Inhalt in Kürze
- CPU-Auswahl 2026 ist Workload-Auswahl, nicht Marken-Auswahl. Office, CAD, Videoschnitt und KI-Inferenz brauchen sehr unterschiedliche Prozessorklassen — wer alle Mitarbeiter gleich ausstattet, zahlt zu viel oder bremst Power-User aus.
- Copilot+ PC-Schwelle liegt bei 40 TOPS NPU. Intel Core Ultra Series 2/3 (Panther Lake), AMD Ryzen AI 300/400 und Qualcomm Snapdragon X2 erfüllen das; ältere Business-Laptops ohne leistungsfähige NPU nicht.
- ARM ist 2026 erwachsen geworden. Windows 11 26H1 bringt volle Intune-Kompatibilität für Snapdragon X2, Apple Silicon ist im Apple-Stack ohnehin gesetzt — Legacy-x86-Software bleibt aber ein Stolperstein.
- TCO über 4 Jahre zählt, nicht der Einkaufspreis. Zu schwache CPUs kosten den Mittelstand schnell 40.000–60.000 €/Jahr an Produktivität — überdimensionierte Workstations binden unnötig Kapital.
- Refresh-Zyklus planen statt reagieren. 25 % Geräte-Tausch pro Jahr verteilt das Budget und hält die Flotte immer auf aktuellem Security- und Feature-Stand.
Wer 2026 eine CPU-Entscheidung trifft, entscheidet nicht über einen Chip. Sondern über 4 Jahre Produktivität, Security-Risiko und Betriebskosten für jeden Mitarbeiter. Dieser Guide zeigt Ihnen als Geschäftsführer oder IT-Entscheider, wie Sie Prozessoren nach Workloads auswählen, was Intel, AMD, ARM und Cloud-CPUs 2026 wirklich unterscheidet — und warum die „Gute-CPU-für-alle”-Strategie der teuerste Fehler ist.
Wir als IT-Systemhaus in Hamburg beschaffen und betreiben jedes Jahr mehrere Hundert Business-Laptops und Workstations für KMU zwischen 5 und 150 Mitarbeitern. Die Muster sind immer dieselben — und die Fehler auch.
Warum die CPU-Frage für IT-Entscheider wieder wichtig ist
Lange war die CPU-Frage in Unternehmen uninteressant. „Nimm Intel i5, dann läuft’s.” Diese Zeit ist vorbei. Drei Entwicklungen haben 2025/2026 das Spielfeld neu sortiert:
- KI ist im Client angekommen. Microsoft Copilot+ PC, lokale Sprachmodelle, Live-Transkription in Teams, Bildgenerierung in Designer — all das rechnet 2026 nicht mehr in der Cloud, sondern auf der lokalen NPU des Laptops. Ohne 40-TOPS-NPU bleiben Ihre Mitarbeiter von KI-Features ausgeschlossen. Laut Microsoft Learn erfordern viele neue Windows-AI-Funktionen eine NPU mit 40+ TOPS.
- ARM ist Enterprise-tauglich geworden. Apple Silicon dominiert seit 2020 den Premium-Bereich, Qualcomm Snapdragon X (Elite, X2) hat Windows-Laptops mit 20+ Stunden Akkulaufzeit im Business-Portfolio etabliert. Windows 11 26H1 bringt Intune-Vollkompatibilität und ersetzt die letzten x86-Blockaden.
- Cloud-CPU ist Realität. Wer auf Windows 365 Cloud PC, Azure Virtual Desktop oder Hyperscaler-VMs setzt, mietet CPU-Leistung minutengenau — und stellt sich die Frage, wie viel lokale Rechenpower ein Client-Gerät überhaupt noch braucht.
Das Resultat: Die alte Faustformel „Mittelklasse-Intel + 16 GB RAM für alle” funktioniert nicht mehr. Sie produziert entweder unterausgelastete Premium-Laptops im Empfang oder frustrierte Power-User, die mit dem kleinsten gemeinsamen Nenner arbeiten müssen.
