft Learn. Wer sich grundsätzlich fragt, ob noch warten oder schon umsteigen, findet die Abwägung in unserem Beitrag Windows 10 im Unternehmen: starten oder warten?.
Die Pro-Gerät-Rechnung: 61, 122, 244 US-Dollar
ESU kostet pro Gerät 61 US-Dollar im ersten Jahr, 122 im zweiten und 244 im dritten — der Preis verdoppelt sich also jedes Jahr und summiert sich auf 427 US-Dollar über die maximal drei buchbaren Jahre. Das ist kein Versehen, sondern Absicht: Microsoft will den Umstieg auf Windows 11 erzwingen, nicht den Verbleib auf Windows 10 belohnen.
Zwei Details werden in der Praxis oft übersehen — und beide kosten Geld. Erstens: ESU ist kumulativ. Wer erst im zweiten Jahr einsteigt, muss die Lizenz für Jahr 1 trotzdem nachkaufen. Zweitens: Teilzeiträume sind nicht buchbar, ein halbes Jahr gibt es nicht. Sie zahlen immer ganze Jahres-Lizenzen.
| ESU-Jahr | Preis/Gerät | Kumuliert | Abdeckung endet |
|---|---|---|---|
| Jahr 1 | 61 USD | 61 USD | 13.10.2026 |
| Jahr 2 | 122 USD | 183 USD | 12.10.2027 |
| Jahr 3 | 244 USD | 427 USD | 10.10.2028 |
Die Endtermine sind die harte Grenze. Laut der Microsoft-Lifecycle-FAQ zu Extended Security Updates berechtigt jede Jahres-Lizenz das Gerät genau für ihren Zeitraum zu Updates — am 10. Oktober 2028 ist endgültig Schluss. heise rechnet die drei Jahre mit „rund 400 Euro plus Mehrwertsteuer pro Gerät” hoch (Überblick zum verlängerten Windows-10-Support).
Sonderfall Bildung und Cloud: deutlich günstiger oder kostenlos
Nicht jeder zahlt den vollen Preis. Bildungseinrichtungen zahlen nur 1, 2 und 4 US-Dollar pro Gerät in den drei Jahren — ein Sonderpreis, der für normale Unternehmen nicht gilt, wie Security-Insider zu den ESU-Kosten bestätigt.
Spannender für den Mittelstand ist der Cloud-Pfad, denn dort ist ESU für Windows-10-Geräte kostenlos. Konkret: Windows-10-VMs in Windows 365, Azure Virtual Desktop und Azure-VMs erhalten ESU ohne Aufpreis. Und physische Endgeräte, die sich mit einem Windows-365-Cloud-PC verbinden, sind über die aktive Windows-365-Lizenz bis zu drei Jahre abgedeckt — nachzulesen in der Microsoft-Dokumentation zu ESU für Windows 365. Wer ohnehin über Cloud-Arbeitsplätze nachdenkt, sollte das hier mitrechnen — ein erster Überblick steckt in unserem Beitrag Windows 365 Cloud-PC: Ihr Büro für überall.
Für verwaltete Flotten lässt sich ESU außerdem zentral ausrollen — über Microsoft Intune und Windows Autopatch, statt jeden Rechner einzeln anzufassen. Genau dafür nutzen wir bei unseren Kunden Intune und Autopilot zur Geräte-Einrichtung.
Ab wann ein neues Gerät günstiger ist als drei ESU-Jahre
Die Schwelle ist schnell erreicht: Drei ESU-Jahre kosten rund 427 US-Dollar pro Gerät — und dafür bekommt man bereits ein vollwertiges Business-Notebook mit Windows 11, nutzbarer Hardware und Garantie. ESU kauft nur Zeit, ein neues Gerät kauft Produktivität. Das ist der Kern der Entscheidung.
Die 427 USD sind nur die reinen Lizenzkosten. Dazu kommen versteckte Posten: Aktivierung, Schlüsselverwaltung, Inventarisierung — und ein Risiko, das mit jedem Jahr alter Hardware wächst. Veraltete Geräte fallen häufiger aus und stoßen irgendwann an Kompatibilitätsgrenzen neuer Software. ESU bremst diesen Verfall nicht, es verlängert ihn nur.
Hinzu kommt: Ein drei Jahre alter Rechner, den Sie 2025 noch mit ESU am Leben halten, ist 2028 fünf Jahre alt. Die Reparatur- und Ausfallquote steigt, der Akku schwächelt, der Support wird teurer. Wer die ESU-Lizenz zahlt, finanziert ein Gerät, das ohnehin am Ende seines Lebenszyklus steht. Ob Sie solche Geräte kaufen, leasen oder mieten, ist eine eigene Rechnung — die Abwägung dazu haben wir in unserer Entscheidungshilfe Hardware-Leasing vs. Kauf aufgeschrieben.
Entscheidungsmatrix für den Mittelstand
Für die meisten KMU in Hamburg und Norddeutschland läuft die Entscheidung auf vier klare Fälle hinaus — und in keinem davon ist ESU die Dauerlösung.
