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SharePoint vs Confluence für Anwaltskanzleien — sicherer Mandantenakten-Zugriff im Hamburger Büro

SharePoint vs Confluence 2026: Welches Wiki für Hamburger Anwaltskanzleien

Jens Hagel
Jens Hagel in Cloud

Inhalt in Kürze

  • Für 90 % der Hamburger Kanzleien ist SharePoint die richtige Wahl — Microsoft 365 ist bereits etabliert, beA-Integration funktioniert reibungslos, BRAO-Compliance ist mit Purview-Tools sauber abbildbar.
  • Confluence Cloud ist die Wahl für internationale oder Tech-affine Kanzleien mit Atlassian-Ökosystem (Jira).
  • Reine Lizenzkosten täuschen: Confluence wirkt günstiger (6,05 €/User vs. 22 € M365 Business Premium), TCO ist bei SharePoint trotzdem besser, weil Office, E-Mail und Teams inkludiert sind.
  • Beide sind 2026 DSGVO- und BRAO-konform betreibbar — EU-Datenresidency, Verschlüsselung, AVV.
  • Migration einer 25-Anwalts-Kanzlei dauert 6–10 Wochen — sauberes Berechtigungsmodell ist wichtiger als das Tool.
Worum es geht:

Wenn eine Hamburger Anwaltskanzlei 2026 entscheidet, wie Mandantenakten, Wissens-Wiki und Compliance-Dokumentation organisiert werden, fallen meistens zwei Namen: Microsoft SharePoint und Atlassian Confluence. Dieser Artikel räumt mit Marketing-Mythen auf, vergleicht Preise, Compliance, Workflows — und gibt eine klare Empfehlung für den Kanzlei-Alltag in Hamburg.

Was beide Tools eigentlich tun

Microsoft SharePoint ist die zentrale Dokumenten-, Zusammenarbeits- und Intranet-Plattform im Microsoft-365-Ökosystem. Eine Kanzlei nutzt SharePoint typischerweise für drei Dinge: (1) Mandantenakten mit strukturierten Ablagen pro Mandat, (2) internes Wiki für Templates, Schriftsatzbausteine, Wissensdatenbank, (3) Kollaboration für Schriftsatzabstimmungen, Co-Authoring in Word, Versionierung. Über Microsoft Teams ist SharePoint die Datei-Ebene jedes Teams-Channels — was Sie in Teams hochladen, liegt in SharePoint.

Atlassian Confluence ist primär ein Wiki — also strukturierte Seiten in Hierarchien, mit Markdown-Editor, Templates, Makros, Querverlinkung. Dateiablage ist möglich, aber kein Kern-Use-Case. Confluence wird stark in Software-Entwicklung und Tech-Unternehmen genutzt, weil es Jira-integriert ist (Aufgaben-Management). Für Kanzleien ist Confluence relevant, wenn der Schwerpunkt auf strukturiertem Wissen und weniger auf klassischer Aktenablage liegt.

Preise und Lizenzen 2026 im Direktvergleich

22 €
M365 Business Premium
6,05 €
Confluence Standard
11,55 €
Confluence Premium
28 €
M365 E5 (Compliance)
KriteriumSharePoint (in M365)Confluence Cloud
Startpreis pro User/MonatBestandteil M365 Business Basic ab 6 €Standard 6,05 €, Premium 11,55 €
Empfohlener Plan AnwaltskanzleiBusiness Premium 22 €/User/MonatPremium 11,55 €/User/Monat
Was ist inkludiertSharePoint Online, OneDrive 1 TB, Teams, Office-Apps, Exchange, Intune, Defender for BusinessConfluence Cloud, 250 GB Storage, Analytics, IP-Allowlisting
Was fehlt zusätzlich— (alles drin)E-Mail, Office-Suite, Teams-Ersatz (Slack o.ä.)
Speicher pro Kanzlei1 TB + 10 GB pro Lizenz, erweiterbar250 GB im Premium, mehr im Enterprise
Maximale Dateigröße250 GB pro Datei100 MB Anhang, 2 GB im Enterprise
DSGVO/BRAO-KonformitätVollständig, EU Data BoundaryVollständig, AWS Frankfurt eu-central-1
beA-IntegrationVia Power Automate / ra-micro / DrittanbieterNur über manuelle Workflows
VersionierungMajor/Minor, Check-In/Check-OutVollständige Versionshistorie
Berechtigungs-GranularitätSite, Library, Folder, FileSpace, Page, Restricted
Audit-LogsMicrosoft Purview (180 Tage Standard, 10 Jahre E5)Audit Log API
Information Barriers (Chinese Walls)Eingebaut (E5)Eingeschränkt (Spaces + Permission)