Die CPU-Landschaft 2026 — was Sie kennen müssen
Für die Entscheidung reicht es, vier Architektur-Linien zu verstehen. Jede hat 2026 einen klaren Einsatz-Sweetspot:
| Architektur | 2026 relevante Produkte | Sweetspot | Schwächen |
|---|---|---|---|
| Intel x86 | Core Ultra Series 2 (Lunar Lake) + Series 3 (Panther Lake, ab Q1 2026 auf 18A-Fertigung) | Business-Mainstream mit vPro, breite OEM-Auswahl, beste x86-Software-Kompatibilität | Höherer Energieverbrauch als ARM, Premium-Segment teurer |
| AMD x86 | Ryzen AI 300 (Strix Point), Ryzen AI 400, Ryzen AI Pro mit AM5-Sockel | Mehr Kerne pro Euro, stärkere integrierte Grafik, CAD/3D/Videoschnitt | Geringere OEM-Dichte im Business-Segment, vPro-Äquivalent (Pro) weniger verbreitet |
| ARM (Apple) | Apple Silicon M4, M4 Pro/Max, M5 (ab H2 2026) | Premium-Workstations, Kreativ-Teams, exzellente Performance-pro-Watt | Geschlossenes Ökosystem, Windows nur per Parallels-Emulation |
| ARM (Windows) | Qualcomm Snapdragon X Elite, X2 Elite/Extreme, MediaTek Kompanio Ultra | Mobile Power-User, lange Akkulaufzeit, Copilot+ PC-Referenz | Legacy-x86-Software per Emulation (15–30 % Leistungsverlust), noch nicht alle Treiber ARM-nativ |
Laut Intel-Pressemitteilung zur CES 2026 bringt Panther Lake bis zu 16 CPU-Kerne, 12 Xe-Cores GPU und 50 NPU-TOPS — damit liegen beide x86-Riesen mittlerweile über der Copilot+-Schwelle. Bei Apple und Qualcomm war das ohnehin Standard.
Was ist eine NPU — und warum zählt sie jetzt?
Eine NPU (Neural Processing Unit) ist ein Chip-Teilbereich, der auf Matrix-Multiplikationen für neuronale Netze optimiert ist. Sie ist nicht neu — Apple hat sie seit 2017 als „Neural Engine” im iPhone. Neu ist, dass NPU-Leistung seit Windows 11 (24H2) und der Copilot+-PC-Initiative zum Kaufargument für Business-Laptops wurde.
Die Einheit TOPS (Tera Operations Per Second) misst, wie viele Billionen KI-Rechenoperationen pro Sekunde die NPU ausführt. 40 TOPS ist die Microsoft-Mindestanforderung, ab der Windows lokale KI-Features wie Live Captions, Cocreator in Paint, Windows Studio Effects oder die Recall-Suche aktiviert. Wer weiter unten bleibt, sieht diese Features schlicht nicht im Menü. Der Unterschied ist kein Tuning-Regler, sondern ein Hardware-Gate.
Für eine tiefere Einordnung der Hardware-Grundlagen liefert unser Artikel CPU, RAM und Monitor für IT-Entscheider erklärt den Hintergrund zu Kernen, Threads, Cache und Takt. Wenn Sie die direkte Markenfrage interessiert, vergleicht unser Ratgeber Intel vs. AMD 2026 für den Business-Einsatz die aktuellen Generationen modellscharf.
Der Workload-First-Ansatz: Welche CPU für wen?
Der wichtigste Denkfehler bei der Hardware-Beschaffung: Erst das Gerät kaufen, dann überlegen, wer damit arbeitet. Richtig ist andersherum. Gruppieren Sie Ihre Mitarbeiter nach Workload-Profilen — dann wählen Sie pro Gruppe die passende CPU-Klasse. So sieht das in einem typischen Hamburger KMU mit 40 Mitarbeitern aus:
- Office / Vertrieb / Backoffice (60–70 %). E-Mail, Word, Excel, Teams, Browser, CRM im Browser. Zielkonfiguration: Intel Core Ultra 5/7 oder AMD Ryzen AI 5/7 mit NPU, 16 GB RAM, 512 GB SSD. Preisklasse 900–1.400 € netto pro Laptop. Wichtig: NPU für künftige KI-Features mitkaufen, auch wenn Sie sie heute nicht nutzen.
- Controlling / Finanzen / Power-Office (10–15 %). Excel-Modelle mit 500 MB, DATEV, Reporting-Tools, parallele Anwendungen. Zielkonfiguration: Core Ultra 7/9 oder Ryzen AI 7/9, 32 GB RAM, 1 TB SSD. Preisklasse 1.400–2.000 €.
