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KI deaktivieren: 5 Wege, KI in Windows 11, Edge und Chrome abzuschalten

Jens Hagel
Jens Hagel in IT-Insights

Microsoft Copilot in der Taskleiste, Bing-KI in Edge, Gemini in Google Chrome, Windows Recall im Hintergrund — KI-Funktionen tauchen plötzlich an Stellen auf, an denen man sie nicht haben will. Für Geschäftsführer in regulierten Branchen, Datenschützer und alle, die einfach nur in Ruhe arbeiten wollen, ist das mehr als nur ein Ärgernis. Diese Anleitung zeigt fünf konkrete Wege, KI-Features in Windows 11, Edge und Chrome wieder loszuwerden.

Inhalt in Kürze

  • Copilot in Windows 11: Über die Taskleiste lösen oder komplett deinstallieren — beides in unter zwei Minuten erledigt.
  • Edge-KI deaktivieren: In den Einstellungen unter „Copilot und Sidebar” abschalten.
  • Google AI Overviews umgehen: -ai an die Suche anhängen oder die Browser-Erweiterung „Hide Google AI Overviews” installieren.
  • Windows Recall: Status prüfen unter Einstellungen → Datenschutz und Sicherheit. Auf normalen PCs nicht verfügbar.
  • App-spezifische KI-Features (Paint, Notepad, Outlook): Lassen sich einzeln in den App-Einstellungen abschalten.

Warum KI deaktivieren überhaupt sinnvoll ist

Bevor wir zu den Schritten kommen: KI in Windows abzuschalten ist nicht nur eine Frage des persönlichen Geschmacks. Drei handfeste Gründe sprechen dafür:

  • Datenschutz: Features wie Windows Recall oder Copilot greifen tief in Bildschirminhalte und Eingaben ein. In einer Anwaltskanzlei oder Arztpraxis ist das ein Problem — auch wenn Microsoft beteuert, die Daten blieben lokal.
  • Performance: Copilot läuft als Hintergrunddienst, belegt RAM und nimmt Startzeit in Anspruch. Auf älteren Geräten ist der Unterschied spürbar.
  • Kontrolle: Wer KI in seinem Unternehmen einsetzt, will entscheiden, wann und wofür — nicht von Microsoft per Update vor vollendete Tatsachen gestellt werden.

Damit zu den Schritten.

Weg 1: Microsoft Copilot in Windows 11 entfernen

Copilot ist seit Windows 11 Version 23H2 in die Taskleiste integriert. Sie können ihn entweder nur ausblenden oder komplett deinstallieren.

Nur ausblenden:

  1. Rechtsklick auf das Copilot-Symbol in der Taskleiste
  2. „Von Taskleiste lösen” auswählen

Komplett deinstallieren:

  1. Startmenü öffnen
  2. Nach „Copilot” suchen
  3. Rechtsklick auf den Eintrag → „Deinstallieren”

Bei einigen Notebook-Modellen gibt es zusätzlich eine physische Copilot-Taste auf der Tastatur. Diese können Sie unter Einstellungen → Personalisierung → Texteingabe → Copilot-Taste neu belegen, etwa auf den klassischen Suchen-Befehl.

Weg 2: KI-Funktionen in Microsoft Edge ausschalten

Edge bringt sowohl Copilot als auch eine Sidebar mit KI-Vorschlägen mit. Beides lässt sich in den Einstellungen deaktivieren:

  1. Edge öffnen
  2. Drei-Punkte-Menü oben rechts
  3. Einstellungen → Copilot und Sidebar
  4. „Copilot anzeigen” deaktivieren
  5. Bei Bedarf auch „Sidebar anzeigen” abschalten

Wer Edge nur als Zweitbrowser nutzt und gar keine KI haben will, kann zusätzlich unter „Datenschutz, Suche und Dienste” die Vorschläge personalisierter Inhalte ausschalten. Das reduziert Telemetrie und Profilbildung deutlich.

Weg 3: Google AI Overviews in Chrome umgehen

Google blendet seit einiger Zeit KI-generierte Antworten („AI Overviews”) über den klassischen Suchergebnissen ein — oft langsamer, manchmal fehlerhaft, immer unaufgefordert. Es gibt zwei Wege, sie wegzubekommen:

Quick Fix mit Suchparameter:

Hängen Sie an Ihre Suchanfrage einfach -ai an. Beispiel:

nis2 betroffenheit -ai

Das funktioniert sofort und ohne Setup, Sie müssen nur dran denken.

Dauerhaft mit Erweiterung:

Installieren Sie die Chrome-Erweiterung „Hide Google AI Overviews” aus dem Chrome Web Store. Sie filtert die AI-Box automatisch aus jeder Suche heraus — Sie sehen nur noch die organischen Treffer.

Beide Lösungen funktionieren auch in Edge und Brave, da diese auf Chromium basieren.

Weg 4: Windows Recall prüfen und kontrollieren

Recall ist das Feature, das in den letzten Monaten für die meiste Aufregung gesorgt hat: Es macht alle paar Sekunden Schnappschüsse Ihres Bildschirms und macht den Verlauf durchsuchbar. Microsoft hat nach öffentlicher Kritik mehrfach nachgebessert — die Daten bleiben lokal, sind verschlüsselt und werden nicht an Microsoft geschickt.

