Inhalt in Kürze
- Veeam Backup & Replication ist 2026 für KMU der Default für hybride Backup-Strategien - VMware, Hyper-V, physische Server, NAS, Datenbanken und Microsoft 365 in einer Konsole.
- Die wichtigsten v12-Funktionen für Geschäftsführer: Direct-to-Object-Storage, Hardened Linux Repository und Veeam Backup for Microsoft 365 als eigenes Modul.
- Die 3-2-1-1-0-Regel ist der einzige Backup-Ansatz, der einen Ransomware-Angriff zuverlässig überlebt.
- Realistische Kosten für ein 30-Mitarbeiter-KMU in Hamburg: ca. 250-400 Euro pro Monat für Veeam-Lizenzen, Storage und Betreuung. Bei Managed IT Services inklusive Restore-Test im Festpreis.
Veeam ist seit über zehn Jahren eines der stabilsten Backup-Produkte für den Mittelstand. Aber die meisten KMU nutzen nur einen Bruchteil der Funktionen - und merken das erst, wenn ein Ransomware-Angriff die letzten brauchbaren Backups gefressen hat. Dieser Pillar-Guide zeigt, was Veeam Backup & Replication v12 in der Praxis leistet, welche Lizenz Sie brauchen, wie Sie die 3-2-1-1-0-Regel sauber abbilden und worauf wir bei hagel IT in Hamburg jede Woche stoßen.
Was ist Veeam Backup & Replication?
Veeam Backup & Replication ist eine Backup- und Disaster-Recovery-Software für virtuelle, physische und Cloud-Workloads. Sie sichert VMware-, Hyper-V- und Nutanix-VMs, Windows-/Linux-Server, NAS-Shares, Datenbanken und Microsoft-365-Daten in einer zentralen Konsole — mit Immutable Backups, Object-Storage-Support und Instant VM Recovery. Aktuell in Version V12.3 (2026).
Veeam Backup & Replication ist eine Backup- und Disaster-Recovery-Software für virtuelle, physische und Cloud-Workloads. Eine Konsole, in der ein IT-Verantwortlicher VMware-vSphere-VMs, Hyper-V-VMs, Windows- und Linux-Server, NAS-Shares, Datenbanken und Cloud-Workloads sichert, repliziert und im Notfall wiederherstellt.
Die Software gehört zur Veeam Data Platform und wird in zwei Hauptvarianten lizenziert: als Subscription pro Workload (Universal License, VUL) oder als Sockel-/Instance-basierte Perpetual License. Für KMU sind die Editionen Foundation, Advanced und Premium relevant - der Funktionsumfang skaliert mit Immutable Backup, Cyber-Recovery und SureBackup-Automatisierung.
Definition: Veeam Backup & Replication ist eine zentrale Backup- und Replikations-Plattform, die VM-, Server-, NAS-, Datenbank- und Microsoft-365-Workloads in einer Konsole sichert, immutable speichert und im Notfall innerhalb von Minuten wiederherstellt.
Wir betreuen rund 200 Unternehmen in Hamburg und Norddeutschland. Bei rund 80 Prozent davon läuft Veeam - oft unter der Haube, ohne dass die Geschäftsführung den Namen kennt. Was fast immer fehlt, ist ein dokumentierter Restore-Plan und ein quartalsweiser Test. Genau das ist der Unterschied zwischen Software haben und Backup können.
Die wichtigsten Funktionen von Veeam Backup & Replication v12
Veeam veröffentlicht jährlich größere Releases — aktuell ist V12.3 (Release Ende 2024) die stabile produktive Linie für 2026. Sie bringt zur v12-Basis Cyber-Recovery-Funktionen wie Threat Center, Inline-Malware-Scanning beim Backup und erweiterten Object-Storage-Support. Die für KMU entscheidenden Funktionen:
- Image-Level-Backup von VMs. Snapshot-basiertes, agentenloses Backup für VMware vSphere, Microsoft Hyper-V und Nutanix AHV. Inkrementell mit Changed-Block-Tracking - typisch wenige Minuten pro VM.
