Inhalt in Kürze
- HPE Aruba Switches sind die Netzwerk-Switches von Aruba Networks (HPE-Tochter). Aktueller Baukasten: die Aruba-CX-Serie mit Modellen von CX 4100 (sehr klein) über CX 6100/6200/6300 (Mittelstands-Access bis Aggregation) bis CX 8320 (Core/Datacenter).
- Ideal für 10 bis 250 Mitarbeiter mit mehreren Access-Switches, Managed WLAN, VoIP und Kameras. PoE+ bis 30 W pro Port, PoE++ bis 90 W je nach Modell.
- Aruba Central ist das Cloud-Management — eine einheitliche Oberfläche für Switches, Access Points und SD-Branch. Spart bei Multi-Standort-Netzen Stunden pro Konfigurationsrunde, ist aber kein Muss für Single-Site-Netze.
- Aus unserer Praxis: In 8 von 10 KMU-Netzwerken, in denen wir Aruba einsetzen, ist CX 6100 der Access-Switch und CX 6300 der Aggregation-Switch. Der Rest entscheidet sich zwischen Cisco Catalyst, Meraki und Ubiquiti — je nachdem, wer das Netz später betreibt.
Ein Switch ist kein Router, kein Access Point und kein Firewall. Er ist der Verteiler, an dem alle Kabel zusammenlaufen — und wenn er langsam, instabil oder schlecht konfiguriert ist, spürt das jeder im Haus. HPE Aruba Switches sind neben Cisco Catalyst, Cisco Meraki und Ubiquiti einer der vier Namen, die im deutschen Mittelstand bei Netzwerk-Projekten regelmäßig auf dem Tisch liegen. Dieser Guide zeigt, welche Aruba-Modelle 2026 Sinn ergeben, wann Aruba die richtige Wahl ist — und wann nicht.
Was sind HPE Aruba Switches?
HPE Aruba Switches sind Enterprise-Grade-Netzwerk-Switches von Hewlett Packard Enterprise. 2026 dominiert die Aruba-CX-Serie mit drei Klassen: CX 6000/6100 (Edge-Switches, 24–48 Ports), CX 6200/6300 (Aggregation) und CX 8000 (Spine/Core-Switches für Rechenzentren). Verwaltung zentral über Aruba Central Cloud (SaaS) oder Aruba NetEdit (on-prem).
HPE Aruba Switches sind Enterprise-Netzwerk-Switches der Marke Aruba Networks, die seit 2015 zu Hewlett Packard Enterprise (HPE) gehört. Sie leiten Datenverkehr zwischen Geräten in einem lokalen Netzwerk weiter, unterstützen VLANs zur logischen Trennung, priorisieren Traffic per QoS, versorgen Access Points und Telefone per Power-over-Ethernet und lassen sich per CLI, Web-UI oder über die Cloud-Plattform Aruba Central zentral verwalten.
Anders als unmanaged Switches aus dem Elektronik-Fachhandel sind Aruba-Switches vollwertige Managed Switches mit Layer-2- und je nach Modell Layer-3-Funktionen, Stacking, MACsec-Verschlüsselung und vorbereiteter Integration in ein 802.1X-/NAC-Konzept (Network Access Control). In der DACH-Region laufen sie typischerweise in Unternehmen ab etwa 30 Mitarbeitern — kleiner wird es kostentechnisch meist nicht darstellbar.
Zitierfähige Definition: Laut HPE Aruba Produktdokumentation sind Aruba-Switches „die Netzwerk-Grundlage für Edge, Campus und Rechenzentrum — mit einem einheitlichen Betriebssystem (AOS-CX) und Cloud-nativer Verwaltung”. Entscheidend ist dabei weniger der Marketing-Begriff Cloud-native, sondern das einheitliche Betriebssystem — eine saubere AOS-CX-Basis vereinfacht die Zusammenarbeit zwischen Access-, Aggregation- und Core-Layer erheblich.
Aruba-CX-Serie 2026 — welches Modell für welchen Einsatz?