TCO-Realität für eine 25-Anwalts-Kanzlei (35 User inkl. ReFa/Buchhaltung):

  • SharePoint via M365 Business Premium: 35 × 22 € × 12 = 9.240 €/Jahr. Alles drin: Office-Apps, E-Mail, Teams, SharePoint, OneDrive, Defender for Business.
  • Confluence Premium standalone: 35 × 11,55 € × 12 = 4.851 €/Jahr für Confluence. Zusätzlich aber notwendig: Microsoft 365 Business Basic (6 €/User × 35 × 12 = 2.520 €/Jahr) oder Google Workspace Business Standard (12 € × 35 × 12 = 5.040 €/Jahr) für E-Mail und Office. Total: 7.371 € bis 9.891 €/Jahr — am Ende nicht günstiger.
Tipp:

Die Preis-Diskussion verzerrt oft die Entscheidung. Wenn Sie als Kanzlei bereits Microsoft 365 nutzen (was 2026 in Hamburg fast immer der Fall ist), kommt SharePoint ohne Zusatzkosten dazu. Confluence wäre ein zusätzliches Tool, das parallel zu Microsoft 365 läuft — doppelte Schulung, doppelter Login, doppelte Compliance-Verwaltung. Der ehrliche TCO-Vergleich macht nur Sinn, wenn Sie heute weder M365 noch Atlassian nutzen — dann wird die Entscheidung tatsächlich offen.

Anwaltskanzlei-Workflows: Wo SharePoint überzeugt

Mandantenakten-Struktur und beA-Integration

Eine Hamburger Kanzlei in der Neustadt hat typisch eine Struktur wie diese: pro Mandant ein eigener SharePoint-Site („Mandant: Mustermann GmbH”), mit Unter-Bibliotheken für Schriftsätze, eingehende Post, ausgehende Post, beA-Korrespondenz, interne Notizen, Honorarvereinbarung. SharePoint kann das nativ — und über Microsoft Power Automate können Sie automatisierte Workflows bauen: „Wenn neue E-Mail an mandant-xyz@kanzlei.de eingeht, automatisch in den Eingangs-Folder dieses Mandanten ablegen, Mandanten-Sachbearbeiter benachrichtigen”. Für beA-Korrespondenz nutzen Hamburger Kanzleien meist Drittanbieter-Konnektoren (ra-micro, AnNoText), die direkt in SharePoint einliefern können.

In Confluence wäre dieser Workflow umständlicher: Sie würden pro Mandant einen Space anlegen, die E-Mail-Integration läuft nur über Atlassian Marketplace-Add-ons (zusätzliche Kosten), und beA-Anbindung gibt es nicht out-of-the-box.

Schriftsatz-Co-Authoring

Co-Authoring in Word direkt aus SharePoint heraus ist 2026 Standard. Mehrere Anwälte können gleichzeitig an einem Schriftsatz arbeiten, sehen Änderungen in Echtzeit, Versions-Vergleich ist eingebaut. Wer das einmal genutzt hat, will nicht mehr zurück zu „Schriftsatz_v3_endgültig_FINAL_2.docx” per E-Mail. Confluence kann Word-Dateien als Anhänge speichern, aber kein natives Co-Authoring.

Compliance-Tooling für BRAO und DSGVO

Microsoft Purview (im E3/E5-Plan) bringt für Kanzleien drei kritische Funktionen mit:

  • Information Barriers — verhindern, dass ein Anwalt, der Mandant A vertritt, in die Akten von Mandant B (mit Interessenkonflikt) sieht. Pflicht bei größeren Kanzleien.
  • Sensitivity Labels — automatische Klassifizierung „Mandant — vertraulich", „Intern", „Honorar-Information" mit zugehörigen Berechtigungs- und Verschlüsselungsregeln.
  • Retention Policies — Mandantenakten automatisch 6 Jahre nach Mandatsende löschen (gemäß §50 BRAO Pflicht) oder länger aufbewahren bei aktiven Streitigkeiten.

Confluence hat vergleichbare Funktionen nur eingeschränkt — Audit-Logs sind via API verfügbar, aber automatische Klassifizierung und Aufbewahrungsregeln müssen über Drittanbieter-Apps eingekauft werden.

