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14 Min.

Thin Client Lösungen: Der Praxis-Guide für KMU 2026

Jens Hagel
Jens Hagel in IT-Insights

Inhalt in Kürze

  • Ein Thin Client ist ein schlankes Endgerät, das Desktops aus dem Rechenzentrum oder aus der Cloud (VDI, Azure Virtual Desktop, Windows 365, Citrix) anzeigt — ohne lokale Daten, mit 8–20 Watt Stromverbrauch.
  • Zero Clients gehen noch einen Schritt weiter: kein Betriebssystem, nur ein fest verdrahtetes Protokoll. Maximale Sicherheit, minimale Flexibilität.
  • Marktführend für KMU 2026: HP, Dell Wyse, LG (IGEL OS), Fujitsu Futro und für Zero Clients Teradici/PCoIP. Preise pro Gerät 250–600 €.
  • In der 5-Jahres-TCO liegen Thin Clients typisch 15–30 % unter klassischen PCs — entscheidend sind VDI-Lizenzkosten, Strom, Support und Lebensdauer.

Ein Callcenter in Hamburg mit 40 Schichtarbeitern. Drei Werkstattplätze, an denen jeder zweite Tag ein anderer Monteur sitzt. Zwei Empfangstresen, Konferenzräume mit Gastrechnern. Und dann noch fünf Außendienstler, die sich in der Bahn ins CRM einloggen. Fünf Baustellen, eine Lösung: Thin Client Lösungen mit zentral verwalteten Desktops. Hört sich nach Konzerntechnik an — ist aber 2026 für jedes Hamburger KMU ab 10 Arbeitsplätzen sinnvoll und messbar günstiger als ein Park voller Windows-PCs.

Was ist ein Thin Client?

Ein Thin Client ist ein kleines, schlankes Endgerät, das selbst kaum Rechenleistung hat — es zeigt nur den Desktop an, der auf einem Server oder in der Cloud läuft. Tastatur, Maus, Monitor und Ton bleiben lokal, alles andere liegt zentral. Die Hardware ist stromsparend, lüfterlos, hat keine klassische Festplatte und wird über die Firmware oder ein winziges Betriebssystem wie IGEL OS, Dell ThinOS oder Windows IoT betrieben.

Der Unterschied zum klassischen PC liegt nicht im Look — moderne Thin Clients sind kaum größer als ein Taschenbuch und stehen hinter dem Monitor. Er liegt in der Architektur: Auf dem Gerät ist nichts gespeichert, was ein Angreifer gebrauchen könnte. Keine Word-Dokumente, keine PST-Dateien, keine Browser-Cookies. Wird das Gerät geklaut oder geht kaputt, tauscht der Mitarbeiter einfach die Kiste — und meldet sich wieder an.

8–20 W
Stromverbrauch (vs. 150–300 W PC)
250–600 €
Anschaffung pro Gerät
7–10 J.
Typische Nutzungsdauer
15–30 %
TCO-Ersparnis über 5 Jahre

Wie ein Thin Client arbeitet — in drei Sätzen

  1. Der Mitarbeiter schaltet den Thin Client ein — nach 10–20 Sekunden steht der Login-Bildschirm.
  2. Die Anmeldung startet eine Verbindung zu einem Virtual Desktop oder Cloud-PC — typisch über RDP, ICA/HDX (Citrix), Blast (Omnissa/VMware) oder PCoIP (Teradici).
  3. Der Nutzer sieht das gewohnte Windows 11 mit Outlook, Word, Teams, ERP — alles läuft auf dem Server, der Thin Client überträgt nur Tastatur, Maus und Pixel.

Thin Client vs. Zero Client vs. Fat Client

Diese drei Begriffe tauchen in Hersteller-Broschüren synonym auf — sind es aber nicht. Der Unterschied entscheidet über Flexibilität, Sicherheit und Support-Aufwand.