Die Aruba-CX-Serie ist seit 2018 das Hauptprodukt und hat die älteren HPE-Aruba-2530/2930/3810-Modelle schrittweise ersetzt. 2026 sieht der Baukasten im Mittelstand typischerweise so aus:
| Modell | Typ | Ports (Beispiel) | PoE | Stacking | Einsatz |
|---|---|---|---|---|---|
| Aruba CX 4100i | Industrial-Access | 12/24 × 1 GbE | PoE+/PoE++ | nein | Kleine Filialen, Werkshallen, raue Umgebung |
| Aruba CX 6000 | Smart-Rate Access | 24/48 × 1 GbE | PoE+ optional | begrenzt | Budget-Access ohne Cloud-Management |
| Aruba CX 6100 | Access | 24/48 × 1 GbE + 4 × 10 G SFP+ | PoE+ (bis 740 W) | nein | Standard-Access-Switch im KMU |
| Aruba CX 6200 / 6200F | Access | 24/48 × 1 GbE + 4 × 10 G SFP+ | PoE+/PoE++ | Backplane-Stack | Access mit Stacking-Anforderung |
| Aruba CX 6300 / 6300F | Aggregation | 24/48 × 1/10 GbE + 4 × 50 G | PoE++ | VSF Stacking | Aggregation-Layer, Mid-Core |
| Aruba CX 8320 / 8325 | Core / Datacenter | 32/48 × 10/25/40/100 G | — | VSX | Core-Switch, Rechenzentrum |
Die Modellnamen lesen sich einfacher, wenn man sich merkt: Die erste Ziffer steht grob für die Rolle (4 = klein/industrial, 6 = Campus/Access/Aggregation, 8 = Core/Datacenter), die nachfolgenden Ziffern für das Feature-Set. Ein CX 6300 kann alles, was ein CX 6100 kann — plus Stacking, Layer-3-Dynamic-Routing und höhere Backplane. Ein CX 4100i ist hardwareseitig für höhere Temperaturen und Staub ausgelegt (Produktionshalle, Lager).
Für ein typisches Hamburger KMU mit 60 Arbeitsplätzen, VoIP, Managed Wi-Fi und 8 Kameras reichen zwei CX 6100 48G PoE+ im Access und ein CX 6300M als Aggregation — fertig. Die 100-GbE-Welt der CX 8320 sehen wir erst bei Rechenzentrums-Projekten oder großen Multi-Campus-Umgebungen.
Aruba Switch 2026 — die 4 wichtigsten Modelle für KMU
Wer für ein KMU-Netz die Switch-Wahl auf das Wesentliche eindampfen will, kommt 2026 mit vier Modellen aus der Aruba-CX-Serie aus:
- Aruba CX 6100 48G PoE+ (JL675A) — Standard-Access-Switch. 48 × 1 GbE PoE+, 4 × 10 GbE SFP+, 740 W PoE-Budget. Läuft mit AOS-CX 10.x, optional an Aruba Central angebunden. Straßenpreis 2026: 2.000 bis 2.800 Euro netto. Sweet-Spot für die meisten Büro-Etagen mit VoIP und Wi-Fi 6.
- Aruba CX 6200F 48G PoE+ (JL728A) — Access mit Stacking. Wie 6100, aber mit Backplane-Stack (VSF) und mehr Features. Sinnvoll, wenn 2+ Access-Switches in einem Schrank als logische Einheit laufen sollen. Preis: rund 3.200 bis 3.800 Euro netto.
- Aruba CX 6300M 48G PoE++ (JL663A) — Aggregation / Mid-Core. 48 × 1/10 GbE, 4 × 50-GbE-Uplinks, PoE++ Type 4 (90 W), volle Layer-3-Dynamic-Routing. Verbindet die Access-Switches untereinander und mit Firewall/Server. Preis: ab 5.500 Euro netto.
- Aruba CX 6300F 24Y4C — Aggregation für gemischte Server-/Access-Lasten. 24 × 25 GbE SFP28 + 4 × 100 GbE QSFP28, ideal wenn Server bereits 10/25 GbE sprechen. Preis: ab 8.500 Euro netto.
Alle vier Modelle nutzen AOS-CX 10.x, lassen sich über Aruba Central (Cloud) oder lokal per Web-UI/CLI verwalten und sind mit Aruba Lifetime Warranty 2.0 ausgestattet. Für Standorte ab 100 Mitarbeitenden oder Rechenzentrums-Anbindung kommt zusätzlich die CX-8000-Reihe (8320/8325) ins Spiel — aber das ist dann eher Projektgeschäft als Standard-KMU.