Wir haben mehrere Hamburger Kanzleien aus dem Cluster Neustadt, Eppendorf und HafenCity in der Betreuung. Was am Ende immer den Ausschlag gibt: nicht die Lizenzkosten, sondern der Alltag. Wenn die ReFa morgens den Posteingang macht und mit einem Klick die Mandanten-E-Mail im richtigen Akten-Ordner liegt, hat SharePoint gewonnen.

Jens Hagel Jens HagelGründer, hagel IT-Services GmbH

Wo Confluence besser ist

Drei klare Vorteile von Confluence:

Wiki-Strukturen für komplexes Wissen

Confluence ist ein echtes Wiki — Seiten in Hierarchien, mit Querverlinkungen, Inline-Bildern, Tabellen, Makros (Roadmaps, Status-Tabellen, Filterabfragen). Wenn Ihre Kanzlei eine intensive interne Wissensdatenbank pflegt — Präzedenzfälle, Mustertexte, Recherche-Dossiers, Onboarding-Doku — ist Confluence übersichtlicher als SharePoint-Sites. Die offizielle Confluence-Funktionsübersicht zeigt das gut.

SharePoint kann Wikis (über sog. Modern Pages und News-Posts), aber die UX ist eher dokumenten-getrieben. Confluence ist Seiten-getrieben — was für klassische Wissensorganisation natürlicher ist.

Markdown und Tech-Affinität

Confluence-Editor ist Markdown-nah, mit Tastaturkürzeln, schneller Inline-Formatierung, Code-Blocks. Tech-affine Anwälte (Patentanwälte, IT-Recht-Spezialisten) fühlen sich oft wohler. SharePoint-Editor ist im Modern Pages-Stil Word-ähnlich — mehr Maus, weniger Tastatur.

Jira-Integration für Matter Management

Wenn Ihre Kanzlei Matter Management mit Jira betreibt — selten, aber bei Tech-Recht-Boutiquen und Patentanwälten vorkommend — ist die Confluence/Jira-Integration ein echter Vorteil. Aufgaben aus Jira lassen sich in Confluence einbetten, Status wird live aktualisiert. SharePoint hat über Power Automate ähnliche Möglichkeiten, aber nicht so nahtlos.

DSGVO und BRAO — was Hamburger Kanzleien wirklich beachten müssen

Die Frage „Ist SharePoint/Confluence DSGVO-konform?” ist falsch gestellt. Richtig: „Können wir SharePoint/Confluence DSGVO- und BRAO-konform betreiben?” — und die Antwort ist für beide: ja, mit Auflagen.

Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) und Datenstandort

SharePoint: Microsoft EU Data Boundary ist seit Februar 2024 vollständig — alle Kunden-Daten (Inhalte, Diagnosedaten, Service-Daten) bleiben in EU-Rechenzentren. AVV nach DSGVO Art. 28 ist Bestandteil des Microsoft-Vertrags. Standard-Vertragsklauseln für US-Transfers waren früher Thema; mit dem Trans-Atlantic Data Privacy Framework (seit Juli 2023) und EU Data Boundary deutlich entschärft. Microsoft Learn dokumentiert die SharePoint-Compliance-Optionen sehr ausführlich.

Confluence: Atlassian betreibt Confluence Cloud auf AWS Frankfurt (eu-central-1). Daten bleiben in Deutschland. AVV ist Bestandteil der Atlassian Cloud Terms of Service. Atlassian war 2024 ISO/IEC 27018 und SOC-2-zertifiziert.

Verschlüsselung

Beide Anbieter verschlüsseln at-rest mit AES 256 und in-transit mit TLS 1.2+. Für höhere Vertraulichkeitsstufen bietet SharePoint zusätzlich:

  1. Customer Key (im E5-Plan) — Sie verwalten den Verschlüsselungsschlüssel, Microsoft kann ohne Sie nichts entschlüsseln.
  2. Double Key Encryption — zweiter Schlüssel ausschließlich bei Ihnen. Für höchste Stufen (M&A-Mandate, interne Ermittlungen) sinnvoll.
  3. Sensitivity Labels mit Encryption — dokumentbezogene Verschlüsselung, die auch im OneDrive, in E-Mails und beim Download greift.

Confluence hat vergleichbare Stufen mit Atlassian Atlas (Premium-Feature), ist aber weniger granular.

Information Barriers und Mandats-Trennung

Größere Kanzleien (>15 Berufsträger) brauchen technische Mandats-Trennung. SharePoint (E5) hat das eingebaut: „Anwalt Müller darf Akten von Mandant A sehen, Anwalt Schmidt darf sie nicht sehen — auch wenn beide im selben Team sind”. Confluence kann das nur über getrennte Spaces und manuelles Permission-Management — fehleranfälliger.