- Kreativ / CAD / Videoschnitt (5–10 %). Adobe Creative Cloud, AutoCAD, Revit, Premiere, Resolve, 3D-Rendering. Zielkonfiguration: Mobile Workstation mit i9/Ryzen 9 oder Apple M4 Pro/Max, 32–64 GB RAM, 1–2 TB SSD, dedizierte GPU (NVIDIA RTX A/Ada). Preisklasse 2.500–4.500 €.
- Entwicklung / Data / KI (2–5 %). Docker, Container, lokale LLMs, Jupyter, parallele VMs. Zielkonfiguration: CPU mit vielen Kernen (Ryzen 9 oder Core Ultra 9), 64 GB RAM, GPU mit 12+ GB VRAM oder Apple M4 Max mit 48 GB Unified Memory. Preisklasse 3.000–5.500 €.
- Empfang / Schulung / Leih-Geräte (5 %). Browser, Kiosk, vielleicht ein Meeting-Tool. Hier reichen Vorjahresmodelle aus dem Refresh — kein Neukauf nötig.
Wir empfehlen unseren Kunden in Hamburg, pro Nutzergruppe genau ein Referenzgerät festzulegen — nicht fünf Varianten. Einheitliche Gerätefamilien reduzieren Ersatzteillager, Dokumentation, Schulungsaufwand und Support-Zeiten dramatisch. Bei Managed-IT-Kunden sehen wir 30–40 % weniger Hardware-Tickets, seit wir Flotten auf drei Standard-Modelle konsolidiert haben.
Intel Core Ultra vs. AMD Ryzen AI — der ehrliche Markenvergleich
Die Gretchenfrage vieler IT-Leiter: Intel oder AMD? 2026 ist die Antwort weniger dramatisch, als Hersteller-Marketing suggeriert. Beide Plattformen haben eine leistungsfähige NPU, vergleichbare Multi-Core-Performance und vollständige Windows-Treiber-Unterstützung.
Für Intel sprechen:
- vPro Enterprise: Remote-Management, Hardware-TPM, Intel AMT, Intune-Zero-Touch-Enrollment — alles aus einem Guss. Für professionelle Flotten-Verwaltung der kürzere Weg.
- OEM-Breite: Dell Latitude, Lenovo ThinkPad, HP EliteBook, Microsoft Surface — die klassischen Business-Linien sind Intel-dominiert, mit 3-Jahres-Pro-Support, Next-Business-Day-Service und Bestands-Managed-Partner-Verträgen.
- Kompatibilität: Jede Business-Software der letzten 15 Jahre läuft nativ. Null Emulation, null Überraschungen beim Rollout.
Für AMD sprechen:
- Preis-Leistung: Bei gleichem Budget bekommen Sie typisch 2–4 Kerne mehr oder 20–30 % schnellere integrierte Grafik. Relevant bei CAD, Videoschnitt, parallelen Workloads.
- Pro-Serie mit AM5-Sockel: Laut it-business.de (MWC 2026) bringt AMD die AI-Pro-CPUs auch für Desktop-Sockel-Systeme — interessant für stationäre Workstations mit späterer CPU-Upgrade-Option.
- Akkulaufzeit: Ryzen AI 300 liegt bei mobilen Workloads oft 10–20 % über vergleichbaren Intel-Geräten.
Unsere Empfehlung für typische KMUs: Entscheiden Sie nach Hersteller-Rahmenvertrag und OEM-Service-Level, nicht nach CPU-Marke. Wenn Ihr Dell-Partner-Tarif bessere Konditionen liefert, nehmen Sie Intel-Latitudes. Wenn Sie bei Lenovo ThinkPad T/P-Serie einen Rabatt haben, nehmen Sie die jeweils aktuelle Generation — in ThinkPads sind beide Plattformen verbaut. Für Power-User mit CAD/3D-Bedarf lohnt sich der gezielte Blick auf AMD Ryzen AI 9 oder Apple M4 Pro/Max.
Ich sehe bei Neukunden ständig gemischte Flotten — zehn verschiedene Laptop-Modelle, drei Hersteller, zwei Generationen. Das ist kein Qualitätsbeweis, sondern ein Support-Albtraum. Die Entscheidung für eine Plattform und einen Hersteller pro Nutzergruppe spart uns im Betrieb mehr Geld, als die Marken-Preisdifferenz je ausmachen könnte.