Aruba vs. Cisco Catalyst vs. Cisco Meraki vs. Ubiquiti
Die Switch-Wahl entscheidet sich selten am einzelnen Datenblatt. Sie entscheidet sich daran, wer das Netz später betreibt, welche WLAN-Lösung schon da ist und wie viel Cloud-Abhängigkeit gewollt ist. Diese vier Produkt-Familien sind im deutschen Mittelstand realistisch. Gartner führt sie alle im „Magic Quadrant Enterprise Wired & Wireless LAN” — HPE Aruba und Cisco als Leader, Ubiquiti als Nischen-Spieler mit starker Preis-Position.
| Kriterium | HPE Aruba CX | Cisco Catalyst | Cisco Meraki | Ubiquiti UniFi |
|---|---|---|---|---|
| Zielgruppe | KMU bis Enterprise | KMU bis Enterprise | KMU, Multi-Site | KMU, IT-affine Teams |
| Management | Aruba Central / CLI | IOS-XE CLI / DNA Center | Meraki-Cloud (Pflicht) | UniFi-Controller (self-hosted oder Cloud) |
| Lizenz-Abo | optional (Central) | teils Pflicht (DNA, Smart Licensing) | Pflicht (ohne Lizenz kein Betrieb) | keine Lizenz-Abos |
| Einstiegspreis 24-Port PoE+ | ~1.100 € | ~1.400 € | ~1.200 € (+ Lizenz 3J) | ~400 € |
| Lifetime-Warranty | ja (Lifetime 2.0) | nein (Smart-Net-Verträge) | nein (Hardware während Lizenz) | nein (1 Jahr Standard) |
| Feature-Tiefe | sehr hoch | sehr hoch | mittel (bewusst vereinfacht) | mittel |
| Deutscher Support | HPE/Partner DACH | Cisco/Partner DACH | Cisco/Partner DACH | Forum, Partner |
| Best-Fit | 30–300 MA, Managed WLAN | große Bestandsnetze | Multi-Standort mit wenig IT | kleine Büros, Agenturen |
Wann welche Wahl in der Praxis sinnvoll ist:
- Aruba CX: Wenn Sie Aruba-Access-Points (bis Wi-Fi 7) haben oder planen, wenn Lifetime-Warranty und ein möglichst lizenz-schlankes Setup wichtig sind und wenn das Unternehmen in die Richtung „sauber managed, aber keine SaaS-Pflicht” tendiert.
- Cisco Catalyst: Wenn es bereits ein gewachsenes Cisco-Netz gibt, die IT mit IOS-XE-CLI vertraut ist oder ein spezialisierter Cisco-Partner das Netz betreut.
- Cisco Meraki: Wenn 5 oder mehr Standorte zentral gemanagt werden müssen, niemand im Haus CLI kann und das Abo-Modell (pro Gerät und Jahr) akzeptiert wird. Achtung: Ohne Lizenz ist ein Meraki-Switch nach 30 Tagen tote Hardware — das ist keine Option für preissensitive Kunden.
- Ubiquiti UniFi: Wenn das Budget eng ist, das Netz überschaubar (< 40 Arbeitsplätze) und es einen internen IT-Verantwortlichen gibt, der sich mit der UniFi-Oberfläche wohlfühlt. Ehrliche Einschätzung: Für Agenturen und kleine Startups passt Ubiquiti, für regulierte Branchen (Finanz, Gesundheit, Produktion mit NIS-2-Pflicht) ist es selten genug.
Wer heute keine klare Präferenz hat, sollte die Entscheidung an den Access Points ausrichten, nicht am Switch. Wer Aruba-APs will, kauft Aruba-Switches — weil sich dann alles über Aruba Central verwalten lässt. Wer Meraki-WLAN hat, bleibt bei Meraki-Switches. Ein gemischter Stack (Aruba-Switches + Meraki-APs) funktioniert technisch, macht aber die Verwaltung unnötig kompliziert.
Viele Kunden kommen zu uns mit der Frage „Aruba oder Cisco". Meistens ist das die falsche Frage. Die richtige lautet: Wer soll dieses Netz in 3 Jahren betreiben — und mit welcher Oberfläche? Wenn am Ende ein interner Admin oder ein externer Partner das Netz pflegt, sollte die Management-Plattform zu beiden passen. Die Hardware ist fast Nebensache.