KriteriumFat Client (klassischer PC)Thin ClientZero Client
BetriebssystemVollwertiges Windows 11 / macOSMini-OS (IGEL, ThinOS, Windows IoT)Firmware, fast kein OS
Daten auf dem GerätJa, lokal gespeichertNeinNein
Stromverbrauch150–300 W8–20 W5–10 W
Protokoll-FlexibilitätAlle Clients installierbarMehrere (RDP, ICA, Blast, PCoIP)Genau eines, fest verdrahtet
KonfigurierbarkeitVoll (USB, Drucker, lokale Apps)Mittel (zentral verwaltet)Minimal (sicherheitsgetrieben)
AngriffsflächeHoch (Windows-Exploits, Ransomware)NiedrigSehr niedrig
Lebensdauer4–6 Jahre7–10 Jahre8–10 Jahre
Typischer Preis800–1.400 €250–600 €350–700 €
Update-AufwandPro Gerät, manuell oder über IntuneZentral (IGEL UMS, Wyse Management)Firmware-Flash zentral
Wo sinnvoll?Entwickler, CAD, VideoschnittBüro, Callcenter, Shared Desk, ProduktionHochsicher, Homeoffice behördlich, Leitstände

Warum das in der Praxis zählt

Wir sehen bei Erstgesprächen in Hamburg regelmäßig Setups, in denen die IT 60 PCs mit vollem Windows betreibt, obwohl 50 davon nur Outlook, Teams und ein Branchenprogramm brauchen. Jede Windows-Installation ist eine offene Flanke: Ransomware-Einfallstor, Update-Baustelle, Support-Ticket-Generator. Ein Wechsel auf Thin Clients + Azure Virtual Desktop reduziert die Angriffsfläche messbar und entlastet den internen Admin spürbar. Das ist auch der Grund, warum die meisten Neukunden nach dem ersten Cyber-Risikocheck das Thema Thin Clients plötzlich sehr ernst nehmen.

Thin Client Anbieter 2026 — Hardware im Überblick

Der Markt ist überschaubar. Vier Hersteller teilen sich den deutschen KMU-Markt, dazu kommt die Zero-Client-Nische von Teradici/HP Anyware.

AnbieterModelle 2026OSBesonderheitListenpreis (ca.)
HPHP t540 / t640 / t740 Thin ClientHP ThinPro (Linux) oder Windows IoTGutes Management über HP Device Manager, starker Support in DACH280–650 €
Dell WyseWyse 3040 / 5070 / OptiPlex 3000 Thin ClientDell ThinOS oder Windows IoTSehr schlanker ThinOS-Boot (10 s), Wyse Management Suite kostenlos250–600 €
LG / IGELLG Thin Clients mit IGEL OS vorinstalliertIGEL OS 12Deutscher Plattform-Standard, läuft auch auf Altgeräten (Wiederverwertung)330–550 €
FujitsuFujitsu FUTRO S9011 / S7011Linux (eLux) oder Windows IoT”Made in Germany”-Image, gute Serienlogistik, lange Verfügbarkeit290–520 €
Teradici / HP AnywareHP Anyware Zero ClientFirmwareReines PCoIP, Zero Client, für Behörden/Hochsicherheit400–700 €

Quellen: HP Thin Client Produktübersicht, Dell Wyse Thin Clients, IGEL & LG Partnerschaft, Fujitsu FUTRO.

Software-Stack — das eigentliche Geheimnis

Die Hardware ist austauschbar. Entscheidend ist, was der Thin Client anzeigt. Marktübliche Kombinationen 2026:

  • Azure Virtual Desktop (AVD) auf Microsoft Azure — führend in Deutschland, Multi-Session ab Windows 11 24H2
  • Windows 365 Cloud PC — dediziert, pro-User-Lizenz, kaum Administrationsaufwand
  • Citrix DaaS — klassisch in Konzernen, bei KMU nur noch selten
  • VMware Horizon / Omnissa Horizon — bei Neuentscheidungen ohne Altbestand fast verschwunden
  • Klassischer Terminalserver (RDS) — on-premise, für kleine Teams mit Branchensoftware, die nicht in die Cloud darf

Details zu den Cloud-Varianten stehen im Terminal Server vs. AVD-Artikel. Eine Thin-Client-Strategie ohne definiertes Backend ist Kaffeekränzchen, kein Projekt.

Tipp:

Wenn Sie heute noch keine VDI-Strategie haben: Nicht erst Thin Clients bestellen. Erst den [Virtual-Desktop-Stack](/cloud/virtuelle-desktops-vdi-daas "Virtuelle Desktops VDI und DaaS") entscheiden, dann die passende Hardware. Wir machen das in unseren Hamburg-Projekten in einer Woche Voranalyse.