Häufiger Fehler:

Cloud-Region und AVV reichen nicht für BRAO-Konformität. Sie brauchen zusätzlich: dokumentierte Datenschutz-Folgenabschätzung (DPIA), Berechtigungsmatrix pro Mandat, MFA für alle User, Conditional Access mit IP-Whitelist für sensible Sites, Audit-Logs mit definiertem Reviewer, Notfallplan bei Datenpanne (Meldekette an Hamburger Datenschutzbehörde und ggf. Mandanten). Wer „Microsoft hat AVV, also passt's" denkt, hat den BRAO-Maßstab unterschätzt.

Migration: 6–10 Wochen für eine 25-Anwalts-Kanzlei

Aus einem Fileserver oder Dropbox heraus zu SharePoint zu migrieren, ist 2026 Routine. Eine typische Hamburger Kanzlei mit 25 Anwälten + 10 Mitarbeitern + 1,5 TB Datenbestand schafft das in 6–10 Wochen, wenn die Vorbereitung sauber ist:

  1. Woche 1–2 — Inventur und Klassifizierung: Was wandert mit (aktive Mandate), was kommt ins Archiv (abgeschlossene Mandate älter als 5 Jahre), was wird gelöscht (Duplikate, persönliche Dateien)? Ein guter Datendienst-Auditor reduziert Migrationsdaten oft um 30–40 %.
  2. Woche 2–3 — Berechtigungsmodell entwerfen: Wer ist Mandanten-Sachbearbeiter, wer Vertretung, wer Vollzugriff (Partner)? Information Barriers definieren — gibt es Mandanten mit Interessenkonflikten? Mandate-Sensitivity-Klassen festlegen.
  3. Woche 3–4 — Aktenstruktur und Templates: Pro Mandat einheitliche Site mit fester Library-Struktur. Templates für Standard-Mandate (Arbeitsrecht, Familienrecht, Wirtschaftsrecht, Strafrecht). Tagging-System für schnelle Wiederauffindbarkeit.
  4. Woche 4–5 — Pilot mit 3–5 Anwälten: Eine kleine Gruppe migriert vollständig, testet 2 Wochen den Workflow. Häufige Pain-Points sammeln (E-Mail-Archivierung, Mobile Sync, Offline-Zugriff).
  5. Woche 5–7 — Migration in Wellen: ShareGate oder AvePoint migrieren 200–500 GB pro Tag. Alter Fileserver bleibt schreibgeschützt aktiv (Notfall-Rückgriff). Migration wellenweise pro Anwalts-Gruppe.
  6. Woche 7–8 — Cut-Over und Schulung: Alle User sind in SharePoint, alter Speicher wird stillgelegt. Schulungstage für ReFa, Anwälte, Auszubildende. Quick-Reference-Cards verteilen.
  7. Woche 9–10 — Stabilisierung: Helpdesk-Hot-Phase, Tuning der Berechtigungen, erste Optimierungen aus User-Feedback.

Eine Pauschal-Empfehlung aus der Praxis: Planen Sie 10–15 Beratungstage für die initiale Architektur und 5–10 Tage für Migration und Schulung. Bei hagel IT machen wir das im Rahmen unserer Cloud-Beratung Hamburg oder zugeschnitten für Kanzleien über unsere Kanzlei-Cloud-Lösung.

Was viele Kanzleien unterschätzen: Die Migration selbst ist Standard-Handwerk. Was wirklich entscheidet, ob es funktioniert, ist das Berechtigungsmodell. Wenn das stimmt, läuft SharePoint zehn Jahre. Wenn nicht, haben Sie nach sechs Monaten einen Wildwuchs, in dem niemand mehr Mandanten-Akten findet.

Philip Kraatz Philip KraatzGeschäftsführer, hagel IT-Services GmbH

Drei Hamburger Kanzlei-Szenarien

Szenario 1: Boutique-Kanzlei Neustadt, 6 Anwälte

Spezialisiert auf Arbeitsrecht, eingespielt mit Microsoft 365 Business Standard, derzeit Fileserver lokal.

Empfehlung: Upgrade auf Microsoft 365 Business Premium (für Defender for Business und Intune), SharePoint Online mit klassischer Akten-Library-Struktur. Confluence wäre Overkill — die Wissens-Sammlung passt komplett in SharePoint Wiki-Sites. Kosten Mehraufwand: etwa 6 €/User mehr für Premium, einmalige Migration ca. 8.000–12.000 €.