- Direct-to-Object-Storage. Backups schreiben direkt in S3-, Azure-Blob- oder Wasabi-Buckets - ohne Performance-Tier-Zwischenstation. Spart Storage-Kosten und vereinfacht die Architektur.
- Immutable Backups. Hardened Linux Repository (Single-Use-Credentials, immutable Flag) oder S3 Object Lock - verhindert, dass Ransomware die Backups verschlüsselt. Das ist 2026 Pflicht.
- Instant VM Recovery. VMs starten direkt aus dem Backup-Repository (NFS-Datastore-Trick) - der Storage-vMotion zurück auf produktiven Storage läuft im Hintergrund. Recovery-Time im Minutenbereich.
- Granulare Wiederherstellung. Einzelne Dateien, Mailboxen, Datenbank-Tabellen, AD-Objekte oder SharePoint-Items aus dem VM-Backup zurückholen, ohne die ganze VM zu restoren.
- SureBackup & SureReplica. Automatisierter Restore-Test in einer isolierten Sandbox - fährt die VM hoch, prüft Heartbeat plus Healthcheck-Skript und schreibt einen Bericht. Ohne SureBackup ist jeder Backup-Job ein Blindflug.
- Replication & Failover. VM-Replikate auf zweiten Hypervisor oder in die Cloud, mit Planned Failover, Failover Test und Failback - die Disaster-Recovery-Halbschwester des Backups.
- Veeam Backup for Microsoft 365. Eigenständiges Modul, das Exchange Online, SharePoint, OneDrive und Teams auf lokale oder Cloud-Repositories sichert.
Wer einen tieferen Einstieg sucht, findet in unserem Beitrag Sicherung und Wiederherstellung mit Veeam Backup & Replication eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für die ersten Backup-Jobs.
Veeam Backup & Replication, Veeam ONE, Veeam Backup for M365 — was wozu
Drei Produktnamen, die im Alltag ständig verwechselt werden. Wer Lizenzen einkauft oder eine Architektur plant, sollte den Unterschied einmal sauber verstanden haben:
- Veeam Backup & Replication (B&R). Das Kern-Tool. Sichert und repliziert VMs (VMware, Hyper-V, Nutanix), physische Server, NAS-Shares und Datenbanken. Inkl. Instant VM Recovery, Hardened Linux Repository, SureBackup-Restore-Tests. Lizenz: Veeam Universal License (VUL) pro Workload.
- Veeam ONE. Reines Monitoring-, Reporting- und Analyse-Werkzeug für die Backup- und Virtualisierungs-Infrastruktur. Liefert RPO-Compliance-Reports, Kapazitätsplanung, Anomalie-Erkennung und PDF-Berichte für NIS-2-Audits. Macht selbst keine Backups — ergänzt B&R. Enthalten in der Premium-Edition.
- Veeam Backup for Microsoft 365. Eigenständiges Produkt für den M365-Tenant. Sichert Exchange Online, SharePoint, OneDrive und Teams in eigene Repositories (lokal, Azure Blob, AWS S3, Wasabi). Separat lizenziert pro User pro Jahr, nicht über den VUL-Pool. Pflicht für NIS-2 und DSGVO-belastbare Restore-Szenarien.
Faustregel für ein typisches Hamburger KMU: B&R plus Backup for M365 sind Pflicht. Veeam ONE wird in der Premium-Edition mitgeliefert und ist sinnvoll, sobald NIS-2-Reporting oder mehrere Standorte ins Spiel kommen.
Hyper-V und VMware: Wie Veeam virtuelle Maschinen sichert
In über 90 Prozent unserer KMU-Projekte läuft die Server-Last virtualisiert - überwiegend auf Hyper-V oder VMware. Veeam dockt in beiden Fällen agentenlos auf Snapshot-Basis an.