Bei uns in Hamburg merke ich: Jeder Geschäftsführer denkt beim Thema Thin Client zuerst an die Anschaffung — 300 Euro sparen. Das ist der falsche Hebel. Der echte Hebel ist, dass ein Mitarbeiter nach einem Ausfall in zehn Minuten wieder arbeitet, weil das Gerät austauschbar ist. Das kostet echtes Geld, jeden Tag.

Jens Hagel Jens HagelGeschäftsführer, hagel IT-Services GmbH
Minimalistisches Workstation-Setup mit zwei Monitoren und Tastatur — typische Thin-Client-Arbeitsumgebung im Büro
Minimalistische Arbeitsplätze sind das Ziel: wenig Hardware auf dem Schreibtisch, Rechenleistung und Daten zentral im Rechenzentrum oder in der Cloud.

Use Cases: Wo Thin Client Lösungen in der Praxis glänzen

Nicht jeder Arbeitsplatz ist ein Kandidat. Wer CAD-Modelle in Revit baut oder 4K-Videoschnitt betreibt, bleibt bei einer Workstation. Für alle anderen gibt es klare Szenarien, in denen Thin Clients sofort Geld und Nerven sparen.

1. Call-Center und Helpdesks

Der Klassiker. 60 Mitarbeiter in drei Schichten, jeder arbeitet dort, wo ein Platz frei ist. Mit Thin Clients + Windows 365 meldet sich jeder an beliebiger Station an und bekommt seinen persönlichen Desktop. Kein „mein PC ist nicht da”-Ticket mehr. Geräte sind in Sekunden getauscht, weil auf ihnen nichts drauf ist.

2. Produktion und Werkstatt

Rauen Umgebungen mit Staub, Öl, Schichtwechsel. Ein klassischer PC stirbt hier innerhalb von drei Jahren — und hat dann oft wertvolle lokale Daten verloren. Thin Clients sind lüfterlos, robust, haben keine Mechanik. Ein Hamburger Maschinenbau-Kunde von uns hat 28 Produktionsplätze auf HP t540 umgestellt — Ausfallquote im ersten Jahr: null.

3. Schichtbetrieb und Shared Desks

Hot-Desking ist zurück — auch als Antwort auf hybrides Arbeiten. Sind ständig wechselnde Personen am Platz, will niemand „seinen” PC einrichten. Thin Client plus persönlicher Cloud-PC löst das elegant. Der Nutzer bringt nichts mit, nimmt nichts mit. Datenschutzgewinn inklusive.

4. Homeoffice und BYOD

Mit IGEL OS auf einem Stick oder einem günstigen Home-Thin-Client bekommt der Mitarbeiter im Homeoffice ein gehärtetes Firmenendgerät — auch wenn der private Laptop kompromittiert ist. Für viele Modern-Workplace-Projekte ist das die Datenschutz-Absicherung, die den Betriebsrat ruhig schlafen lässt.

5. Kanzleien, Steuerberater, NIS-2-Pflichtige

Mandantengeheimnis, Berufsrecht, BSI-Mindeststandards: Wer rechtlich nachweisen muss, dass Daten das Firmennetz nicht verlassen, sollte mit Thin Clients arbeiten. Auf dem Gerät ist nichts — der BSI-Grundschutz-Nachweis wird einfacher, nicht schwerer. Passt perfekt zu unseren IT-Lösungen für Steuerberater und Rechtsanwälte.

Thin Client + VDI / AVD / Citrix — die Backend-Entscheidung

Ein Thin Client ohne Backend ist eine leere Hülle. Die Verbindungsentscheidung prägt Preis, Betrieb und Nutzererlebnis.

Azure Virtual Desktop (AVD)

Unsere Standardempfehlung für Hamburger KMU ab 15 Nutzern. Multi-Session-Windows-11, FSLogix-Profile, nahtlose Microsoft-365-Integration, Abrechnung nach Verbrauch. Thin Clients von HP, Dell oder IGEL docken direkt an. Preislich landet man bei typischer Büroarbeit (8 Stunden/Tag, Office, Teams) bei 25–40 € pro Nutzer/Monat inkl. AVD-Infrastruktur.

Windows 365

Der einfachste Einstieg. Jeder Nutzer bekommt einen fixen Cloud-PC (z. B. 4 vCPU, 16 GB RAM) für 62 € pauschal. Keine Skalierungs-Entscheidungen, keine Session-Host-Planung. Für 5–20 Arbeitsplätze oft günstiger in der Gesamtrechnung, weil kein Azure-Betrieb nötig ist.