Aruba Central — das Cloud-Management erklärt
Aruba Central ist die Multi-Tenant-Cloud-Plattform, über die HPE Aruba sämtliche Aruba-Hardware zentral verwalten lässt: Switches, Access Points, SD-Branch-Gateways, UXI-Sensoren. Für Multi-Standort-Netze ist das der größte funktionale Unterschied zu Cisco Catalyst (wo die Cloud-Alternative Meraki ein anderes Produkt ist, nicht dieselbe Codebase).
Was Aruba Central konkret bringt:
- Zero-Touch-Provisioning: Neuer Switch ankommt, wird ausgepackt, ans Strom und LAN angeschlossen — Konfiguration lädt sich automatisch aus der Cloud. Ein kompletter Branch-Rollout wird dadurch zur 15-Minuten-Aufgabe statt zum Tages-Projekt.
- AI-Ops: Anomalie-Erkennung im Traffic, Root-Cause-Analyse bei WLAN-Problemen, automatische Korrelation zwischen Switch-, AP- und Client-Events. Laut heise ist AI-Ops einer der Haupttreiber der HPE-Juniper-Übernahme 2024 — das Feature-Set wächst weiter.
- Policy Management: VLANs, ACLs und 802.1X-Profile werden einmal zentral definiert und auf Geräte-Gruppen verteilt — nicht mehr per CLI auf jedem Switch einzeln.
- Compliance-Reporting: Ein PDF-Export für IT-Revision, Versicherung oder Datenschutzbeauftragten mit dem Stand der Konfiguration, Firmware-Versionen und offenen Sicherheits-Hinweisen.
Wo Aruba Central nicht gebraucht wird: Single-Site, zwei Switches, zehn Mitarbeiter — da reicht die eingebaute Web-Oberfläche oder CLI-SSH völlig. Das Central-Abo (rund 50 bis 120 Euro pro Switch und Jahr, je nach Tier) würde sich hier nie amortisieren.
Aruba Central ist optional, Meraki ist es nicht. Ein Aruba-CX-Switch läuft jahrelang ohne Central-Lizenz weiter — man verwaltet ihn dann einfach über Web-UI, CLI oder AirWave. Ein Meraki-Switch hingegen wird nach Ablauf der Lizenz zur Briefbeschwerer. Das ist einer der wichtigsten strategischen Unterschiede zwischen beiden Welten.
PoE+ und PoE++ — Strom über das Netzwerk-Kabel
Power-over-Ethernet liefert Strom über dieselbe LAN-Leitung, die auch die Daten transportiert. Für Access Points, VoIP-Telefone, Kameras, elektronische Türschlösser, Digital Signage und kleine Edge-Devices spart das jede einzelne Steckdose — und macht die Installation deutlich sauberer.
| Standard | Leistung (Port) | Typische Last | Aruba-Modelle (Beispiel) |
|---|---|---|---|
| PoE (802.3af) | bis 15,4 W | VoIP-Telefon, ältere AP | alle CX-Modelle |
| PoE+ (802.3at) | bis 30 W | Wi-Fi-6-AP, Kameras | CX 6100 PoE+, CX 6200F |
| PoE++ Type 3 (802.3bt) | bis 60 W | Wi-Fi-6E/7-AP, PTZ-Kameras, Türsysteme | CX 6200F Type 3, CX 6300F |
| PoE++ Type 4 (802.3bt) | bis 90 W | Heizungsgehäuse-Kameras, Digital-Signage, Thin-Clients | CX 6300F Type 4 |
Wichtig ist nicht nur der Standard pro Port, sondern das Gesamt-Budget des Switches. Ein 48-Port-CX-6100 mit PoE+ (740 W Budget) kann nicht alle 48 Ports mit 30 W versorgen — das wären 1.440 W. Entweder man verteilt die Strom-Verbraucher (wenige Power-Devices plus viele Standard-Clients) oder man geht direkt auf das größere PoE-Netzteil des CX 6100 mit 1.440 W Budget.
Planungs-Faustregel aus der Praxis:
- Pro Büro-Etage mit 40 Arbeitsplätzen rechnen wir mit 6 bis 10 PoE-Access-Points (je 20 W) und 10 bis 20 VoIP-Telefonen (je 7 W).