ARM im Enterprise — wann Apple Silicon und Snapdragon X jetzt Sinn ergeben
Bis 2024 war ARM im klassischen Windows-Unternehmen eine Randnotiz. 2026 ist das anders. Drei Szenarien, in denen ARM-CPUs die bessere Wahl sind:
- Kreativ-Teams mit Apple-Stack. Wenn Ihr Team bereits auf Final Cut, Logic, Adobe oder Figma arbeitet: Apple Silicon (M4, M4 Pro, M5) ist bei Performance-pro-Watt ungeschlagen. Ein MacBook Pro M4 Pro rendert Premiere-Exports in einem Bruchteil der Zeit eines vergleichbaren x86-Laptops — und das bei 15+ Stunden Akkulaufzeit.
- Hochmobile Vertriebs- und Außendienst-Teams. Snapdragon X2 Elite liefert laut Windows Forum 2026 20+ Stunden echte Arbeits-Akkulaufzeit. Für Verkäufer, die den ganzen Tag beim Kunden sind und nur abends laden können, ist das ein messbarer Produktivitätsgewinn.
- Copilot+ PC-Early-Adopter. Die NPU-Leistung der Snapdragon-X-Serie ist aktuell die höchste am Markt (45 TOPS). Wer intensiv mit lokalen KI-Features arbeiten will, bekommt bei Qualcomm tendenziell mehr KI-Headroom als bei Intel oder AMD.
Der Haken bleibt die Software-Kompatibilität. Windows auf ARM führt x86-Software per Emulation aus (Prism-Layer). Native Business-Apps wie Microsoft 365, Teams, Chrome, Edge, Outlook laufen ARM-nativ — aber branchenspezifische Software (ältere ERP-Clients, DATEV-Lokal-Komponenten, spezifische CAD-Plugins, manche VPN-Clients) bringt Überraschungen. Wir prüfen bei jedem ARM-Rollout vorher die komplette Software-Matrix.
Typische Stolpersteine 2026: Hardware-Kopierschutz-Dongles per USB (oft nur x86), ältere Peripherie-Treiber (Drucker, Scanner, Spezial-Hardware), branchenspezifische Legacy-Software ohne ARM-Build. Planen Sie vor einem Snapdragon-Rollout mindestens 2 Wochen Test-Phase mit 3–5 Pilot-Geräten ein — sonst bekommen Sie den Support-Stau später mit Zins und Zinseszins zurück.
Cloud-CPU: Wenn der Prozessor gar nicht mehr im Laptop sitzt
Eine Entwicklung, die viele IT-Entscheider noch unterschätzen: Cloud-CPU-Abstraktion. Microsofts Windows 365 Cloud PC, Azure Virtual Desktop oder klassische Terminalserver-Szenarien verlagern die eigentliche Rechenlast vom Endgerät ins Rechenzentrum. Der Laptop wird zum Render-Fenster.
Das hat drei strategische Konsequenzen:
- Lokale CPU kann schrumpfen — aber nicht verschwinden. Selbst beim Cloud-PC rendert der lokale Browser Teams-Videos, verarbeitet OneDrive-Uploads, steuert Hardware-Schnittstellen. Ein Core Ultra 5 oder Ryzen AI 5 reicht locker, Premium-Hardware wird zur Verschwendung.
- CPU-Leistung wird mietbar. Sie zahlen in Windows 365 pro Nutzer und Monat für eine bestimmte vCPU/RAM-Klasse. Für Entwickler, die phasenweise 16 Kerne brauchen, ist das oft wirtschaftlicher als eine Workstation, die 80 % der Zeit Däumchen dreht. Unsere Modern-Workplace-Implementierungen zeigen regelmäßig, dass hybride Setups (schlanker Laptop + Cloud-PC bei Bedarf) günstiger und flexibler sind als die klassische Einzel-Ausstattung.
- Refresh-Zyklus verschiebt sich. Wenn die Rechenlast in der Cloud sitzt, altert der lokale Laptop langsamer. Wir sehen in Cloud-first-Umgebungen Refresh-Zyklen von 5 statt 4 Jahren — der Laptop ist vor allem Display, Tastatur und Netzwerk-Brücke.
Wer das weiter durchdenken will, findet in unserem Managed Workplace Service den ganzheitlichen Ansatz: Gerät, Lizenzen, Lifecycle, Security aus einer Hand zum Festpreis pro Arbeitsplatz.
TCO-Rechnung: Was kostet ein Business-Laptop wirklich?