Szenario 2: Mittelständische Wirtschaftskanzlei Eppendorf, 32 Anwälte

M&A-Mandate, internationale Mandanten, hoher Compliance-Anspruch.

Empfehlung: Microsoft 365 E3 plus E5 Compliance Add-on (Information Barriers, Customer Key, Advanced Audit). SharePoint mit Site-pro-Mandat, Sensitivity Labels für Vertraulichkeitsstufen, retention policies für 10-Jahres-Aufbewahrung kritischer Akten. Plus dedizierte Onboarding-Schulung für die ReFa. Investition Jahr 1: etwa 18.000–25.000 € einmalig + Lizenz-Differenz.

Szenario 3: Patentanwaltskanzlei HafenCity, 12 Berufsträger

International tätig, schon Jira im Einsatz für Matter-Management.

Empfehlung: Hier ist Confluence sinnvoll — Sie nutzen schon Jira, die Atlassian-Integration ist ein echter Vorteil. Confluence Premium plus Microsoft 365 Business Basic (für E-Mail und Office). SharePoint nur als simple Dateiablage für nicht-Wissens-Inhalte. Etwas teurere Lizenz-Landschaft, aber Workflow-passgenau. Wir haben das mit zwei Hamburger Kanzleien umgesetzt und Erfahrungswerte gesammelt.

Häufige Fehler bei Wiki/Dokumentenmanagement-Einführungen

  • „Wir migrieren erstmal alle Daten, sortieren später." Falsch. Müll bleibt Müll. Vor Migration sortieren ist Pflicht — sonst haben Sie nach 6 Monaten dasselbe Chaos in neuer Software.
  • „Berechtigungen erteilen wir an Personen." Falsch. Immer an Gruppen — sonst haben Sie bei jedem Anwalts-Wechsel 200 manuelle Anpassungen.
  • „Wir lassen jeden seine eigene Aktenstruktur machen." Falsch. Einheitliche Struktur ist nicht Bürokratie, sondern Voraussetzung dafür, dass die Vertretung im Urlaubsfall die Akte findet.
  • „Schulung machen wir mit einem 30-Min-Webinar." Falsch. Ein neues Dokumentenmanagementsystem ändert den Tagesablauf — planen Sie 2–4 Stunden intensive Schulung pro User, plus monatliche Refresh-Sessions in den ersten 6 Monaten.
  • „Mobile Nutzung ist Bonus." Falsch. In 2026 erwartet jeder Anwalt, auch im Gerichtssaal die Akte am Tablet zu sehen. Mobile-Strategie gehört von Anfang an in die Architektur.
  • „Backup ist eingebaut, brauchen wir nichts zusätzliches." Halbrichtig. Cloud-Speicher hat Redundanz, aber keine echte Backup-Strategie. Für regulierte Branchen brauchen Sie Third-Party-Backup (Veeam für M365, AvePoint Cloud Backup). Mehr im Artikel Backup für Unternehmen.
Das Wichtigste: Für 90 % der Hamburger Anwaltskanzleien ist SharePoint Online (in Microsoft 365 Business Premium oder E3/E5) die richtige Wahl. Es ist im bestehenden Ökosystem integriert, BRAO- und DSGVO-konform, hat die Compliance-Tiefe (Information Barriers, Sensitivity Labels, Retention), und der Tagesalltag wird einfacher, nicht komplizierter. Confluence ist die Wahl, wenn Sie schon Atlassian-Tools nutzen oder ein extrem wiki-zentrisches Wissens-Modell pflegen.

Hamburger Kanzlei-Cluster: Wo wir aktiv sind

In Hamburg arbeiten wir mit Kanzleien in mehreren Stadtteilen — die Cluster sind klar:

  • Neustadt / Stadtmitte — klassische Wirtschaftskanzleien, viele Boutiquen, hohes Mandanten-Vertrauenslevel.
  • Eppendorf / Harvestehude — mittelständische Kanzleien, oft Familienrecht und Arbeitsrecht mit gehobenem Mandantenstamm.
  • HafenCity — internationale Kanzleien, M&A, Schifffahrtsrecht.
  • Altstadt / Speicherstadt — traditionelle Hanseatische Kanzleien, oft mit Schifffahrts- und Versicherungsrecht.

Was diese Kanzleien gemeinsam haben: hohe Compliance-Anforderungen, dichte Mandanten-Korrespondenz, Bedarf an mobiler Akteneinsicht im Gerichtssaal, Notwendigkeit für saubere Information Barriers. Unsere IT-Systeme für Anwaltskanzleien sind genau auf diesen Bedarf zugeschnitten.