Der Ablauf ist identisch:
- Snapshot anstoßen. Veeam fordert über die Hypervisor-API einen konsistenten Snapshot der VM an. Mit VSS- bzw. App-Aware-Processing wird die Anwendung (SQL, Exchange, AD) sauber eingefroren - keine inkonsistenten Datenbanken.
- Daten transportieren. Veeam Proxy liest nur die geänderten Blöcke (CBT) seit dem letzten Backup und schreibt sie deduplizierten und komprimiert ins Repository.
- Snapshot freigeben. Der Hypervisor mergt den Snapshot zurück. Die VM läuft die ganze Zeit weiter - kein Wartungsfenster nötig.
- Synthetic Full erstellen. Statt jeden Sonntag eine echte Vollsicherung zu fahren, baut Veeam ein synthetisches Voll-Backup aus den Inkrementen zusammen. Spart Backup-Fenster und Last auf dem Quell-Storage.
Der große Vorteil gegenüber Agenten-Backups: Es läuft kein Software-Agent in der VM, der gepflegt, gepatcht und überwacht werden muss. Das reduziert die Betriebslast erheblich - gerade in Umgebungen mit 30, 50 oder 100 VMs.
Cloud-Backup mit Veeam: Microsoft 365, Azure und AWS
Der mit Abstand häufigste Irrglaube unter Geschäftsführern: „Microsoft sichert das ja - dafür zahle ich doch.” Stimmt nur halb.
Microsoft sichert die Plattform - also dass Exchange Online, SharePoint und OneDrive grundsätzlich verfügbar sind. Microsoft sichert nicht Ihre Daten gegen versehentliches Löschen durch einen Mitarbeiter, gegen Ransomware-Verschlüsselung von OneDrive-Inhalten, gegen abgelaufene Retention-Policies oder gegen einen verstimmten Admin, der Mailboxen löscht. Microsoft selbst empfiehlt im Service-Vertrag explizit, ein Drittanbieter-Backup einzusetzen.
„Wir sehen es jede Woche: Backups, die seit Monaten nicht geprüft wurden. Alle denken, es läuft - bis der Ernstfall kommt und nichts wiederherstellbar ist. Deshalb testen wir Backups regelmäßig."
Veeam Backup for Microsoft 365 ist das Modul für den M365-Tenant. Es läuft auf einem on-premises Windows-Server oder als IaaS-VM und sichert:
- Exchange Online: komplette Mailboxen, einzelne Ordner, Mails, Kalender und Kontakte
- SharePoint Online: Sites, Listen, Bibliotheken, Items inkl. Versionen
- OneDrive for Business: Dateien aller Nutzer
- Teams: Channels, Chats, Posts und Files (Teams-Channel-Dateien liegen technisch in SharePoint)
Das Repository kann lokal liegen, in Azure Blob, AWS S3, Wasabi oder einem on-prem Object-Storage. Wir bauen den M365-Backup-Server bei unseren Kunden üblicherweise als isolierten Linux- oder Windows-Server mit dediziertem Service-Account und MFA-geschütztem App-Registration-Token im Tenant. Das ist die saubere Variante - und gegen einen Phishing-Angriff auf den globalen Admin deutlich resilienter als ein Backup im selben Tenant.
Auch Cloud-Backup-Strategien für hybride Setups (lokaler Hyper-V plus M365 plus AWS-Workloads) lassen sich über Veeam in einer Konsole bauen.
Ransomware-Schutz: Immutable Backups als letzte Verteidigungslinie
Bitkom und BSI dokumentieren seit Jahren, dass Ransomware der dominierende Schadensfall für den Mittelstand ist - mit durchschnittlichen Schäden im sechsstelligen Bereich pro Vorfall. Was die offizielle Statistik nicht zeigt: In der Mehrzahl der Fälle, die wir sehen, sind die Backups zuerst angegriffen worden. Die Angreifer wissen, dass ein KMU ohne Backup zahlt.