Der Einkaufspreis ist der geringste Teil der Wahrheit. Über 4 Jahre gerechnet verteilt sich der Total Cost of Ownership typischerweise so (Beispiel 20-Mann-KMU, Büro-Flotte):
| Posten | Typ. Anteil am 4-Jahres-TCO | Anmerkung |
|---|---|---|
| Hardware-Einkauf | ~30 % | Gerät, Dock, Monitor, Zubehör |
| Software-Lizenzen | ~20 % | M365 Business, Antivirus, Spezial-Apps |
| Support & Tickets | ~25 % | Helpdesk, Remote, Vor-Ort, Reparaturen |
| Produktivitätsverluste | ~15 % | Warten auf lahme Systeme, Ausfälle, Umzüge |
| Security & Compliance | ~7 % | EDR, Patching, Audit-Aufwand |
| Entsorgung & Datenträger-Löschung | ~3 % | DSGVO-konforme Hardware-Entsorgung, zertifizierte Löschung |
Das praktische Resultat: Wer beim Einkauf 200 € spart, um Core Ultra 3 statt 5 zu bekommen, zahlt im Support und durch Produktivitätsverluste oft das Fünffache drauf. Genauso falsch: Premium-Workstations für Empfangs-Mitarbeiter. Die richtige Frage ist nicht „Was kostet das Gerät?” sondern „Was kostet dieser Arbeitsplatz pro Jahr?”
Unser IT-Kosten-Kalkulator rechnet Ihnen die TCO-Grundlinie in zwei Minuten aus. Wer tiefer einsteigen will: Unser Beitrag zu Hardware-Leasing vs. Kauf zeigt, wann welches Finanzierungsmodell wirtschaftlicher ist.
Refresh-Zyklen: Wann tauschen, wann strecken?
Eine der häufigsten Fragen in unseren Quartalsgesprächen mit Geschäftsführern: „Können wir die Laptops nicht noch ein Jahr länger laufen lassen?” Die ehrliche Antwort: Manchmal ja. Meistens nein. Unsere Faustformeln aus der Praxis:
- Office-Laptops: 4 Jahre. Danach steigen Akku-Ersatz, Scharnier-Brüche, Tastatur-Ausfälle überproportional. Windows-Feature-Updates werden zäh, CPU-Microcode-Updates laufen aus.
- Power-User / Kreativ: 3 Jahre. Die intensive Nutzung beschleunigt den Alterungsprozess — und diese Mitarbeiter sind die teuersten, wenn sie warten müssen.
- Stationäre Arbeitsplätze / Empfang: 5 Jahre. Geringe Nutzung, Stromversorgung statt Akku, oft dauerhaft am Dock — hier rechnet sich die Verlängerung.
- Server / Workstations: 5–6 Jahre (mit Support-Vertrag). Entscheidend ist der Hersteller-Support-Zeitraum, danach wird es teuer. Siehe auch unser Artikel zu 5 Zeichen, dass ein PC ersetzt werden muss.
Was bei Managed-Kunden bei uns üblich ist: 25 % Geräte-Tausch pro Jahr. Das verteilt das Budget gleichmäßig, hält die Flotte jung und vermeidet den großen Refresh-Schock alle 5 Jahre. Wer plötzlich 40 Laptops auf einmal tauschen muss, zahlt höhere Preise (keine Rahmenvertrags-Kondition mehr), blockiert internen Rollout-Kapazitäten und hat über Monate gemischte Support-Situationen.
Wir hatten 24 Jahre lang denselben IT-Dienstleister — bis er plötzlich Insolvenz angemeldet hat. Beim ersten Audit kam raus: Dreiviertel unserer Laptops waren über 6 Jahre alt, kein Warranty mehr, Security-Updates eingeschränkt. Der Refresh im Folgejahr hat uns ein halbes Budget gekostet, weil alles gleichzeitig fällig war. Seitdem planen wir Hardware wie einen Abonnementvertrag — jedes Jahr ein Viertel neu.
Security-Dimension: Warum alte CPUs ein Compliance-Risiko sind
Ein Aspekt, der in CPU-Diskussionen oft fehlt: Security. Prozessoren bekommen über ihre Lebensdauer hinweg Microcode-Updates, die bekannte Sicherheitslücken (Spectre, Meltdown, Downfall, Zenbleed) schließen. Für Intel-CPUs typischerweise 5–6 Jahre, für AMD 4–5 Jahre. Danach gibt es keine Microcode-Updates mehr — die Lücke bleibt offen.