Wir wollen uns nicht um IT kümmern müssen. Wenn ein neuer Mitarbeiter kommt: Laptop da, E-Mail eingerichtet, Telefon funktioniert. Wenn jemand geht: Zugänge gesperrt. Einfach. Zuverlässig.

Niklas Roth · Geschäftsführer, Beteiligungsgesellschaft, 5-8 Mitarbeiter

Wie hagel IT Hamburger Kanzleien begleitet

Wir betreuen Hamburger Kanzleien typischerweise in drei Modellen:

  1. Reine Architektur-Beratung (10–20 Tage einmalig) — Sie haben eigene IT, wir setzen die SharePoint-Architektur sauber auf, übergeben Dokumentation.
  2. Co-Managed IT — Ihre interne IT bleibt, wir machen die Security-Themen und die strategische Begleitung. Mehr dazu unter Co-Managed IT.
  3. Vollständiges Managed IT — Wir übernehmen alles. Sie zahlen Festpreis pro Mitarbeiter, haben einen Ansprechpartner, eine Rechnung. Details bei Managed IT Services.

Spezifisch für Kanzleien haben wir Standard-Setups für SharePoint-Mandantenakten, beA-Integration, Sensitivity-Label-Sets nach BRAO-Maßgabe und einen DPIA-Vorlagensatz, der vor der HmbBfDI standhält.

Migrieren Sie 2026 zu SharePoint oder Confluence?

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Weiterführende Quellen

Jens Hagel
Gründer, hagel IT-Services GmbH

Seit 2004 begleite ich Hamburger Unternehmen bei der IT-Modernisierung. Microsoft Solutions Partner, WatchGuard Gold Partner, ausgezeichnet als Deutschlands bester IT-Dienstleister 2026 (Brand eins/Statista). Wenn Sie IT-Fragen haben, bin ich direkt erreichbar.

Thorsten Eckel

„Mit Hagel IT haben wir einen erfahrenen Partner, auf den wir uns jederzeit zu 100 % verlassen können.“

Thorsten Eckel
Geschäftsführer · Hanse Service
Deutschlands beste IT-Dienstleister 2026 — brand eins / Statista
Bester IT-Dienstleister
2026 — brand eins / Statista
IT-Sicherheit für Kleinunternehmen Hamburg: Schluss mit „Bastel-Lösungen“
Fallstudie · Software
IT-Sicherheit für Kleinunternehmen Hamburg: Schluss mit „Bastel-Lösungen“
Ausgezeichnete Bewertung
Basierend auf 46 Bewertungen

„Wir arbeiten seit einiger Zeit mit hagel IT zusammen und sind absolut zufrieden. Das Team ist kompetent, freundlich und immer schnell zur Stelle, wenn Hilfe gebraucht wird. Besonders schätzen wir die individuelle Beratung, den zuverlässigen Support und die modernen IT-Lösungen, die perfekt auf unsere Bedürfnisse abgestimmt sind. Ein rundum professioneller Partner, den wir uneingeschränkt weiterempfehlen können!"

Robin Koppelmann
Der Überblick

Wer hat welchen Rechner, welche Programme? Steht drin.

Ihr komplettes Team auf einer Seite — Geräte, Programme, Lizenzen, Status. Immer aktuell, weil es sich beim Arbeiten von selbst pflegt. Und wenn jemand geht: ein Klick sperrt alles.

Kjello · Mitarbeitende
Eine Seite — immer aktuell
Mitarbeitenden-Übersicht im Portal: Name, Status (aktiv, Onboarding, Offboarding), Geräte, Bundles und Lizenz — synchron mit Personio
Ergebnis
Nie wieder Excel-Raten
Was Sie tun
Nichts pflegen
Was wir & die Automatik tun
Aktuell halten — automatisch, beim Arbeiten
Früher — im Kopf einer Person
  • Excel-Liste, die niemand pflegt
  • „Ich schau mal nach…“
  • Beim Austritt ein Konto vergessen
  • Niemand weiß, wer was hat
Lücken, die erst auffallen, wenn’s zu spät ist

„Muss ich das jetzt pflegen?“ — Nein. Die Liste hält sich von selbst aktuell. Sie schauen nur drauf, wenn der Chef fragt — und haben sofort die Antwort.