Krypto-Trojaner werden nicht sofort aktiv. Sie schlummern Wochen bis Monate im System, breiten sich seitlich aus und verschlüsseln am Ende auch alte Backup-Repositories - sofern diese erreichbar sind. Ein Backup, das im selben Active Directory hängt wie die Produktion, ist keine Versicherung. Es ist Mitbeute.
Veeam löst das mit zwei Mechanismen:
1. Hardened Linux Repository
Ein dedizierter Linux-Server (Ubuntu 22.04 oder Rocky Linux), auf dem das Veeam-Repository liegt. Single-Use-Credentials beim Setup, danach kein SSH-Login mehr - die Backup-Daten bekommen ein Immutable-Flag für X Tage. Selbst der Linux-Root kann sie in dieser Zeit nicht löschen. Fällt ein Veeam-Server in der Domäne komplett dem Angriff zum Opfer, sind die Backups auf dem Hardened Repository unangreifbar.
2. Object Lock auf S3-kompatiblem Storage
Veeam schreibt Backups direkt in einen S3-Bucket mit Object Lock im Compliance Mode. AWS S3, Azure Blob (Immutable Storage), Wasabi, Cloudian - alle gängigen Object-Storage-Anbieter unterstützen das. Selbst wenn Angreifer Ihre AWS-Credentials phishen, können sie die geschützten Versionen nicht löschen. Die einzige Person, die das aufheben könnte, ist der Bucket-Owner mit MFA - und das auch nur per AWS-Support-Ticket.
Beide Optionen sind in der Veeam-Lizenz enthalten - es ist eine reine Konfigurationsfrage. Trotzdem haben wir bei Neukunden in Hamburg in fast jedem zweiten Audit ein Veeam-System ohne Immutable-Schutz vorgefunden. Da wird viel Geld für Software ausgegeben - und die wichtigste Funktion ist deaktiviert.
Die 3-2-1-1-0-Regel: Backup-Standard 2026
Die klassische 3-2-1-Regel kennt jeder ITler. Seit 2022 erweitern Bitkom, BSI und alle relevanten Backup-Hersteller sie auf 3-2-1-1-0 - genau wegen Ransomware.
- 3 Datenkopien. Original plus mindestens zwei Backups. Nicht zwei Snapshots - zwei *unabhängige* Kopien.
- 2 unterschiedliche Medien. Nicht alles auf demselben Storage. Beispiel: lokales NAS plus Object Storage in der Cloud.
- 1 Kopie offsite. Mindestens eine Kopie außerhalb des Bürogebäudes - bei Brand, Wasserschaden, Diebstahl oder lokalem Ransomware-Angriff entscheidend.
- 1 Kopie offline oder immutable. Air-Gap (Tape, externer Datenträger) oder unveränderlich (Hardened Linux Repository, S3 Object Lock). Diese Kopie überlebt einen Angriff garantiert.
- 0 Fehler beim Restore-Test. Jedes Backup ist nur eine Hoffnung, bis es einmal sauber zurückgespielt wurde. SureBackup automatisiert das.
In der Praxis sieht eine saubere Veeam-Architektur für ein 30-Mitarbeiter-KMU so aus:
- Primäres Repository: lokales NAS oder dediziertes Veeam-Storage (1. und 2. Kopie auf 2 Medien)
- Backup Copy Job: täglich auf ein Hardened Linux Repository in einem Nebengebäude oder Rechenzentrum (Offsite + Immutable)
- Backup Copy Job 2: wöchentlich nach AWS S3 mit Object Lock (zweite Offsite-Kopie, Cloud)
- SureBackup Job: quartalsweise vollautomatischer Restore-Test der wichtigsten 5 VMs
Das ist die 3-2-1-1-0 - umgesetzt in Veeam. Für einen 30-Mitarbeiter-Betrieb realistisch, finanzierbar und sauber.