Für NIS-2 und DSGVO-Compliance relevante Punkte:
- Stand der Technik: Artikel 32 DSGVO fordert „Stand der Technik” — CPUs ohne aktuelle Microcode-Updates erfüllen das nicht mehr.
- Persönliche Haftung der Geschäftsführung: Unter NIS-2 haftet die Geschäftsführung persönlich für IT-Risiken. Eine Flotte mit EoL-CPUs ist ein dokumentiertes Risiko.
- Cyberversicherung: Viele Versicherer fordern mittlerweile „aktuell unterstützte Hardware” als Voraussetzung für Leistung — sonst Kürzung im Schadensfall.
Das ist kein Theorie-Thema. Wir sehen bei Cyber-Risikoanalysen bei Neukunden regelmäßig Flotten mit 7–8 Jahre alten Laptops, deren CPUs seit 2–3 Jahren keine Microcode-Updates mehr erhalten. Die Aktionsempfehlung ist dann immer dieselbe: Hardware-Inventur, Altersklassen identifizieren, Refresh-Plan für die nächsten 24 Monate.
Praxis-Checkliste: CPU-Beschaffung 2026 richtig machen
Wenn Sie die nächste Beschaffungsrunde planen, arbeiten Sie diese Punkte der Reihe nach ab:
- Workload-Profile definieren. Wer macht was auf welchem Gerät? 3–5 Gruppen sind genug — mehr wird unwartbar.
- Lebenszeit-Zielwert festlegen. 4 Jahre für die meisten Gruppen, 3 für Power-User, 5 für stationär. Diese Zahl steuert Budget, CPU-Klasse und Support-Vertrag.
- NPU-Mindestleistung festlegen. Für Copilot+-Tauglichkeit 40 TOPS. Auch wenn Sie heute keine KI-Features nutzen: In 2 Jahren schon.
- Hersteller-Rahmen klären. Dell Latitude / Lenovo ThinkPad / HP EliteBook / Surface for Business / Apple Business — einer, maximal zwei. Nicht fünf Marken.
- Service-Level definieren. Next-Business-Day Vor-Ort oder 3-Jahres-Pro-Support sind Standard. Für Kritisch-User 4-Stunden-Response.
- Cloud-Verlagerung prüfen. Wo lohnt sich Windows 365 Cloud PC statt lokale Power? Das reduziert CPU-Anforderungen der Clients.
- Rollout-Automatisierung planen. Windows Autopilot + Intune für Windows-Geräte, Apple Business Manager für Macs. Nie mehr manuelle Einrichtung.
- Entsorgung regeln. DSGVO-konforme Datenträger-Löschung, zertifizierte IT-Rücknahme, Nachhaltigkeit dokumentieren.
Wie hagel IT bei CPU- und Hardware-Strategie unterstützt
Hardware-Beratung ist für uns kein Zusatzgeschäft, sondern Teil jeder Managed-IT-Partnerschaft. In unseren Quartalsgesprächen schauen wir uns mit der Geschäftsführung an: Welche Workloads sind in den letzten 3 Monaten gewachsen? Welche Nutzergruppen berichten Performance-Probleme? Wo stehen die Geräte im Refresh-Zyklus? Daraus leiten wir die nächsten Beschaffungsrunden ab — kein Katalog-Verkauf, sondern datengestützte Empfehlungen.
Für KMU in Hamburg und Norddeutschland bedeutet das konkret:
- Workload-Analyse mit RMM-Daten (wo ist die CPU wirklich der Flaschenhals?)
- Hersteller-Rahmenverträge mit Dell, Lenovo, HP, Apple, Microsoft Surface (Projektpreise, die Einzelkunden nicht bekommen)
- Windows Autopilot + Intune Rollout — neue Geräte sind in 20 Minuten betriebsbereit, ohne Techniker-Besuch
- Lifecycle-Management — Refresh geplant, Leasing oder Kauf, zertifizierte Rückgabe
- Security-Compliance — CPU-Microcode-Status, TPM-Konfiguration, BitLocker, NIS-2-Tauglichkeit
Unsere Fallstudie zu interner IT vs. Systemhaus zeigt am Beispiel eines 30-Mann-Betriebs, wie sich die Gesamtkosten verschieben, wenn Hardware-Beschaffung, Rollout und Lifecycle aus einer Hand kommen.
Hardware-Strategie ehrlich bewerten lassen?
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