- Für Kamera-Projekte: PTZ-Deckenkamera mit Heizung = 30 W, einfache Bullet-Kamera = 12 W. Bei 16 Kameras sind das 300 bis 500 W Dauer-Last.
- Bei Wi-Fi 7 (CX-fähig via 6200F Type 3 und 6300F) PoE++ einplanen, nicht nur PoE+.
Wir hatten immer Probleme mit WLAN, besonders wenn viele Leute gleichzeitig in der Videokonferenz waren. hagel IT hat sich das angeschaut, die Switches getauscht und die Access Points umkonfiguriert. Seitdem ist das Thema durch — niemand spricht noch über WLAN. Und das ist das beste Kompliment, das man einer IT machen kann.
Security: MACsec, NAC und 802.1X richtig einsetzen
Ein Switch ist der Ort, an dem Netzwerk-Sicherheit wirklich anfängt. Firewall und VPN sind die Außenhaut — aber wer einmal im LAN ist, hat in klassischen flachen Netzwerken Zugriff auf alles. Aruba-CX-Switches bringen drei zentrale Security-Bausteine mit:
1. 802.1X (Port-Based Network Access Control) Bevor ein Gerät überhaupt ins Netzwerk darf, muss es sich authentifizieren — entweder per Zertifikat (Client-Device), per Benutzer-Login (BYOD) oder per MAC-Authentifizierung (für Drucker, Kameras, Türöffner). Das Authentifizierungs-Backend liefert Aruba ClearPass oder ein Microsoft-NPS-Server.
2. Dynamische VLAN-Zuweisung Abhängig vom authentifizierten Nutzer oder Gerät landet der Port automatisch im richtigen VLAN. Ein Besucher-Laptop im Meeting-Raum bekommt Internet, aber keinen Zugriff auf interne Server. Ein Drucker bekommt das Drucker-VLAN, ein Mitarbeiter-Laptop das Mitarbeiter-VLAN — alles ohne manuelles Umstecken.
3. MACsec-Verschlüsselung zwischen Switches Uplink-Kabel zwischen Switches oder zum Core-Router laufen im Technikraum, aber auch mal durch Kabelkanäle oder über mehrere Stockwerke. MACsec (IEEE 802.1AE) verschlüsselt den Traffic auf Layer 2 Ende-zu-Ende — wer sich physisch in die Leitung klemmt, sieht nur Chiffrat. Besonders relevant in Shared-Office-Umgebungen und Industrial-Netzen.
Realistische Umsetzungs-Reihenfolge im Mittelstand:
- VLAN-Segmentierung (Clients, Server, Drucker, IoT, Gast) — Pflicht, relativ schnell machbar.
- 802.1X mit MAC-Authentifizierung als Einstieg, später mit Zertifikaten.
- MACsec auf Inter-Switch-Links, sobald NIS-2-Pflicht oder vergleichbare Compliance greift.
Das BSI listet diese Maßnahmen im IT-Grundschutz-Baustein NET.2 (Funknetze) und NET.1.1 (Netzarchitektur und -design) als Grundschutz — Switches, die das technisch nicht können, fallen bei einer sauberen Cyber-Risikoanalyse durch.
Häufige Fehler bei Aruba-Einführungen
Diese sieben Fallen sehen wir regelmäßig. Wer sie kennt, spart sich teure Nachbesserungen:
- Falsch dimensioniertes PoE-Budget. Teil der Wi-Fi-APs rennt nach dem Umzug in den PoE-Zwangs-Modus zurück, weil das Budget-Limit erreicht ist. Fix: vor dem Kauf nachrechnen, dann 30 % Reserve.
- Einen CX 6100 als Aggregation-Switch benutzt. 6100 ist pure Access-Hardware — kein Stacking, begrenzte Layer-3-Features. Für Aggregation gehört ein 6300 hin.
- Aruba Central gekauft, aber CLI-only betrieben. Lizenz läuft, Nutzen liegt bei null. Entweder komplett umsteigen oder Central-Abo kündigen.
- VLAN-IDs frei erfunden. Jeder Standort kocht sein eigenes Süppchen — nach dem dritten Site-to-Site-VPN kollidieren Nummern und das Routing fällt auseinander. Fix: VLAN-Schema sitewide einmal definieren.
