Inhalt in Kürze
- Datensicherung für kleine Unternehmen heißt konkret: drei Kopien Ihrer Daten, zwei getrennte Orte, eine Kopie außer Haus — und mindestens eine Kopie, die sich nicht überschreiben lässt.
- Die vier teuersten Fehler in kleinen Betrieben: die USB-Platte neben dem Server, „die Cloud sichert doch automatisch”, ein nie getesteter Restore und nur eine Person, die weiß, wie alles läuft.
- Das BSI verlangt in seinem Baustein CON.3 drei Basis-Dinge: Sicherungen räumlich getrennt aufbewahren, sie vor Überschreiben schützen und regelmäßig testen.
- Eine Stunde Stillstand kostet einen Betrieb mit 30 Mitarbeitenden nach unserer Erfahrung 20.000 bis 30.000 Euro. Gegen diese Zahl ist eine ordentliche Sicherung keine Kostenfrage mehr.
Die meisten kleinen Betriebe haben ein Backup. Nur wenige wissen, ob es im Ernstfall wirklich funktioniert. Genau dieser Unterschied entscheidet darüber, ob ein verschlüsselter Server zwei Tage Ärger bedeutet — oder das Ende.
Datensicherung für kleine Unternehmen: was wirklich reicht
Eine gute Datensicherung für kleine Unternehmen besteht aus drei Kopien Ihrer Daten, verteilt auf zwei getrennte Orte, wovon eine Kopie außer Haus liegt. Diese Faustregel heißt 3-2-1 und ist seit Jahren der Standard. Für kleine Firmen kommt heute ein vierter Punkt dazu: Eine dieser Kopien muss so abgelegt sein, dass sie niemand verändern oder löschen kann — auch kein Angreifer mit Ihren Administrator-Rechten.
Warum das nötig ist: Verschlüsselungs-Trojaner suchen als Erstes das Backup. Was der Server erreichen kann, erreicht auch die Schadsoftware.
| Kopie | Wo sie liegt | Wofür sie da ist |
|---|---|---|
| Kopie 1 | Server oder NAS im Haus | Schnelle Wiederherstellung einzelner Dateien |
| Kopie 2 | Rechenzentrum / Backup-Cloud | Schutz bei Feuer, Wasser, Einbruch |
| Kopie 3 | Unveränderbar oder offline | Schutz vor Ransomware und vor Fehlbedienung |
Das ist keine Empfehlung aus dem Marketing. Das IT-Grundschutz-Modul CON.3 Datensicherungskonzept des BSI schreibt in den Basis-Anforderungen genau das fest: Speichermedien für die Sicherung müssen räumlich getrennt von den gesicherten Systemen aufbewahrt werden, Sicherungen müssen gegen unbeabsichtigtes Überschreiben geschützt sein, und es muss regelmäßig getestet werden, ob sich die Daten sauber und in angemessener Zeit zurückspielen lassen.
Die Minimal-Lösung für 5 bis 30 Mitarbeitende
Sie brauchen kein Konzept über 40 Seiten. Ein Backup für eine kleine Firma muss vor allem eines: laufen, ohne dass jemand daran denkt. Vier Schritte reichen, und die schafft auch ein Betrieb ohne eigene IT-Abteilung.
- Schreiben Sie auf, was weh tut. Welche drei Datenbestände legen Ihren Betrieb still, wenn sie morgen fehlen? Meist sind das die Buchhaltung, das Warenwirtschafts- oder Auftragssystem und die E-Mails. Alles andere ist zweite Priorität.
- Sichern Sie automatisch, nicht per Hand. Jede Sicherung, die jemand manuell anstoßen oder eine Platte anstecken muss, fällt irgendwann aus — spätestens im Urlaub. Täglich, automatisch, ohne Zutun.
- Legen Sie eine Kopie außer Haus. In ein Rechenzentrum mit Standort in Deutschland. Damit sind Feuer, Wasserschaden und Einbruch abgedeckt — Fälle, an die im Alltag niemand denkt.
- Testen Sie die Rückspielung. Einmal im Quartal einzelne Dateien, einmal im Jahr den kompletten Ernstfall. Erst dieser Test macht aus einer Sicherung ein Backup.
Wie so ein Test in der Praxis abläuft und woran Sie eine funktionierende Sicherung erkennen, steht ausführlich in unserem Beitrag zum Thema Backup testen. Wer wissen will, warum eine Kopie im Haus und eine außer Haus zusammengehören, findet die Abwägung unter internes und externes Backup.
Vier Fehler, die wir bei kleinen Firmen immer wieder sehen
Die USB-Platte neben dem Server. Der Klassiker. Sie steht im selben Raum, hängt am selben Strom und ist über dasselbe Netzwerk erreichbar. Ein Brand, ein Wasserrohrbruch, ein Einbruch — und beide Kopien sind weg. Das BSI schreibt nicht ohne Grund vor, die Sicherung in einem anderen Brandabschnitt aufzubewahren.
„Die Cloud sichert doch automatisch.” Microsoft 365 sichert die Plattform, nicht Ihre Inhalte. Gelöschte Postfächer und Dateien sind nach Ablauf der Aufbewahrungsfristen endgültig weg, und verschlüsselte Dateien werden zuverlässig mitsynchronisiert. Warum Sie für Cloud-Daten eine eigene Sicherung brauchen, erklären wir im Detail beim Thema Microsoft 365 Backup.