Veeam Editionen und Lizenzkosten 2026
Veeam-Lizenzen sind seit 2020 überwiegend Subscription. Die wichtigsten Editionen für KMU:
| Edition | Schwerpunkt | Empfohlen für |
|---|---|---|
| Foundation | Backup, Restore, Basic Replication | Kleinere Setups bis ca. 30 Workloads |
| Advanced | + Immutability-Features, Application Groups, SureBackup | KMU mit Ransomware-Fokus |
| Premium | + Veeam ONE Monitoring, Cyber Recovery | Mittelständische Umgebungen mit Compliance-Anforderungen |
| Community Edition | Kostenlos, max. 10 Workloads, kein Object-Storage | Sehr kleine Büro-Setups als Einstieg |
Die Lizenzierung erfolgt über Veeam Universal Licenses (VUL) - ein Workload-Token, der je nach Bedarf einer VM, einem physischen Server, einem NAS-Share oder einer Cloud-Instanz zugewiesen werden kann. Sehr flexibel, vor allem für hybride Umgebungen.
Achtung bei Microsoft-365-Lizenzen: Veeam Backup for Microsoft 365 wird separat lizenziert (pro User pro Jahr), nicht über den VUL-Pool. Aktuell rund 8-12 Euro pro User pro Jahr - bei 30 Mitarbeitern also rund 25-30 Euro im Monat zusätzlich. Klare Empfehlung trotzdem: einbauen. Ohne M365-Backup keine NIS-2-Compliance, kein DSGVO-belastbares Restore-Szenario, keine Sicherheit gegen Insider-Löschungen.
Mehr zum Thema Microsoft 365 Kosten und Lizenzierung und Microsoft 365 Migration in den verlinkten Pillar-Artikeln.
Aus der Praxis: Was wir bei Hamburger KMU sehen
Wir betreuen rund 200 KMU in Hamburg und Norddeutschland - von Anwaltskanzleien über Ingenieurbüros bis zu Speditionen und Sanitär-Betrieben. Unsere Top-3-Befunde aus Backup-Audits:
1. Kein Restore-Test seit Monaten. Bei zwei von drei Neukunden hat seit Jahren niemand mehr ein Backup zurückgespielt. Manche Backups sind technisch korrupt - das fällt erst im Ernstfall auf.
2. Veeam läuft, aber Immutable-Schutz ist deaktiviert. Bei rund 40 Prozent der Audits finden wir ein Veeam-Repository ohne Hardened-Modus. Das gleiche Geld - aber kein Ransomware-Schutz.
3. M365 wird nicht gesichert. Bei rund 60 Prozent unserer Neukunden gibt es kein eigenes Microsoft-365-Backup. Im Insider-Lösch-Szenario ist nach 30-93 Tagen Retention Schluss - Daten weg.
„Drei Monate lang konnten wir nicht arbeiten. Alles verschlüsselt - jedes Dokument, jede E-Mail, jede Rechnung. Seitdem weiß ich: IT-Sicherheit ist kein Luxus, sondern Überlebensfrage."
Bei diesem Kunden lief Veeam korrekt - aber das Repository hing im selben AD wie die Produktion und hatte keinen Immutable-Schutz. Die Angreifer haben nach acht Wochen Lateral Movement zuerst die Backups verschlüsselt, dann die Produktion. Das einzige brauchbare Backup war eine externe USB-Platte, die der Geschäftsführer rein zufällig in der Vorwoche mit nach Hause genommen hatte. Reines Glück. Heute läuft dort ein Hardened Linux Repository in einem Nebengebäude plus S3-Object-Lock-Replikat in der Cloud.
Veeam einführen: Schritt für Schritt
Wer von einem alten Backup-Tool migriert oder erstmals Veeam einführt, sollte in dieser Reihenfolge vorgehen:
- Bestandsaufnahme. Wie viele VMs, physische Server, NAS-Shares, Datenbanken? Welche Cloud-Workloads (M365, Azure, AWS)? Daraus ergibt sich die VUL-Menge.
- Repository-Architektur. Lokales Performance-Repository (NAS oder dediziertes Storage) plus Hardened Linux Repository plus optional Cloud-Repository (S3 Object Lock).
