6 Min.
Hand hält ein Smartphone mit E-Mail-Symbol — Absenderadresse gegen Fälschung schützen

DMARC erklärt: Was es tut, was es kostet und warum es bei Ihnen wahrscheinlich auf „none“ steht

Jens Hagel
Jens Hagel in IT-Sicherheit

Inhalt in Kürze

  • DMARC ist die Anweisung, was mit gefälschten Mails in Ihrem Namen passieren soll. Ohne sie sind SPF und DKIM weitgehend zahnlos.
  • „p=none” schützt nicht. Es sammelt nur Berichte. 47 % der Hamburger Betriebe mit DMARC stehen genau dort.
  • Der Eintrag ist eine Zeile. Die Arbeit steckt in der Bestandsaufnahme davor.
  • Drei Stufen, sechs Wochen — dann steht der Schutz, ohne dass die eigene Post ausfällt.

Der Klassiker im Mittelstand: Ein Kunde bekommt eine Mail, die aussieht, als käme sie von Ihrer Buchhaltung. Gleiche Absenderadresse, gleiche Signatur, gleicher Ton. Nur die Bankverbindung in der Rechnung ist eine andere.

Der Kunde zahlt. Das Geld ist weg, der Ärger bleibt bei Ihnen — und die unangenehmste Frage kommt hinterher: Warum konnte jemand einfach in Ihrem Namen mailen?

Was DMARC tut

Um das zu verstehen, braucht es drei Bausteine. Sie klingen komplizierter, als sie sind.

  1. SPF ist die Liste der Server, die in Ihrem Namen senden dürfen. Steht im DNS. Ein empfangender Mailserver kann damit prüfen: Kam die Mail von einem erlaubten Absender?
  2. DKIM ist eine Unterschrift unter jeder Mail. Damit fällt auf, wenn jemand den Inhalt unterwegs verändert hat.
  3. DMARC ist die Anweisung, was bei einem Fehlschlag passieren soll — und die Verbindung zwischen der geprüften und der sichtbaren Absenderadresse.

Der dritte Punkt ist der entscheidende und der am wenigsten bekannte. Ohne DMARC prüft der Empfänger zwar SPF, hat aber keine Anweisung, was er mit einem Fehlschlag tun soll. Und im Zweifel stellt jeder Mailserver lieber zu, als eine womöglich echte Nachricht wegzuwerfen. Genau diese Anweisung ist der Kern des Verfahrens; nachzulesen im Standard selbst, RFC 7489, und in der Empfehlung des BSI zum sicheren E-Mail-Transport (TR-03108).

Das Wichtigste: SPF sagt, wer senden darf. DMARC sagt, was mit allen anderen passiert. Nur zusammen ergeben sie einen Schutz.

Die drei Stufen — und warum die meisten auf der ersten stehen bleiben

Ein DMARC-Eintrag trägt eine Richtlinie. Es gibt drei:

RichtlinieWas passiert mit einer FälschungSchutzwirkung
p=nonewird zugestellt, es entsteht nur ein Berichtkeine
p=quarantinelandet im Spam-Ordnermittel
p=rejectwird abgewiesen, kommt nie anvoll

In unserer Erhebung über 939 Hamburger Betriebe standen 47 Prozent aller DMARC-Einträge auf „none”. Der Eintrag existiert, taucht im Audit als erledigt auf — und weist keine einzige Fälschung ab.

Das ist kein Schlamperei-Problem. „none” ist als Zwischenschritt genau richtig: Man sieht vier Wochen lang in den Berichten, welche Systeme im eigenen Namen versenden, bevor man scharf schaltet. Nur wird aus dem Zwischenschritt oft der Endzustand. Microsoft beschreibt denselben Weg — erst beobachten, dann quarantine, dann reject — in seiner Anleitung zur DMARC-Einrichtung für Microsoft 365.

Warum das Scharfschalten Respekt verdient

Wer DMARC direkt auf „reject” stellt, ohne die Vorarbeit, blockiert seine eigene Post. Die Liste der versendenden Systeme ist in fast jedem Betrieb länger als gedacht:

  • Der Mailserver selbst — Microsoft 365, Google Workspace oder ein eigener.
  • Die Warenwirtschaft, die Rechnungen und Lieferscheine verschickt.
  • Das Newsletter-Werkzeug — oft von der Marketing-Seite eingerichtet, ohne die IT zu fragen.
  • Das Bewerberportal, das Eingangsbestätigungen sendet.
  • Das Ticketsystem und die Terminbestätigung aus dem CRM.
  • Der Steuerberater, wenn er Lohnabrechnungen in Ihrem Namen versendet.