Häufig gestellte Fragen

Für 90 % der Hamburger Anwaltskanzleien ist SharePoint die richtige Wahl, wenn Microsoft 365 schon im Einsatz ist (was 2026 fast immer der Fall ist). Die nahtlose Integration in Outlook, Word, Excel, Teams und vor allem in beA (besonderes elektronisches Anwaltspostfach) ist im Kanzleialltag entscheidend. Confluence ist die bessere Wahl, wenn die Kanzlei stark internationalisiert ist, Jira parallel im Einsatz hat oder eine sehr wiki-zentrische Wissensorganisation braucht (z.B. spezialisierte Kanzleien für Tech-Recht mit eigener Dokumentations-Kultur). Beide sind BRAO- und DSGVO-konform betreibbar, beide haben EU-Datenstandort — die Entscheidung fällt auf der Workflow-Ebene.

SharePoint: In Microsoft 365 Business Premium (22 €/User/Monat — Stand 2026) ist SharePoint Online vollwertig enthalten, inklusive 1 TB OneDrive pro User und 1 TB für die Kanzlei. Bei 25 Anwälten plus 10 Mitarbeitern = 35 Nutzer × 22 € = 770 €/Monat — also 9.240 €/Jahr, plus SharePoint. Confluence: Standard-Plan 6,05 €/User/Monat (35 User × 6,05 € = 212 €/Monat = 2.541 €/Jahr) oder Premium 11,55 €/User/Monat (4.851 €/Jahr). Confluence wirkt günstiger, ABER: Sie brauchen parallel eine E-Mail- und Office-Suite (Microsoft 365 Business Basic oder Google Workspace). Total Cost of Ownership ist bei Confluence am Ende fast immer höher, außer Sie nutzen schon eine Atlassian-Tool-Landschaft.

Beide sind 2026 in der EU-Cloud betreibbar und für Anwaltskanzleien rechtlich akzeptiert — aber mit Auflagen. SharePoint Online läuft auf Microsoft EU Data Boundary (seit Februar 2023 vollständig, seit Februar 2024 inklusive Telemetrie). Mandantendaten bleiben in EU-Rechenzentren, Microsoft hat Standard-Vertragsklauseln und einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) für 28 €/User/Monat (E5-Konditionen). Confluence Cloud läuft auf AWS Frankfurt (eu-central-1) — Atlassian bietet seit 2023 europäisches Daten-Residency. Wichtig: Die reine Cloud-Region reicht nicht für BRAO-Konformität. Sie brauchen zusätzlich: Verschlüsselung at-rest und in-transit (beide gegeben), MFA (Pflicht), Conditional Access mit IP-Whitelist, Audit-Logs, dokumentierte Berechtigungsmatrix. Beides ist machbar — SharePoint hat den Compliance-Vorsprung durch eingebaute Microsoft Purview-Tools.

Fünf Punkte: (1) Mandantenakten-Workflow — direkte Integration mit Outlook für Mandanten-E-Mails, automatische Ablage über Power Automate, Word/Excel-Co-Authoring ohne Medienbruch. (2) beA-Integration: SharePoint kann via Power Automate-Konnektoren Daten ins beA-Postfach übergeben (mit beA-Connector-Tools wie ra-micro oder via Schnittstelle). (3) Information Barriers für Compliance bei Mandats-Trennung (Chinese Walls). (4) Microsoft Syntex für KI-gestützte Dokumenten-Klassifikation. (5) Lifecycle-Management mit Aufbewahrungsfristen — Mandantenakten 6 Jahre nach Mandatsende automatisch löschen. Confluence hat diese Tiefe für deutsche Kanzlei-Spezifika nicht.

Drei Punkte, wo Confluence klar überlegen ist: (1) Wiki-Strukturen — Confluence ist primär ein Wiki, SharePoint ist primär eine Dokumentenablage mit Wiki-Funktion. Wenn Ihre Kanzlei stark auf Internes-Wissens-Wiki setzt (Templates, Präzedenzfälle, Onboarding-Doku), ist Confluence übersichtlicher. (2) Jira-Integration für Kanzleien, die Matter-Management mit Jira machen (selten, aber bei Tech-Recht- oder Patent-Kanzleien vorkommend). (3) Markdown-First-Editor — wer aus der Tech-Welt kommt, fühlt sich in Confluence direkt zuhause. Aber: Diese Vorteile zahlen sich nur aus, wenn Sie das Atlassian-Ökosystem ohnehin nutzen.