- Windows-11-fähige Geräte sofort migrieren. Hat das Gerät TPM 2.0 und erfüllt die Hardware-Anforderungen, brauchen Sie kein ESU. Direkt auf Windows 11 wechseln und sparen.
- Nicht migrierbare Geräte: ESU als kurze Brücke. Ohne TPM 2.0 oder zu alte Hardware? ESU für maximal ein bis zwei Jahre buchen — und parallel den Ersatz beschaffen, nicht erst kurz vor Toresschluss.
- Cloud-Pfad prüfen, wenn ohnehin modernisiert wird. Steht eine Modernisierung an, ist Windows 365 oft der elegantere Weg — inklusive kostenlosem ESU für die Übergangszeit.
- ESU nie als Endzustand planen. Jedes Jahr ESU verdoppelt den Preis und schiebt das Problem nur weiter. Spätestens Oktober 2028 ist endgültig Schluss.
Der pragmatische Weg ist fast immer: migrieren, was geht — und ESU nur als Atempause für den schwierigen Rest. So machen wir es bei unseren Kunden. Und die gute Nachricht ist, dass die Neueinrichtung heute kaum noch Handarbeit ist:
Stellen Sie sich vor: Sie packen einen neuen Laptop aus, schalten ihn ein — und er konfiguriert sich komplett selbst. Alle Apps, alle Einstellungen, alle Sicherheitsrichtlinien. Das geht heute mit Microsoft 365 und Intune.
Genau das nimmt der Migration den Schrecken: Nicht jeder Rechner muss von Hand aufgesetzt werden. Wenn Sie sich das in Zahlen ansehen wollen — ESU-Verlängerung gegen Neugerät — hilft unser IT-Kosten-Kalkulator beim ersten Überschlag.
Wie ein Managed-IT-Partner die Migration plant
Eine Windows-11-Migration scheitert selten an der Technik, sondern am Überblick: Welches der 40 Geräte ist eigentlich Windows-11-fähig? Genau deshalb beginnt eine saubere Migration mit einem Geräte-Inventar und einer Tauglichkeitsprüfung — nicht mit dem Bestellen von Hardware.
- Geräte-Inventar erfassen. Alle Endgeräte aufnehmen und prüfen: Welche sind Windows-11-fähig, welche brauchen ESU als Brücke, welche gehören schlicht ausgetauscht?
- In Wellen migrieren, nicht per Big Bang. Abteilung für Abteilung statt alles an einem Wochenende. So bleibt der Betrieb stabil und Probleme bleiben klein.
- Mit Intune und Autopilot automatisieren. Neue Geräte richten sich beim ersten Start selbst ein — Apps, Richtlinien, Sicherheit. Das spart pro Gerät spürbar Arbeitszeit.
Wie das im laufenden Betrieb zum Festpreis aussieht, zeigen wir in unserem Beitrag zu den Kosten eines Intune-Managed-Service — und den kompletten Ablauf des Umstiegs haben wir in der Übersicht zur Windows-10-zu-11-Migration für Unternehmen dokumentiert. Auch Dennis aus unserem Team rät, den Umstieg risikoarm zu testen:
Windows 365 könnte auch eine interessante Testumgebung sein, um zu sehen, wie man mit Windows 11 zurechtkommt.
Was Geschäftsführer dabei am meisten entlastet, ist nicht die Technik selbst, sondern der reibungslose Ablauf bei Personalwechseln — denn neue Geräte und neue Mitarbeiter kommen ja ohnehin laufend dazu:
Wir wollen uns nicht um IT kümmern müssen. Wenn ein neuer Mitarbeiter kommt: Laptop da, E-Mail eingerichtet, Telefon funktioniert. Wenn jemand geht: Zugänge gesperrt. Einfach. Zuverlässig.
Genau diese Planbarkeit ist der Punkt: Eine begleitete Migration kostet weniger Nerven als drei Jahre ESU-Verwaltung — und führt am Ende zu modernen Geräten statt zu teuer am Leben gehaltener Altlast. Unser Managed IT Services-Angebot startet bei rund 50 Euro pro Arbeitsplatz und Monat, und die Migration auf Windows 11 ist Teil eines sauber aufgesetzten Modern Workplace.
Ihr nächster Schritt
ESU ist kein Plan, sondern ein Aufschub. Der eigentliche Hebel ist zu wissen, welche Ihrer Geräte Windows-11-fähig sind, welche eine Brücke brauchen und ab wann ein Neugerät günstiger ist als die Verlängerung. Das ist in wenigen Tagen sauber erfasst — pro Standort, ob in Hamburg, Bremen, Kiel oder Lübeck. Mehr zu unserem Heimatmarkt finden Sie unter IT-Service Hamburg, und einen Gesamtüberblick über unsere Leistungen gibt die Startseite von hagel IT.
Geräte-Check vor der nächsten ESU-Verlängerung — für Unternehmen in Hamburg und Norddeutschland.
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