Citrix DaaS / VMware Horizon

Nur, wenn Sie eine bestehende Citrix-/VMware-Landschaft haben. Für grüne-Wiese-KMU 2026 kein Thema mehr — zu teuer, zu komplex.

On-Premise Terminalserver (RDS)

Bleibt relevant, wenn Branchensoftware (Sage, DATEV, Reflex) strikt on-premise bleiben muss. Thin Clients + ein oder zwei Managed-Server reichen oft für 15–40 Arbeitsplätze.

Modernes Großraumbüro mit schlanken Arbeitsplätzen — typische Thin-Client-Infrastruktur in einem KMU
Moderne Büros setzen zunehmend auf schlanke Arbeitsplätze ohne lokale PCs — Thin Clients sind der Hebel, Wartung und Sicherheit zentral zu bündeln.

Wir haben uns drei Jahre lang geweigert, an die Cloud ranzugehen. Dann der Ransomware-Fall in der Branche, der große Wirbel gemacht hat. Wir haben komplett auf Thin Clients und Windows 365 umgestellt — und die Stille auf der Mailbox seitdem ist das beste Zeichen. Kein „mein PC startet nicht" mehr.

Frank Schröder · Maschinenbau/Hydraulik, 35 Mitarbeiter

Kostenvergleich Thin Client vs. klassischer PC (5 Jahre TCO)

Die spannende Rechnung. Wir nehmen realistisch einen Büroarbeitsplatz mit Microsoft 365, Outlook, Teams und ERP — kein CAD, kein Videoschnitt.

Position (pro Arbeitsplatz, 5 Jahre)Klassischer PC (Windows 11)Thin Client + AVD
Hardware-Anschaffung1.100 €450 €
Ersatz-Lebenszyklus1x nach 4–5 Jahren0x (Thin Clients halten 7–10)
Stromverbrauch (200 W/10 W, 220 Tage × 8 h)180 € (0,35 €/kWh)15 €
Windows-Lizenz / M365 E3648 €648 €
VDI-/AVD-Infrastruktur (25 €/Monat)0 €1.500 €
Admin-/Support-Aufwand (intern + Systemhaus)1.200 €600 €
Sicherheits-Incidents (Erwartungswert)300 €60 €
Summe 5 Jahre3.428 €3.273 €

Bei 30 Arbeitsplätzen entspricht das rund 4.650 € Ersparnis — moderat, aber real. Der eigentliche Hebel kommt bei den weichen Faktoren: weniger Ausfallzeit, schnellere Onboarding-Zeit (neue Mitarbeiter sind in 20 Minuten produktiv statt in einem halben Tag), null Datenverlust bei Hardware-Tausch, geringere Angriffsfläche.

Laut Bitkom-Studie zu nachhaltiger IT haben Thin-Client-Umgebungen eine bis zu 85 % geringere Scope-3-CO2-Bilanz als PC-Setups — für alle, die ein CSRD-Reporting vor sich haben, ein messbares ESG-Argument.

Wer es exakt für sein Unternehmen wissen will, nutzt unseren IT-Kosten-Kalkulator und rechnet den Thin-Client-Hebel gegen einen internen IT-Admin.

Häufige Fehler beim Thin-Client-Projekt

Wir sehen dieselben sieben Fallen in fast jedem Projekt, das wir übernehmen. Wer sie kennt, spart Monate.

  1. Backend vergessen. Thin Clients ohne geklärte VDI-Strategie bestellen — Gerät liegt im Karton.
  2. Netzwerk unterschätzt. VDI braucht stabile Leitungen, niedrige Latenz und Redundanz. Ein halbgares Unternehmensnetzwerk kippt die ganze Lösung.
  3. USB-Peripherie ignoriert. Scanner, Drucker, Dongle, Messgeräte — vorher auf VDI-Kompatibilität prüfen. Nicht alles geht über USB-Redirection.
  4. Lizenzen doppelt kaufen. AVD-Rechte sind in Microsoft 365 E3/E5 enthalten — viele KMU zahlen Windows 11 Pro zusätzlich, obwohl sie das schon haben.
  5. Falsches Golden Image. Ein VDI-Image braucht Optimierungen (FSLogix, Defender-Ausnahmen, Services-Tuning). Aus einem Büro-PC-Image wird kein stabiler Cloud-Desktop.
  6. Profilmanagement improvisiert. Ohne FSLogix-Container werden Profile bei jedem Login neu aufgebaut — Outlook braucht 20 Minuten für die OST-Synchronisation. Mitarbeiter fluchen.
  7. Support-Prozesse nicht angepasst. Wer den Thin Client ausbauen muss, braucht andere Tools — z. B. ein Remote-Management wie IGEL UMS oder Wyse Management Suite. Klassischer „ich komm vorbei”-Support greift nicht mehr.
Warnung:

Thin Clients im Einzelhandel beim Discounter zu kaufen, ist keine Strategie. Business-Modelle haben drei Jahre Vor-Ort-Austausch, Management-Agent und Sicherheits-Updates. Konsumer-Mini-PCs haben nichts davon — und kosten im TCO mehr.

Checkliste: Ist Ihr Unternehmen reif für Thin Clients?

  • Mehr als 10 Büroarbeitsplätze. Unter 10 rechnet sich die VDI-Infrastruktur meist nicht.
  • Standard-Anwendungen im Fokus. Microsoft 365, Outlook, Teams, ERP, Branchensoftware — keine lokalen GPU-Hungerspiele.
  • Stabile Internetanbindung. Mindestens 100 Mbit/s symmetrisch, sonst zuerst Glasfaser.
  • Geplante Hardware-Erneuerung. Wenn Sie in den nächsten 18 Monaten PCs austauschen müssten — jetzt ist der perfekte Wechselpunkt.
  • Sicherheits-Anforderungen steigen. NIS-2, DSGVO-Strenge, Kundenaudits — Thin Clients sind der schnellste Reifegrad-Sprung.
  • Shared Desks oder Schicht-Arbeit. Jeder Wechsel-Arbeitsplatz ist ein klarer Case.
  • Homeoffice ist dauerhaft. BYOD oder Firmen-Laptops plus IGEL-Stick werden zur sinnvollen Alternative zum 1.200-€-Notebook.
  • IT-Support ist überlastet. Weniger Endgerät-Tickets entlasten interne Admins um 30–50 %.

Mindestens vier grüne Haken? Dann lohnt ein ernsthafter Blick. Weniger als drei? Erst die Cloud-Strategie klären — Thin Clients kommen danach.

Was Sie heute tun können

  1. Arbeitsplätze kategorisieren. Wer macht reine Office-Arbeit, wer braucht Power-Workstation? Schnell und grob — ein Excel reicht.
  2. VDI-Backend festlegen. Windows 365 für 5–20 Nutzer, Azure Virtual Desktop ab 15–20. Unsere [Cloud-Beratung](/services/cloud "Cloud & Microsoft 365 Hamburg") macht die Entscheidung in einem Workshop.
  3. Netzwerk prüfen. Bandbreite, Latenz, WLAN-Qualität. VDI bricht auf schlechtem WLAN zuerst.
  4. Pilotgruppe starten. 5–10 Mitarbeiter, 4 Wochen — 2 HP t540 oder Dell Wyse 5070, ein Golden Image, echtes Feedback.
  5. Rollout-Plan mit Wellen. Abteilungs- oder Standort-weise, nicht alles auf einmal.
  6. Management-Tool aufsetzen. IGEL UMS, Wyse Management Suite oder HP Device Manager — Geräte zentral verwalten, Patches automatisiert ausrollen.
Das Wichtigste: Thin Client Lösungen sparen selten bei der reinen Hardware — aber sie sparen bei Strom, Support, Sicherheit und Mitarbeiter-Ausfallzeit. In der 5-Jahres-TCO führen sie in fast jedem KMU-Büro-Szenario, wenn VDI oder Windows 365 ohnehin ansteht.

Fazit

Thin Client Lösungen sind 2026 kein Konzern-Thema mehr. Für KMU ab 10 Arbeitsplätzen mit Standard-Büroarbeit sind sie ein direkter TCO-, Sicherheits- und Nachhaltigkeits-Gewinn. Entscheidend ist nicht die Hardware-Marke, sondern das passende Backend — Azure Virtual Desktop, Windows 365 oder ein klassischer Terminalserver. Als IT-Service Hamburg haben wir das Thema mit Kunden aus Maschinenbau, Callcentern, Kanzleien und Logistik in den letzten 18 Monaten durchgezogen — und alle berichten einheitlich: weniger Ausfälle, ruhigere Supportzeiten, schnellere Onboardings.