- Veeam Backup Server installieren. Windows Server (Core oder GUI), dedizierter Service-Account, kein RDP-Zugang für alle Admins. Backup-Konsole mit MFA absichern.
- Backup-Jobs anlegen. Zuerst kritische VMs (DC, Fileserver, ERP, Mailserver). Dann der Rest. Retention nach Anwendungsfall: typisch 14 tägliche, 4 wöchentliche, 12 monatliche, 7 jährliche Restorepoints.
- Immutable-Repository scharf schalten. Hardened Linux mit 14 Tagen Immutable-Flag, Object-Lock-Bucket mit 30 Tagen Compliance-Mode.
- Backup Copy Jobs. Mindestens ein Job auf das Immutable-Repository. Schedule: nachts oder im Anschluss an die tägliche Sicherung.
- Veeam Backup for Microsoft 365 separat installieren. Eigener Server, App-Registration mit MFA, Repository getrennt vom VM-Backup.
- SureBackup Job einrichten. Mindestens quartalsweise auf den wichtigsten 5 VMs. Erfolgsmail an die Geschäftsführung.
- Disaster-Recovery-Plan dokumentieren. Wer macht was im Ernstfall? Welche VMs zuerst hoch? Wer informiert Kunden? Mehr dazu im [Disaster-Recovery-Plan-Guide](/it-sicherheit/disaster-recovery-plan-unternehmen "Disaster Recovery Plan erstellen").
- Quartalsmeeting mit der Geschäftsführung. Restore-Test-Berichte, neue Workloads, Kapazitätsplanung. Backup ist Chefsache, nicht Admin-Detail.
Wer das Setup nicht selbst aufbauen will: Bei hagel IT ist Veeam-Betrieb inkl. Restore-Test im Festpreis enthalten - typisch ab ca. 50 Euro pro Arbeitsplatz pro Monat für das komplette Managed-IT-Paket.
Disaster Recovery: Wenn der Ernstfall trotzdem eintritt
Backup ist die halbe Miete. Die andere Hälfte ist ein durchdachter Disaster-Recovery-Plan - wer macht was, wenn morgens um 7 alle Systeme verschlüsselt sind.
Veeam unterstützt das mit drei Mechanismen, die in der Foundation- und Advanced-Edition enthalten sind:
- Instant VM Recovery: VM startet binnen 5 Minuten direkt aus dem Backup-Repository. Im Hintergrund läuft Storage-vMotion zurück auf produktiven Storage.
- VM Replikation: Asynchrone Spiegelung von VMs auf einen zweiten Hypervisor (lokal oder in der Cloud) mit RPOs ab 1 Minute. Im Failover-Fall stehen die Replikate sofort bereit.
- Veeam Disaster Recovery Orchestrator (eigenes Produkt): Vollautomatischer Failover ganzer Anwendungslandschaften nach dokumentierten Runbooks. Für KMU meistens Overkill - für Mittelständler mit ERP-Pflicht ein Thema.
Die wichtigste Erkenntnis aus 200 KMU-Projekten: Recovery-Time-Objective definieren, dann Architektur bauen. Nicht andersrum. Wer mit „ein paar Stunden Ausfall sind OK” startet, baut anders als jemand, der maximal 30 Minuten Stillstand vertragen kann. Mehr dazu in unserem Pillar zum Thema Disaster Recovery und Business Continuity für KMU.
Veeam und NIS-2: Compliance-Aspekte für KMU
Mit der NIS-2-Umsetzung in Deutschland (NIS2UmsuCG seit 2025) sind viele Mittelständler jenseits der reinen IT-Sicherheit auch dokumentationspflichtig - inklusive Backup- und Recovery-Prozesse. Veeam bietet hier konkrete Hebel:
- Reporting: Veeam ONE generiert PDF-Reports zu Job-Erfolg, RPO-Einhaltung und Storage-Auslastung - direkt für den NIS-2-Nachweis nutzbar.
- Audit-Logs: Wer hat wann welche Restore-Operation gestartet? Veeam loggt das vollständig.