Eine 25-Anwalts-Kanzlei migriert in 6–10 Wochen sauber zu SharePoint. Phasen: (1) Inventur und Klassifizierung der vorhandenen Mandanten- und Wissensdaten — etwa 1–2 Wochen. (2) Berechtigungs- und Aktenstrukturmodell entwerfen — wer sieht welche Mandantenakten, welche Information Barriers? — etwa 1 Woche. (3) Pilotgruppe mit 3–5 Anwälten — 2 Wochen Test. (4) Migration in Wellen, in der Regel mit ShareGate oder AvePoint Migrator — 2–3 Wochen für 1–2 TB. (5) Schulung und Adoption — 1 Woche intensiv, danach laufend. Wichtig: Während der Migration parallel alten Speicher schreibgeschützt lassen, niemals direkter Cut-Over. Mehr Details im Praxisbericht zur Microsoft 365 Migration und Lizenzierung.

Ja — auf mehreren Ebenen. Standard: Microsoft verschlüsselt alle SharePoint-Daten at-rest mit AES 256 und in-transit mit TLS 1.2+. Das genügt für Geheimnisschutz nach §43a BRAO grundsätzlich, weil Microsoft als Auftragsverarbeiter eingebunden ist. Zusätzliche Schichten: Customer Key (Sie verwalten den Verschlüsselungsschlüssel selbst, Microsoft kann ohne ihn nichts lesen) im E5-Plan enthalten, Sensitivity Labels via Microsoft Purview für dokumentbezogene Verschlüsselung mit Berechtigungen, Double Key Encryption für höchste Vertraulichkeitsstufen (interne Bestechungs-Ermittlungen, M&A-Deals — der zweite Schlüssel liegt ausschließlich bei Ihnen). Für 99 % der Hamburger Kanzleien reicht die Standard-Verschlüsselung plus Sensitivity Labels. Detail im Artikel SharePoint-Sicherheit für IT-Leiter.

Im Tagesbetrieb: nicht zwingend, aber sinnvoll. Eine 5-Anwalts-Kanzlei kann SharePoint nach guter Initial-Einrichtung weitgehend selbst betreiben — Updates kommen automatisch von Microsoft, Backup ist eingebaut. Was Sie wirklich brauchen, ist Initial-Architektur (Aktenstruktur, Berechtigungen, Information Barriers, Aufbewahrungsfristen, Compliance-Setup) — das sind 8–15 Beratungstage je nach Größe. Plus quartalsweise Reviews durch jemanden mit Microsoft-Tiefe. Bei größeren Kanzleien (>30 Berufsträger) wird ein dauerhafter Managed-IT-Partner wirtschaftlich sinnvoll — Sie sparen einen halben IT-Mitarbeiter und bekommen Cybersecurity-Kompetenz dazu. Bei hagel IT betreuen wir mehrere Hamburger Kanzleien aus diesem Cluster.

Atlassian hat das klassische Confluence Server zum 15. Februar 2024 abgekündigt. Aktuell gibt es nur noch Confluence Cloud (gehosted bei Atlassian auf AWS) oder Confluence Data Center (Selbst-Hosting, ab 28.500 €/Jahr für 50 User, mit eigener Datenbank, Cluster-fähig). Für kleine Hamburger Kanzleien ist Data Center wirtschaftlich uninteressant — Lizenzkosten + Hosting + Wartung übersteigen die Cloud-Variante deutlich. Wer aus DSGVO-Gründen Selbst-Hosting will, hat bei SharePoint eine vergleichbare Option (SharePoint Server Subscription Edition, ab etwa 11.000 € Lizenz + Server-Infrastruktur), die ähnlich teuer ist. Pragmatisch 2026: Für 95 % der Mittelstandskanzleien ist Cloud (SharePoint Online oder Confluence Cloud) die richtige Wahl, mit EU-Datenresidency und seriösen Verträgen.

Der HmbBfDI hat sich 2023/2024 mehrfach zu Microsoft 365 geäußert und die Datenschutzkonferenz hat 2022 ihre kritische Stellungnahme veröffentlicht. Kernpunkt: Microsoft 365 ist datenschutzkonform einsetzbar, wenn (a) der Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) gemäß DSGVO-Art. 28 vorliegt, (b) Standard-Vertragsklauseln für Drittland-Transfers (Trans-Atlantic Data Privacy Framework seit Juli 2023), (c) Telemetrie-Datenflüsse dokumentiert und auf Pflichtdaten reduziert sind, (d) DPIA (Datenschutz-Folgenabschätzung) durchgeführt wurde. Microsoft hat in den letzten Jahren stark nachgeschärft (EU Data Boundary vollständig seit Februar 2024). Praxis 2026: Hamburger Kanzleien können Microsoft 365 inklusive SharePoint rechtssicher einsetzen, brauchen aber einen sauberen DPIA-Prozess. Wir helfen mit dem Setup in unserer Microsoft 365 Migration & Lizenzierung.