Jedes davon muss im SPF-Eintrag stehen oder mit DKIM signieren. Fehlt eines, fällt es beim Scharfschalten aus — und zwar still, weil die Mail beim Empfänger abgewiesen wird und niemand im Haus etwas merkt.

Vorsicht Falle:

Der SPF-Eintrag hat ein hartes Limit von zehn DNS-Abfragen. Wer sechs Dienste per include: einbindet, reißt es schnell — und dann fällt SPF für alle aus, ohne Fehlermeldung. Vor dem Scharfschalten also nicht nur zählen, wer versendet, sondern auch, wie viele Abfragen der Eintrag auslöst.

Der Ablauf, der funktioniert

Sechs Wochen, drei Termine à einer Stunde. So machen wir das bei Kunden.

  1. Woche 1 — Bestandsaufnahme und „none". Alle versendenden Systeme auflisten, SPF ergänzen, DMARC mit p=none und einer Berichtsadresse setzen. Ab jetzt laufen Daten ein.
  2. Woche 4 — Berichte auswerten. Welche Absender tauchen auf, die Sie nicht kennen? Meist sind zwei bis drei dabei, die man vergessen hatte. Ergänzen, weitere zwei Wochen beobachten.
  3. Woche 6 — scharf schalten. Auf p=quarantine mit pct=100. Nach zwei ruhigen Wochen auf p=reject. Fertig.

Wichtig dabei: sp= nicht vergessen. Ohne diese Angabe erben Unterdomänen die Richtlinie zwar meistens — aber wer sp=none setzt, hat eine offene Flanke, die kaum jemand prüft. Genau das haben wir in unserer eigenen Domain gefunden, als wir für diesen Artikel nachgesehen haben.

Wir starten jede Zusammenarbeit mit einer Cyber-Risikoanalyse gemeinsam mit der Geschäftsführung. Nicht um Angst zu machen, sondern um ehrlich zu sehen, wo Sie stehen — und was als Erstes passieren muss.

Jens Hagel Jens HagelGeschäftsführer, hagel IT-Services GmbH

Was DMARC nicht kann

Zwei Missverständnisse, die regelmäßig aufkommen.

DMARC schützt nicht davor, dass Sie Phishing bekommen. Es schützt davor, dass andere Phishing in Ihrem Namen verschicken. Das eine ist eine Frage von Spam-Filter und Schulung, das andere eine Frage von drei DNS-Einträgen.

DMARC hilft nicht gegen ähnlich aussehende Domains. Wenn jemand hage1-it.de registriert — mit einer Eins statt einem L — greift DMARC nicht, weil das eine andere Domain ist. Dagegen hilft nur Aufmerksamkeit und im Zweifel eine Markenüberwachung.

Prüfen Sie, wo Sie stehen

Der Zustand Ihrer eigenen Domain ist in zehn Sekunden geprüft — ohne Anmeldung, ohne E-Mail-Adresse: Der Selbsttest im Hamburger IT-Sicherheits-Index zeigt SPF, DMARC, MTA-STS, DNSSEC und die Sicherheits-Kopfzeilen Ihrer Website auf einen Blick.

Kommt dort „DMARC auf none” heraus, sind Sie in großer Gesellschaft — und eine halbe Stunde von der Lösung entfernt, sobald die Bestandsaufnahme steht.

Ihr nächster Schritt

Setzen Sie diese Woche einen DMARC-Eintrag mit p=none und einer Berichtsadresse. Das blockiert nichts, kostet zehn Minuten und ist die Voraussetzung für alles Weitere. In vier Wochen wissen Sie, wer in Ihrem Namen versendet — und dann geht der Rest schnell.

Wenn Sie das nicht selbst machen wollen: Wir übernehmen das für Hamburger Betriebe als Teil der Betreuung unter Cybersecurity. Weiterführend passt der Beitrag E-Mail-Sicherheit im Unternehmen.

DMARC scharf schalten — begleitet.

15 Minuten Erstgespräch. Kostenlos. Ohne Vertriebsdruck.

Termin buchen →
Jens Hagel
Gründer & Geschäftsführer, hagel IT-Services GmbH

Seit 2004 begleite ich Hamburger Unternehmen bei der IT-Modernisierung. Microsoft Solutions Partner, WatchGuard Gold Partner, ausgezeichnet als Deutschlands bester IT-Dienstleister 2026 (Brand eins/Statista). Wenn Sie IT-Fragen haben, bin ich direkt erreichbar.