Der nie getestete Restore. Die Sicherung läuft seit drei Jahren grün durch. Nur hat nie jemand versucht, etwas zurückzuholen. Fehlt eine Datenbank in der Auswahl oder ist der Sicherungssatz beschädigt, merken Sie das genau einmal — am schlechtesten Tag des Jahres.
Nur einer weiß, wie es geht. In vielen kleinen Betrieben kümmert sich der technikaffine Kollege nebenbei um die IT. Wenn der im Urlaub, krank oder gekündigt ist, kennt niemand die Zugangsdaten zur Sicherung.
Verschlüsselungs-Trojaner werden oft nicht sofort aktiv. Wenn Sie die Sicherung von letzter Woche zurückspielen, holen Sie den Schädling unter Umständen gleich mit zurück. Deshalb gehören mehrere Zeitstände in die Aufbewahrung — nicht nur die letzte Nacht.
Aus der Praxis
Wir sehen diese Muster nicht in Studien, sondern jede Woche bei Betrieben, die uns zum ersten Mal anrufen.
Ob Sie 5 oder 500 Mitarbeiter haben — einem KI-gesteuerten Massenangriff ist das völlig egal. Die verschlüsseln Sie automatisiert, einfach weil sie können. Deshalb braucht heute jedes Unternehmen einen Grundschutz.
Dass die eigene Firma auf der Liste steht, ahnen viele Inhaber längst — so wie dieser Kunde aus dem Maschinenbau:
Wir wären ein leichtes Opfer — das weiß ich. Da hätte ich gerne einen verlässlichen Partner, der davon mehr versteht als ich als Laie.
Wie so ein Umbau vom Provisorium zur belastbaren Lösung aussieht, zeigt unsere Fallstudie zur IT-Sicherheit für Kleinunternehmen in Hamburg.
Was es kostet — und wann ein Partner günstiger ist
Über die Technik reden die wenigsten Anbieter ehrlich: Software und Speicherplatz sind der kleinere Posten und hängen an Datenmenge und Aufbewahrungsdauer. Der eigentliche Aufwand ist die Betreuung. Jemand muss täglich sehen, ob die Sicherung durchgelaufen ist, Fehlern nachgehen und die Rückspielung testen.
Genau daran scheitert die Datensicherung im Kleinunternehmen — nicht am Geld, sondern an der Zuständigkeit. Rechnen Sie deshalb nicht gegen null, sondern gegen den Schaden: Eine Stunde Stillstand kostet einen Betrieb mit 30 Mitarbeitenden nach unserer Erfahrung 20.000 bis 30.000 Euro, wie wir in unserer Analyse zu den Kosten von IT-Ausfällen vorgerechnet haben.
Zwei Wege führen zum Ziel. Wenn Sie ohnehin einen Partner für die laufende IT suchen, ist die Sicherung Teil des Pakets — unsere Managed IT Services starten bei rund 50 Euro pro Arbeitsplatz und Monat, Überwachung und Restore-Tests inklusive. Wenn Sie nur einmal sauber aufsetzen lassen wollen, reicht ein IT-Stunden-Kontingent ohne monatliche Bindung. Die reine Sicherung als Dienstleistung gibt es bei uns als hagel one backup.
Gerade in Betrieben, in denen niemand hauptberuflich IT macht — Handwerk, Handel, kleine Dienstleister — lohnt sich der Blick von außen. Wie das bei Betrieben mit Werkstatt und Baustelle aussieht, zeigt unsere Seite zur IT für Handwerksbetriebe.
DSGVO: Wiederherstellbarkeit ist Pflicht, nicht Kür
Sobald Sie Mitarbeiter- oder Kundendaten verarbeiten, ist Datensicherung keine freie Entscheidung mehr. Artikel 32 DSGVO verlangt ausdrücklich, dass Sie die Verfügbarkeit personenbezogener Daten sicherstellen, den Zugang zu ihnen nach einem Zwischenfall rasch wiederherstellen können und die Wirksamkeit Ihrer Maßnahmen regelmäßig überprüfen.
Übersetzt heißt das: Ein Backup, das nie getestet wurde, erfüllt die Anforderung nicht. Das gilt für den Ein-Personen-Betrieb genauso wie für den Konzern — die DSGVO kennt keine Untergrenze bei der Mitarbeiterzahl.
Übrigens: Das BSI stellt auf seinen Seiten für kleine und mittlere Unternehmen ausdrücklich Material für Betriebe ohne eigene IT-Expertise bereit. Für den Einstieg ist das eine ehrliche, herstellerneutrale Quelle.
Ihr nächster Schritt
Prüfen Sie diese Woche drei Dinge: Liegt eine Kopie Ihrer Daten außerhalb des Gebäudes? Kann diese Kopie überschrieben werden? Und wann hat zuletzt jemand etwas zurückgespielt? Wenn Sie bei einer der drei Fragen zögern, haben Sie Ihre Aufgabe für den Monat.
Wenn Sie tiefer einsteigen wollen — Aufbewahrungszeiten, Wiederanlaufzeiten, Auswahl der Technik —, finden Sie das im ausführlichen Leitfaden zu Backup-Lösungen für Unternehmen. Und wenn Sie lieber vorher die Grundlagen abhaken: Unsere Cybersicherheits-Checkliste für KMU geht 20 Punkte durch, Backup inklusive.
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