- Keine Management-VLANs getrennt. Die Switches sind per Produktiv-VLAN erreichbar. Angreifer mit LAN-Zugang haben direkten Angriffsvektor. Management-VLAN ist Pflicht, kein Nice-to-have.
- Firmware-Updates nicht gepflegt. Aruba veröffentlicht AOS-CX-Updates quartalsweise. Wer Firmware 2 Jahre liegen lässt, hat oft CVE-Warnungen offen — besonders ärgerlich bei BSI-Prüfungen.
- Kein Config-Backup. Switch fällt aus, Ersatzgerät ist da — und niemand hat die Running-Config exportiert. Aus „1 Stunde tauschen" wird „1 Tag Netzwerk wiederaufbauen".
Checkliste: Ist Ihr Switch-Netzwerk gesund?
Diese Punkte sollten Sie einmal im Quartal prüfen — 30 Minuten reichen aus:
- Firmware-Stand: AOS-CX aktuell? Sicherheits-Patches eingespielt?
- Config-Backup: Letzter Export nicht älter als 30 Tage, außerhalb des Switches gespeichert?
- VLAN-Segmentierung: Gibt es mindestens Clients / Server / Drucker / IoT / Gast getrennt?
- Management-VLAN: Nicht identisch mit Produktions-VLANs?
- Uplink-Redundanz: Aggregation-Switch zum Core mindestens 2 × 10 GbE (LACP)?
- PoE-Auslastung: Budget zu unter 70 % belegt? Luft für neue AP/Kameras?
- Port-Doku: Jeder Port hat eine Beschreibung (Gerät, Standort, VLAN) in der Config?
- SNMP / Monitoring: Switch wird von PRTG, Checkmk oder Aruba Central überwacht?
- Monitoring-Alarme: Link-down, PSU-Fehler, Temperatur-Warnung — wirklich scharf gestellt?
- Supportvertrag / Warranty: Aktueller Aruba-Support aktiv (bei CX meist Lifetime) — wer ist der Händler?
Was Sie heute tun können
Sie müssen nicht sofort ausschreiben. Drei Schritte, mit denen Sie in zwei Wochen wissen, wo Sie stehen:
- Ist-Stand dokumentieren. Welche Switches stehen im Haus, welche Firmware, wie viele PoE-Geräte hängen dran? Ohne diese Basis ist jede Switch-Diskussion Spekulation.
- Aruba-Angebot vergleichen. Fordern Sie bei Ihrem Händler ein Angebot für CX 6100 und CX 6300 an — gleichzeitig ein Cisco-Catalyst- und ein Meraki-Vergleichs-Angebot. Der Preis-Unterschied ist oft geringer als erwartet, die TCO-Unterschiede (Lizenzen!) sind es nicht.
- Netz-Konzept bauen lassen. VLAN-Plan, 802.1X-Roadmap, Monitoring-Schnitt: Das ist kein Produkt, das man kauft — das ist ein Design. Wir machen das im Rahmen einer Netzwerk-Beratung als kompakten Workshop, Ergebnis ist eine Skizze plus Kostenindikation.
Fazit
HPE Aruba Switches sind eine der drei seriösen Switching-Alternativen für den deutschen Mittelstand — neben Cisco Catalyst und Cisco Meraki. Für Unternehmen mit 30 bis 300 Mitarbeitern, die ein technisch sauberes Netz ohne Cloud-Pflicht wollen und Aruba- oder HPE-Erfahrung mitbringen, ist die CX-Serie 2026 die pragmatische Wahl. Für Multi-Standort-Netze lohnt das Central-Abo, für Single-Site-Setups reicht die CLI.
Die falsche Frage ist „Aruba oder Cisco”. Die richtige Frage ist „Welches Betriebsmodell wollen wir in 3 Jahren?” — und daraus ergibt sich die Hardware fast automatisch. Wenn Sie bei dieser Frage unsicher sind, helfen eine Stunde Netzwerk-Analyse und ein belastbares Angebot deutlich mehr als weitere Datenblatt-Recherche.
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Erstgespräch buchen →Weiterführende Quellen
- HPE Aruba Networks — Produktübersicht Switches
- HPE Aruba — Aruba Central
- Gartner Peer Insights — Enterprise Wired & Wireless LAN
- heise — HPE kauft Juniper für 14 Mrd. Dollar
- BSI IT-Grundschutz — Baustein NET.1 Netzarchitektur
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