Trotzdem: Auf normalen Windows-11-PCs ist Recall nicht verfügbar. Es läuft nur auf sogenannten Copilot+ PCs, also bestimmten neuen Geräten mit ARM-Prozessor und einer dedizierten NPU.

So prüfen Sie den Status:

  1. Einstellungen → Datenschutz und Sicherheit → Recall und Snapshots
  2. Wenn der Eintrag fehlt, ist Recall auf Ihrem Gerät nicht verfügbar — alles gut
  3. Wenn er existiert, können Sie Recall hier deaktivieren oder bestimmte Apps und Webseiten ausschließen

In Unternehmen sollten Sie Recall am besten zentral per Gruppenrichtlinie deaktivieren, bevor das erste Copilot+ Notebook ins Netz kommt.

Weg 5: KI-Features in einzelnen Apps abschalten

Auch klassische Windows-Apps haben inzwischen KI-Funktionen bekommen — Paint mit Bildgenerierung, Notepad mit Textumschreibung, Outlook mit Antwortvorschlägen. Die meisten dieser Features sind opt-in: Sie tauchen nur auf, wenn Sie aktiv darauf klicken. Wer sie einfach ignoriert, bleibt verschont.

Wer sie aber gar nicht erst sehen will, kann sie in den App-Einstellungen ausblenden oder die App über die optionalen Windows-Features deinstallieren. Die Vorgehensweise ist je nach App unterschiedlich, aber meist über Datei → Einstellungen → KI-Funktionen erreichbar.

Bonus: KI im ganzen Unternehmen kontrolliert ausrollen

Wer KI nicht abschalten, sondern bewusst und kontrolliert einsetzen will, sollte sie zentral ausrollen — nicht per Endgerät. Microsoft 365 Copilot, ChatGPT Enterprise oder Claude for Business lassen sich pro Nutzer freischalten, mit Datenschutz-Garantien (keine Trainingsnutzung, EU-Hosting), Audit-Logs und konfigurierbaren Schutzmechanismen.

Das ist der saubere Weg: Verbieten, was nicht kontrolliert läuft — und dann eine zentrale, gut konfigurierte Lösung einführen, in der die Mitarbeiter sicher arbeiten können.

Fazit: Sichtbar bleiben, was Sie nutzen

KI-Features in Windows und im Browser sind kein Schicksal. Mit ein paar Klicks haben Sie wieder die Kontrolle darüber, was auf Ihrem Bildschirm passiert. Für Privatanwender reicht das. Für Unternehmen empfehlen wir, KI-Themen strategisch anzugehen: Welche Features sind erlaubt? Welche werden zentral bereitgestellt? Welche sind tabu?

Wir helfen Ihnen, eine klare KI-Richtlinie für Ihr Unternehmen aufzubauen — vom Copilot-Ausschluss per Gruppenrichtlinie bis zur sauberen Microsoft-365-Copilot-Einführung mit Schulung und Datenschutzkonzept.

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Jens Hagel
Jens Hagel
Geschäftsführer, hagel IT-Services GmbH

Seit 2004 begleite ich Hamburger Unternehmen bei der IT-Modernisierung. Microsoft Solutions Partner, WatchGuard Gold Partner, ausgezeichnet als Deutschlands bester IT-Dienstleister 2025 (Brand eins/Statista). Wenn Sie IT-Fragen haben, bin ich direkt erreichbar.

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Häufig gestellte Fragen

Drei Gründe: Datenschutz (insbesondere bei Recall, das Bildschirminhalte aufzeichnet), Performance (Copilot läuft im Hintergrund mit) und Kontrolle. Wer in einem regulierten Umfeld arbeitet — Arztpraxen, Kanzleien, Steuerberater — sollte KI-Features ohnehin grundsätzlich prüfen, bevor sie aktiv sind.

Ja, das ist möglich. Microsoft installiert mit Feature-Updates regelmäßig neue Versionen von Copilot. Wer es dauerhaft loswerden will, sollte die Deinstallation per PowerShell oder über eine Gruppenrichtlinie absichern. Wir richten das auf Wunsch im Rahmen unserer Managed-Workplace-Betreuung zentral ein.

Aktuell nur auf Copilot+ PCs (also bestimmten neuen Geräten mit ARM-Prozessor und NPU). Auf normalen Windows-11-PCs ist Recall nicht verfügbar. Microsoft hat Recall nach öffentlicher Kritik mehrfach überarbeitet — die Daten bleiben lokal, Sie sollten den Status aber trotzdem prüfen.

Ja, der Trick funktioniert weiterhin in Google: einfach -ai an die Suchanfrage anhängen, dann erscheinen die KI-Übersichten (AI Overviews) nicht mehr. Wer die Erweiterung Hide Google AI Overviews installiert, muss daran nicht jedes Mal denken.

Das ist eine separate Lizenz und muss vom Tenant-Administrator aktiv ausgerollt werden — Copilot in Word und Co. erscheint nicht von selbst. Wenn Sie Copilot for Microsoft 365 versehentlich aktiviert haben, können Sie es im Microsoft 365 Admin Center wieder entziehen.