- Verschlüsselung: Backups werden bei Transport (TLS) und in Ruhe (AES-256) verschlüsselt - DSGVO-konform.
- Retention-Policies: Pro Workload definierbar - so lässt sich die GoBD/DSGVO-Aufbewahrungsfrist sauber abbilden.
Die Cybersecurity-Strategie und der NIS-2-Compliance-Pfad sind ohne ein sauberes Veeam-Setup nicht abbildbar - das gehört zusammen.
Vergleichstabelle: Veeam vs. native Backup-Lösungen
| Kriterium | Veeam Backup & Replication | Windows Server Backup | Native Hyper-V/VMware Snapshots |
|---|---|---|---|
| Plattformen | VMware, Hyper-V, Nutanix, Cloud, NAS, M365, Datenbanken | Windows-Volumes | Nur Hypervisor-VMs |
| Immutable Backups | Ja (Hardened Linux, S3 Object Lock) | Nein | Nein |
| M365-Backup | Ja (separates Modul) | Nein | Nein |
| Instant VM Recovery | Ja (5 Min) | Nein | Nur als Snapshot, kein Restore |
| SureBackup-Test | Ja, automatisiert | Nein | Nein |
| Granulare Wiederherstellung | Datei, Mailbox, DB-Objekt, AD-Objekt | Nur Datei-Ebene | Nur ganze VM |
| Reporting/Compliance | Veeam ONE, PDF-Reports | Eventlog | Hypervisor-Logs |
| Lizenzkosten/Monat (30 Workloads) | ca. 250-400 EUR | inklusive Windows | inklusive Hypervisor |
| NIS-2-tauglich | Ja | Bedingt | Nein |
Die rein technische Quintessenz: Native Snapshots und Windows Server Backup können für kleine Setups Sinn machen. Sobald aber NIS-2, Ransomware-Schutz, M365-Daten oder mehrere Standorte ins Spiel kommen, führt am Veeam-Standard kein Weg vorbei.
Veeam vs. Wettbewerber: Acronis, Cohesity, SkyKick
In Hamburger KMU-Audits sehen wir auch SkyKick für M365, Acronis Cyber Backup und (selten) Cohesity. Die Kurzform:
- Acronis: Sehr stark im Endpoint- und Endkunden-Backup. Für reine VM-Umgebungen oft umständlicher als Veeam.
- Cohesity: Enterprise-Lösung. Für KMU mit unter 200 VMs in der Regel überdimensioniert.
- SkyKick: Spezialist für M365-Backup. Wenn nur M365 und keine on-prem-Workloads gesichert werden müssen, eine schlanke Alternative zu Veeam Backup for Microsoft 365.
- Native Cloud-Backups (Azure Backup, AWS Backup): Sinnvoll als zusätzliche Schicht, ersetzen aber kein zentrales Backup-Werkzeug, wenn die Umgebung gemischt ist.
Unser Fazit aus 200+ Projekten: Veeam ist für ein KMU mit gemischter Umgebung (on-prem plus M365 plus optional Cloud-VMs) die Standardlösung mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis. Wer rein in der Cloud arbeitet und nur M365 sichern muss, kann mit SkyKick oder Veeam Backup for Microsoft 365 standalone fahren.
Ihr nächster Schritt
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Erstgespräch buchen →Weiterführende Quellen:
- Veeam: Whats New in v12 for VMware - offizielle Release Notes des Herstellers
- Veeam: Immutable Backups & Cyber Resilience - Hintergrundartikel zu Object Lock und Hardened Linux Repository
- BSI Grundschutz CON.3 - Datensicherungskonzept - offizielle BSI-Empfehlung für Datensicherung
- Microsoft Learn: Microsoft 365 Backup Service-Beschreibung - offizielle Empfehlung zu Drittanbieter-Backups
Mehr zum Thema im hagel-IT-Blog: Best Practices für sichere Datensicherung, Backup und Wiederherstellung erklärt und Cloud Backup und Datensicherung Hamburg.