Thorsten Eckel

„Mit Hagel IT haben wir einen erfahrenen Partner, auf den wir uns jederzeit zu 100 % verlassen können.“

Thorsten Eckel
Geschäftsführer · Hanse Service
Deutschlands beste IT-Dienstleister 2026 — brand eins / Statista
Bester IT-Dienstleister
2026 — brand eins / Statista
Fallstudie: IT-Betreuung Spedition Hamburg – Vom Ein-Mann-Risiko zur stabilen Struktur
Fallstudie · Logistik
IT-Betreuung Spedition Hamburg – Vom Ein-Mann-Risiko zur stabilen Struktur
Ausgezeichnete Bewertung
Basierend auf 46 Bewertungen

„Wir arbeiten seit einiger Zeit mit hagel IT zusammen und sind absolut zufrieden. Das Team ist kompetent, freundlich und immer schnell zur Stelle, wenn Hilfe gebraucht wird. Besonders schätzen wir die individuelle Beratung, den zuverlässigen Support und die modernen IT-Lösungen, die perfekt auf unsere Bedürfnisse abgestimmt sind. Ein rundum professioneller Partner, den wir uneingeschränkt weiterempfehlen können!"

Robin Koppelmann
Sicherheit

Sicher — ohne dass Sie Experte sein müssen.

Verschlüsselung, Backup und Zwei-Faktor laufen im Hintergrund und werden monatlich geprüft. Fragt jemand nach — Versicherung, Kunde oder Behörde — haben Sie den Nachweis auf Knopfdruck.

Kjello · Sicherheits-Report
Geprüft & lückenlos dokumentiert
Sicherheits-Vertrauensanker im Portal: Audit-Trail lückenlos geprüft und Zugriffs-Delegation aktiv — beide grün bestätigt
Ergebnis
Nachweis auf Knopfdruck
Was Sie tun
Nichts
Was wir & die Automatik tun
Einrichten · überwachen · monatlich prüfen · nachweisen
Früher — Sicherheit auf Hoffnung
  • Hoffen, dass nichts passiert
  • Backup nie wirklich getestet
  • Kein Nachweis, wenn jemand fragt
  • Blindflug bei Verschlüsselung und Co.
Ein Risiko, das keiner sehen will

„Muss ich Security verstehen?“ — Nein. Sie müssen nichts einstellen und nichts überwachen. Das ist unser Job — Sie bekommen nur den grünen Haken.

Häufig gestellte Fragen

DMARC sagt dem empfangenden Mailserver, was er mit einer Mail tun soll, die vorgibt von Ihrer Domain zu kommen, aber die Prüfung nicht besteht: zustellen, in den Spam-Ordner legen oder abweisen. Ohne DMARC bleibt diese Entscheidung dem Empfänger überlassen — und die meisten stellen im Zweifel zu.

SPF legt fest, welche Server in Ihrem Namen senden dürfen. DKIM signiert jede Mail, damit Änderungen unterwegs auffallen. DMARC verbindet beides mit einer Anweisung, was bei einem Fehlschlag passieren soll — und sorgt dafür, dass die sichtbare Absenderadresse zur geprüften passt. Ohne DMARC sind SPF und DKIM weitgehend zahnlos.

Weil dabei nichts passiert. Der Empfänger schickt Berichte über Fälschungen, stellt sie aber trotzdem zu. „none“ ist ein Messmodus für den Übergang, kein Schutz. Erst „quarantine“ und „reject“ wirken.

Der Eintrag selbst nichts — er ist eine Zeile im DNS. Die Arbeit steckt in der Bestandsaufnahme: Welche Systeme versenden in Ihrem Namen? Realistisch sind zwei bis vier Stunden für einen Betrieb mit 40 Beschäftigten, verteilt über vier bis sechs Wochen Beobachtung.

Ja, wenn Sie zu früh auf „reject“ stellen. Deshalb geht man in Stufen vor: erst „none“ mit Berichten, dann die Berichte auswerten, dann „quarantine“ mit einem Teilprozentsatz, dann „reject“. Wer diese Reihenfolge einhält, blockiert nichts.

Für einen Betrieb mit einer Handvoll versendender Systeme nicht. Die Berichte sind XML-Dateien, die sich auch mit einem kostenlosen Auswerter lesen lassen. Ab etwa zehn Versandwegen wird ein Werkzeug schnell wirtschaftlich, weil es die Zuordnung übernimmt.