Wer Hardware, Lizenzen und VDI in einer Hand betreuen lassen will, fährt am leichtesten mit Managed Workplace Services — Thin Clients, Updates, Support und Austausch sind dort im Festpreis enthalten.

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Weiterführende Quellen

Jens Hagel
Gründer & Geschäftsführer, hagel IT-Services GmbH

Seit 2004 begleite ich Hamburger Unternehmen bei der IT-Modernisierung. Microsoft Solutions Partner, WatchGuard Gold Partner, ausgezeichnet als Deutschlands bester IT-Dienstleister 2026 (Brand eins/Statista). Wenn Sie IT-Fragen haben, bin ich direkt erreichbar.

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Häufig gestellte Fragen

Ein Thin Client ist ein schlankes Endgerät ohne klassische Festplatte und ohne lokal installiertes Windows. Er zeigt nur den Desktop an, der auf einem Server oder in der Cloud läuft — über Protokolle wie RDP, Citrix HDX oder PC over IP. Dadurch verbraucht er 8–20 Watt statt 150–300 Watt, lässt sich zentral verwalten und enthält keine schützenswerten Daten.

Business-Thin-Clients von HP, Dell Wyse, LG IGEL oder Fujitsu liegen 2026 zwischen 250 und 600 Euro pro Gerät. Dazu kommen etwa 15–25 Euro pro Nutzer und Monat für die VDI- oder Cloud-PC-Lizenz. In der 5-Jahres-Gesamtrechnung liegen Thin Clients meist 15–30 Prozent unter einem klassischen Büro-PC mit Windows 11.

Ein Thin Client hat ein kleines Betriebssystem wie IGEL OS, ThinOS oder Windows IoT und kann mehrere Protokolle verarbeiten. Ein Zero Client hat fast kein OS — er fährt direkt ins Verbindungsprotokoll hoch, ist noch sicherer und ist meist an einen Hersteller gebunden (z. B. Teradici PCoIP). Zero Clients sind am einfachsten zu verwalten, aber am wenigsten flexibel.

Ja, Thin Clients brauchen ein Ziel, das sie anzeigen. Üblich sind Azure Virtual Desktop, Windows 365, VMware Horizon, Citrix DaaS oder ein klassischer Terminal Server. Für 5–50 Arbeitsplätze ist Windows 365 der einfachste Einstieg, ab 20–30 Nutzern wird Azure Virtual Desktop mit Multi-Session günstiger.

Ja — meistens sogar besonders. Gerade KMU mit Schichtbetrieb, Shared Desks, Homeoffice oder hohen Sicherheitsanforderungen profitieren. Wir rechnen in Erstgesprächen typischerweise mit einer TCO-Ersparnis von 3.000 bis 8.000 Euro pro Arbeitsplatz über 5 Jahre, sobald VDI oder Windows 365 ohnehin ausgerollt wird.

Deutlich sicherer als Standard-PCs. Auf dem Gerät liegt nichts außer einer Firmware oder einem gehärteten Mini-OS — bei Verlust oder Diebstahl gibt es keine Daten zu verlieren. Ransomware-Angriffe, die Endgeräte verschlüsseln, laufen ins Leere. Die Härtung verlagert sich auf die VDI-Umgebung, wo sie zentral gelöst wird.

Call-Center, Produktion, Werkstattplätze, Schichtbetrieb, Shared Desks, mobile Arbeitsplätze in Krankenhäusern und Praxen, hochsichere Umgebungen (Kanzleien, Steuerberater, NIS-2-relevante Unternehmen) sowie Schulungsräume. Auch Mitarbeiter, die nur mit Microsoft 365, ERP und Branchensoftware arbeiten, sind ideale Kandidaten.

Bei 20–50 Arbeitsplätzen rechnen wir mit 4–8 Wochen: 1 Woche Anforderungsanalyse, 1–2 Wochen VDI-/Windows-365-Setup und Image-Build, 2–4 Wochen wellenweiser Rollout mit Mitarbeiter-Onboarding. Reine Geräte-Austausche ohne VDI-Umbau gehen innerhalb weniger Tage.